Flirt-Face oder nicht?

Studie beschäftigt sich mit dem Erkennen und der Funktion von "Flirt-Ausdrücken"

So entgehst du der Flirt-Falle sicher ;-)

Flirtet sie oder nicht? Lässt sich das Interesse einer Frau an einem Mann am Gesicht ablesen? Und wie sähe dieses Gesicht dann angeblich aus? Wirkt dieser Gesichtsausdruck und wird er vom gegenüber auch richtig gedeutet? Mit solchen Fragen haben sich Wissenschaftler_innen der University of Kansas beschäftigt und die Ergebnisse ihrer Forschung im Fachblatt Journal of Sex Research veröffentlicht.
Omri Gillath, Professor für Psychologie an der KU, der das Papier mit verfasst hat, begründet das Forschungsthema damit, dass es bislang dazu nur sehr wenige wissenschaftliche Arbeiten gebe, die sich mit diesem Thema beschäftigten. Dabei ist Flirten ja scheinbar jedem geläufig, in Zeitschriften und auf Dating Portalen werden Leser_innen mit „Flirttipps“ bombadiert. Gleichzeitig kann fehlinterpretiertes Flirten schnell sehr unangenehm werden und in sexueller Belästigung münden.

Die Studienautorinnen Parnia Haj-Mohamadi und Erika Rosenberg von der University of California-Davis ließen darum in ihrer Studie Frauen (Freiwillige und Schauspielerinnen) verschiedene Flirt-Gesichtsausdrücke nachahmen. Entweder sollten sie so „flirten“, wie sie es auch tun würden, wenn sie jemand Interessantes in einer Bar treffen und gerne seine Aufmerksamkeit erregen würden. Oder sie sollten ein Flirtverhalten nachahmen, wie es in der vorhandenen wissenschaftlichen Literatur zum Thema als typisch beschrieben wird.

Männliche Testpersonen sollten dann deuten, welche Gesichtsausdrücke sie als „flirtend“ einordneten. Dabei zeigten sich individuelle Unterschiede, manchen Frauen gelang ein flirtender Gesichtsausruck besonders gut, manche Männer konnten als Flirten gemeinte Grimassen besonders gut erkennen. 
Dennoch gab es ein paar Gesichtsausdrücke, die von fast allen männlichen Testpersonen als flirtend erkannt wurden.

Die Forscher_innen erfassten die Merkmale solcher eindeutiger Flirt-Ausdrücke mit einem speziellen System, dem Facial Action Coding System (FACS). Demnach gehört zu den effektivsten Flirt-Hinweisen ein zur Seite gedrehter und leicht nach unten geneigter Kopf, ein leichtes Lächeln und nach vorne auf das angedeutete Ziel gerichtete Augen.

In weiteren experimentellen Studien wurde dann speziell dieser Flirtausdruck weiter erprobt. Damit hätte das Forschungsteam nicht nur die wirksamen Flirt-Ausdrücke identifizieren können, sondern sei auch in der Lage gewesen, deren Funktion aufzudecken - die Aktivierung von Assoziationen im Zusammenhang mit Beziehungen und Sex.

Mit ihren Erkenntnissen würden sie dazu beitragen, dass das Funktionieren von Flirts genauer erforscht werden könne. Zudem würde so Männern eine konkretere Möglichkeit geben, herauszufinden, ob eine Frau wirklich flirtet.

Wer sprechen kann, ist klar im Vorteil
Ob dieser letzte Aspekt wirklich hilfreich ist, sei dahingestellt. Anstatt nämlich allein anhand einer Kopfhaltung und einer Blickrichtung ein sexuelles Interesse zu unterstellen, könnte man ja auch in einem unaufdringlichen Gespräch erkunden, ob das Interesse weiter als ein Hallo reicht. Ganz sicher aber wird diese Studie in der ein oder anderen "Herrenzeitschrift" dankbar aufgeriffen, die Überschrift können wir schon erahnen: "Signs: So erkennt er, dass sie flirtet". 

Vielleicht hilft das Ganze euch aber auch als Anti-Tipp: Wenn ihr auf keinen Fall den Eindruck erwecken wollt zu flirten, zieht die Mundwinkel nach unten, haltet den Kopf gerade und hoch erhoben und guckt weg. ;-)

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Autorin / Autor: Redaktion / Presemitteilung