"Man kann richtig coole Dinge erschaffen"

Interview mit Annalena über ihre Liebe zur Informatik

"Beim Programmieren kann man das Ergebnis seiner Arbeit direkt sehen und richtig coole Dinge `erschaffen´"

Annalena ist 27 Jahre alt und hat nach ihrem Bachelor in Medieninformatik, den sie an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden gemacht hat, den Master Informatik begonnen. Aktuell schreibt sie ihre Master Thesis und hat LizzyNet erzählt, was sie an der Informatik so liebt...

Annalena, was hat dich dazu bewegt, Informatik zu studieren?

Ich habe bereits als Jugendliche Webseiten mit HTML erstellt und auch in der Schule haben mir die Fächer Mathematik, Informatik und Physik am meisten Spaß gemacht. Als ich mich dann für einen Studiengang entscheiden musste, habe ich zunächst zwei Semester Elektro- und Informationstechnik studiert, und dort unter anderem Informatik-Vorlesungen belegt. Da mir diese am besten gefallen haben, habe ich mich entschlossen, den Studiengang nochmal zu wechseln.

Welche Fächer beinhaltet der Studiengang? Und was genau wird dort vermittelt?

Der Bachelorstudiengang Medieninformatik an der Hochschule RheinMain vermittelt Informatikkenntnisse im Verbund mit einigen gestalterischen Fächern. Gelehrt wird dabei Programmierung mit aktuellen System-, Skript- und Auszeichnungssprachen, Datenbankentechnologien, Computergrafik, Rechnernetzwerke und Betriebssysteme, aber auch Mathematik ist ein wichtiger Bestandteil des Studiums. Weiterhin lernen die Studierenden moderne Konzepte zur Analyse, Modellierung von Anwendungsszenarien und Umsetzung von kleineren und größeren Softwareprojekten. Der gestalterische Teil beinhaltet eine Einführung in Typografie und Layout, Interaktionsdesign, Usability und Animation.

Der Master Informatik ermöglicht es, sich in bestimmten Bereichen zu spezialisieren. Durch die Ausrichtung der Professoren und Arbeitsgruppen können Vertiefungen im Bereich Mensch-Computer-Interaktion, maschinelles Lernen, Computer Vision, vernetzte und eingebettete Systeme gewählt werden. Zudem wird besonders auf wissenschaftliches Arbeiten Wert gelegt, sowie Einblicke in Methodik und Forschung gegeben.

Welche Erwartungen hattest du an das Studium? Und wurden sie erfüllt?

Ich hatte vor allem die Erwartung, eine Menge zu lernen und natürlich auch nette Menschen kennen zu lernen, die die gleichen Interessen haben. Meine Erwartungen wurden auf jeden Fall erfüllt. Natürlich gibt es immer Dinge, die besser sein könnten, doch im Großen und Ganzen kann ich das Informatik-Studium an der Hochschule RheinMain nur empfehlen.

Hast du manchmal gezweifelt, ob es das richtige war?

Sicher habe ich auch manchmal gezweifelt. Solange man aber die meiste Zeit mit seiner Wahl zufrieden ist, ist das meiner Meinung nach normal.

Informatik studieren ja nicht gerade viele Frauen, wie fühlt es sich an, immer eine Exotin zu sein?

Im Bachelor waren wir etwa ein Viertel Frauen, im Master sind es nun deutlich weniger. Mit dieser Situation hatte ich bisher jedoch nie ein Problem, aber ich würde mich freuen, wenn sich mehr Frauen für den Informatik-Bereich entscheiden. Es gibt auch einige Frauen-Netzwerke, in denen sich Informatikerinnen zusammenschließen, was ich sehr wichtig finde.

Welche Interessen und Charaktereigenschaften sollte man für das Studium mitbringen?

Ein Informatikstudium setzt Abstraktionsvermögen, logisches Denken, Kreativität und vor allem die Bereitschaft zum selbstständigen Lernen und Arbeiten voraus. Programmierkenntnisse werden jedoch zumindest an der Hochschule RheinMain nicht vorausgesetzt. Motivation und Interesse am Fachgebiet sind auf jeden Fall wichtiger.

Wem würdest du von dem Studium eher abraten?

Für ein solches Studium ist ein hohes Maß an Eigeninitiative und eigenverantwortliches Arbeiten gefordert. Auch wenn gerade an der Fachhochschule viel praktisch gearbeitet und programmiert wird, sind auch theoretische Inhalte Teil des Studiums. Wer sich damit etwas schwer tut, könnte eventuell auch eine Ausbildung als Fachinformatiker in Betracht ziehen.

Was gefällt dir an dem Studium ganz besonders und was gar nicht?

Am meisten mag ich, dass man das Ergebnis seiner Arbeit in der Regel direkt sehen und man richtig coole Dinge "erschaffen" kann. Die Möglichkeiten sind dabei sehr vielfältig und der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Was ich nicht so mag ist, dass man schon die meiste Zeit am Computer verbringt und im Grunde oft seine eigenen Fehler sucht, denn auch beim Programmieren gilt: meistens sitzt das Problem vor dem Computer.

In welche Richtung willst du beruflich gehen?

Im Laufe des Master Studiums habe ich mich viel mit Mensch-Computer-Interaktion, maschinellem Lernen und Bildverarbeitung beschäftigt. Ich hoffe, dass ich eventuell in diesem Bereich eine spannende Tätigkeit finde.

Glaubst du, dass die Informatik die Welt verbessern kann ;-)?

Ich denke, dass die Informatik die Welt schon in vielen Bereichen besser gemacht hat und auch weiter tun wird. Gerade im medizinischen Bereich, die Erfindung des Internets und vieles mehr. Allerdings sollte man sich als Informatiker auch bewusst sein, dass man auch schaden kann. Sei es zum Beispiel, dass Arbeitsplätze wegfallen, weil es nun einen Roboter gibt, der die Arbeitsschritte doppelt so schnell und fehlerfrei ausführen kann.

Vielen Dank für das Interview!

Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 12 August 2016
 
 
 

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