Ist meine Lieblings-App sauber?

App-Check: Neue Plattform hilft bei datensicherer App-Auswahl

Mal eben die neuesten Community-Messages checken, gucken, wie das Wetter wird, was meine Freund_innen bei Netflix empfehlen oder wieviel Schritte ich heute schon gemacht habe - für nahezu alles gibt es mittlerweile eine App. Zwar schützen wir die Privatsphäre unseres Smartphones und würden niemanden je das Passwort geben, aber was mit den Daten passiert, die wir freiwillig in der App hinterlassen, fragen wir uns eigentlich selten. Dabei sind viele Apps in der Tat heimliche Datenschleudern, und wir wissen nicht, was unter ihrer Oberfläche passiert, welche großen Firmen mitlesen, welche Daten sie versendet. Das will die neue Datenbank „App-Check“ ändern. Erstellt wurde sie von mobilsicher.de, einem Projekt des iRights e.V. in Kooperation mit dem Institut für Technik und Journalismus e.V.

Gibt man zum Beispiel den Namen der beliebten Fitness-App „Runtastic“ von Adidas in die Suche ein, erscheint als Ergebnis ein „Privacy Score“ von 4 – schlechter wäre nur noch der Score 5. Mit einem Klick aufs App-Logo gelangt man dann zum Testbericht, der unter anderem darüber informiert, an wen persönliche Daten geliefert werden und ob eingebaute Software-Module von einem oder mehreren Drittanbietern vorhanden sind. Es bleibt aber nicht bei der Einschätzung der abgefragten App, sondern man kann über die App-Kategorie „Fitness & Workouts“ zum Beispiel auch eine werbe- und trackingfreie Alternative finden. Damit stärkt die Datenbank besonders jene Anbieter, denen die Privatsphäre ihrer Nutzer_innen wichtig ist, und die persönlichen Daten landen nicht ungewollt im Internet.

Übrigens werden die Apps unabhängig davon geprüft, ob Nutzer_innen über die Datennutzung informiert werden und sie eine Datenschutzerklärung bekommen haben. Der Score gibt keine Auskunft darüber, ob sich ein Anbieter gesetzeskonform verhält. Auch können Apps eine gute Wertung bekommen, die Werbung schalten. Wenn diese privatsphärefreundlich ist, also nicht personalisiert, sondern höchstens kontextbezogen geschaltet wird, ist das völlig ok.

Zum Start sind rund 33.000 Apps abrufbar, aber man kann sich auch die Aufnahme anderer Apps beim Anbieter wünschen, dem man einfach eine E-Mail mit den Namen seiner Wunsch-App schicken kann.

Hier gehts zur Datenbank App-Check von mobilsicher.de

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Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 14. Oktober 2020