Respekt!

17. Mai: Internationaler Tag gegen Homophobie

Etwa jede/r Zehnte Mensch weltweit ist entweder schwul oder lesbisch, so schätzen ExpertInnen. Gute Chancen also, dass in eurer Verwandtschaft oder eurem Freundeskreis jemand dazu gehört. Dennoch sind Homosexuelle immer noch nicht anerkannt, sondern werden auch oftmals angefeindet; zuweilen müssen sie um Leib und Leben fürchten. In einigen Staaten steht auf Homosexualität sogar die Todestrafe (Iran, Sudan, Jemen, Mauretanien, Saudi-Arabien, sowie in den Schari’a dominierten Gebieten in Somalia und Nigeria), und noch Mai 2009 war Homosexualität in rund 70 Ländern strafbar. Auch in Deutschland gab es bis 1994 den Paragrafen 175, der sexuelle Handlungen zwischen Personen männlichen Geschlechts unter Strafe stellte.

Dass in vielen Ländern lesbische und schwule Paare inzwischen heiraten dürfen und sogar Familien haben, heißt noch lange nicht, dass sie auch gesellschaftlich respektiert sind, wie das jüngste Beispiel in Frankreich zeigt. Dort hat das Parlament homosexuelle Partnerschaften der Ehe von Mann und Frau komplett gleichgestellt, während sich auf der Straße Woche für Woche immer mehr DemonstrantInnen versammelten, die das verhindern wollten. Parallel dazu stiegen gewalttätige Übergriffe auf gleichgeschlechtliche Paare extrem an.

Mehr Respekt
Um die Feindseligkeit, die Homosexuellen entgegengebracht wird - genannt Homophobie - öffentlich zu machen und somit abzubauen, wird seit dem 17. Mai 1990 jährlich der Internationale Tag gegen Homophobie begangen. Urheber war Louis-George Tin, der heute der französischen Sektion der International Lesbian and Gay Association vorsteht. Ziel des Tages ist es, internationale Aktivitäten zu koordinieren und mehr Respekt für Lesben und Schwule einzufordern. Der 17. Mai war der Tag, an dem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschloss, Homosexualität aus ihrem Diagnoseschlüssel für Krankheiten zu streichen. In Deutschland hat das Datum 17.5. auch noch die zufällige Ähnlichkeit mit dem ehemaligen Paragraphen 175 des deutschen Strafgesetzbuches, so wurde der der 17. Mai in Deutschland schon vor 1990 spöttisch als „Feiertag der Schwulen“ bezeichnet.

Am gestrigen Donnerstag fand in Den Haag die erste europäische Konferenz für die Rechte und die gesellschaftliche Akzeptanz von Homosexuellen statt, bei der Minister und Homosexuellen-Verbände forderten, ein europäisches Aktionsprogramm für rechtliche Gleichstellung und gegen Gewalt aufzulegen. Eine Studie im Auftrag der niederländischen Regierung hatte ergeben, dass Homosexualität seit 1980 in Europa allgemein zwar mehr akzeptiert sei, aber in Mittel- und Osteuropa, speziell in Polen, Bulgarien, Litauen und Russland seien Lesben und Schwule nicht gut gelitten. "Mehr als 70 Prozent der Russen sind der Ansicht, dass schwule oder lesbische Bürger nicht so leben dürfen, wie sie wollen.“ zitiert taz.de die Studie. Kein Wunder, dass sich fast zwei Drittel der europäischen Lesben, Schwulen und Bisexuellen einer Studie der EU-Grundrechte-Agentur zufolge immer noch nicht trauen, in der Öffentlichkeit zu ihrer Lebensweise zu stehen. Die Angst vor  Diskriminierung ist leider begründet: 47 Prozent aller Befragten hatten angegeben, im vergangenen Jahr deswegen angefeindet worden zu sein, und 26 Prozent haben in den vergangenen fünf Jahren körperliche oder verbale Angriffe erlebt.

Also ihr Lieben, hisst eure Regenbogenflagge, die weltweit nicht nur ein Zeichen der Toleranz, Vielfältigkeit, Hoffnung und Sehnsucht ist, sondern auch das Symbol der Lesben- und Schwulenbewegung, und zeigt, dass ihr zu den "zehn Prozent" haltet - wenn ihr nicht sowieso selbst dazugehört ;-).

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Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 17. Mai 2013
 
 
 

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