Hoch motiviert bis total antriebslos

Studie zu Motivationschwankungen beim Lernen zeigt, dass jeder Moment zählt

Fast jeder und jede kennt das: in einem Moment fühlen wir uns hellwach, leistungsfähig, hochkonzentriert und motiviert - und fünf Minuten später ist die ganze Spannung erschlafft, wir fühlen uns angestrengt und haben zu gar Nichts mehr Lust. Besonders nervig ist dieses Auf und Ab, wenn wir etwas lernen wollen. Warum wir solche Motivationsschwankungen erleben, hat jetzt Dr. Julia Dietrich von der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) untersucht und ihre Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Learning & Instruction" veröffentlicht.

Gemeinsam mit Jaana Viljaranta (University of Eastern Finland), Julia Moeller (Yale University) und Bärbel Kracke (FSU) nahm sie situationsbedingte Erwartungen und Anstrengungen Studierender unter die Lupe und fand heraus, dass die Motivation in 90 Minuten Vorlesung weit stärker schwankt, als bisher angenommen.

155 Jenaer Lehramtsstudierende sollten für die Studie ein Semester lang dreimal innerhalb 90-minütiger Vorlesungen Momentaufnahmen ihrer Motivation liefern. In zehn Vorlesungen in Pädagogischer Psychologie sollten sie über ihr Smartphone oder auf dem Papier Fragen beantworten, die immer gleich waren. "Unter anderem wollten wir wissen, wie kompetent sie sich in dem Augenblick gefühlt haben, ob sie die Sachverhalte verstehen oder ob sie diese als anstrengend empfinden. Auch ob sie Spaß an den Lehrinhalten haben und sie für nützlich halten, wurde erfragt", erklärt Julia Dietrich.

Phasen hoher Motivation und starker Demotivation
Es zeigte sich, dass jede_r einzelne Teilnehmer_in in der Vorlesung Phasen hoher Motivation und starker Demotivation erlebt hatte; und zwar zeitlich völlig unabhängig von den anderen Studierenden. Dabei fanden die Wissenschaftler_innen keine systematischen Trends wie bestimmte Materialien oder Themen, bei denen die Motivation bei allen gestiegen oder gesunken war." Deshalb wollen sie die Ursachen für die Schwankungen in Zukunft noch näher betrachten, um Lernkontexte insgesamt motivierender zu gestalten.

Einen Zusammenhang konnte die Studie dennoch zeigen: nämlich, dass Motivation und Anstrengung eng miteinander verknüpft sind. Je mehr man sich anstrenge, desto höher sei die Motivation. Umgekehrt gilt das Gleiche: "Wer motiviert ist, strengt sich auch mehr an", erläutert die 33-Jährige.

Empfehlungen für Lehrer_innen
"Dass Motivation ein wichtiger Faktor fürs Lernen und für Leistung ist, ist bekannt. Allerdings blieb die bisherige Forschung relativ allgemein", so Dr. Dietrich. Bisherige Studien hätten in erster Linie erfasst, wie motiviert Personen generell sind und was sie antreibt. Die Studie zeige aber, dass jede Lernsituation und jeder Moment zählen: Dozent_innen können Studierende jederzeit "verlieren", wenn sie im Hörsaal vor ihnen stehen, aber sie können sie auch zurückholen. Nun müsse man - trotz individueller Unterschiede - aus den Daten erste Praxisempfehlungen für die Lehrerbildung ableiten, was z. B. Inhalte, Vermittlungsmethoden oder den Einsatz von Materialien angeht. Die Untersuchung zeige auch, wie Lehrende veränderte Inhalte oder neue Methoden sofort bewerten lassen können, statt sie erst am Ende der Vorlesung mit Fragebögen zu evaluieren.

Quelle:

Autorin / Autor: Redaktion/ Pressemitteilung - Stand: 15. März 2017
 
 
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