Humor hat die größten Chancen

Studie untersuchte, welches Flirt-Verhalten am besten funktioniert

Frühling ist für viele die Flirt-Zeit, und manche sind ja wahre Expert_innen im Flirten. Andere wiederum flirten nie oder erleben eine krachende Niederlage, wenn sie es denn doch mal versuchen. Woran liegt das und welche Art des Flirtens funktioniert am besten? Das untersuchte jetzt ein Team um Leif Edward Ottesen Kennair, Professor an der Fakultät für Psychologie der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie (NTNU). Kennair gehört zu einer Forschungsgruppe, die das Flirten in Norwegen und den USA untersucht und herausgefunden hat, welche Taktiken für effektiv gehalten werden, für wen und in welchem Kontext.

Aber vorab: Was genau ist Flirten? "Zum Flirten gehören verschiedene Signale, die sich Menschen gegenseitig senden. Wir flirten, um potenzielle Partner_innen anzuziehen. Sowohl Männer als auch Frauen flirten, um auf sich aufmerksam zu machen", erklärt Professor Kennair. Und das könne sowohl auf verbale als auch auf nonverbale Art geschehen.

Die Forscher_innen befragten fast 1000 Studierende in Norwegen und den USA. Die Teilnehmer_innen bewerteten, wie effektiv 40 verschiedene Arten des Flirtens für eine langfristige oder kurzfristige Beziehung waren, und ob die flirtende Person männlich oder weiblich war. Berücksichtigt wurde auch, wie extrovertiert die Teilnehmenden waren, ihr Alter, ihre Religiosität, die Bereitschaft, eine Beziehung einzugehen, und wie hoch ihre Attraktivität auf dem "Dating-Markt" war.

Signale für lockere oder feste Beziehung
Die Ergebnisse zeigen: Was gut beim Flirten funktioniert, hängt davon ab, welche Art von Beziehung man eingehen möchte. Wenn man nicht an einer festen Beziehung interessiert ist, sollten die ausgesendeten Signale anders aussehen, als wenn man sich längerfristig binden möchte.

Bei Frauen, die eine feste Partnerschaft suchen, kamen zum Beispiel eher männliche Partner an, die sich durch Großzügigkeit und Bindungsbereitschaft auszeichneten, sagt Professor und Studienkollege Mons Bendixen. Männer, die eine Partnerin über einen längeren Zeitraum, vielleicht ein Leben lang, behalten wollen, sollten sich demnach nicht von ihrer knauserigen Seite zeigen oder signalisieren, dass sie häufiger ihre Partnerin wechseln wollen.

Stärkstes Flirt-Werkzeug für alle
Welches Tool aber fast immer und bei jedem und jeder in gewissem Maße funktioniere sei: Humor. "Lachen oder Kichern über die Witze der anderen Person ist für beide Geschlechter eine wirksame Flirttaktik", sagt Kennair. Dabei sei es nicht nur effektiv, selbst witzig zu sein, sondern besonders Männer hätten es gerne, wenn ihre potentielle Partnerin sie witzig finde und es ihnen auch zeige, fügt Rebecca Burch, eine Mitautorin von der SUNY Oswego, USA, hinzu.

So wichtig Humor im Werkzeugkasten auch sei, man sollte einen Flirt allerdings nicht unbedingt damit beginnen. Zuerst sollte man ein Lächeln aussenden und Augenkontakt herstellen. Danach könnten dann die fortgeschrittenen Techniken angewandt werden.

Was die Studie noch ergab: Flirten ist übrigens nur in geringem Maße kulturabhängig, etwa bei der Körpersprache, dem ersten Kontakt und dem Grad der Großzügigkeit, so die Forscher_innen. Dies deute darauf hin, dass effektives Flirten weitgehend universell ist, was nicht überrascht, da die Motivation für die Partnersuche teilweise biologisch bedingt ist, so Wade.

Altersunterschiede, Religiosität, Extrovertiertheit, persönliche Attraktivität und die Vorliebe für kurze Beziehungen hatten offenbar keinen oder nur einen geringen Einfluss darauf, für wie wirkungsvoll die Befragten verschiedene Flirttaktiken hielten, so Bendixen. Unsere Persönlichkeit scheint also weniger ausschlaggebend zu sein, wenn es darum geht, wie wir das Flirtverhalten anderer beurteilen. "Wir glauben jedoch, dass persönliche Eigenschaften die Art, ~wie~ wir flirten beeinflussen", so der Forscher.

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