Große Marken, ganz viel Müll

Coca-Cola Company und PepsiCo sind das vierte Jahr in Folge die größten Plastikverschmutzer der Welt

Die internationale Umweltschutzbewegung #breakfreefromplastic hat sich kein geringeres Ziel gesetzt als eine Zukunft ohne Plastikverschmutzung. Sie veranstaltet unter anderem jährlich eine weltweite Müllsammelaktion, bei der ermittelt wird, von welchen Marken eigentlich das ganze weggeworfene Plastik stammt, das die Strände und Gewässer dieser Welt zum Kollabieren bringt. Für den aktuellen globalen Brand Audit-Bericht haben mehr als 11.000 Freiwillige in 45 Ländern weltweit Müll an Stränden aufgesammelt, um die häufigsten Plastikverschmutzer zu ermitteln: 330.493 Plastikteile aus 45 Ländern kamen dabei zusammen.
Dabei wurden in diesem Jahr fast 20.000 Coca-Cola-Markenprodukte gefunden, was mehr Verschmutzung bedeutet als die beiden nächstgrößten Verursacher zusammen - wie jedes Jahr seit 2019. Dies deutet darauf hin, dass das Versprechen von Coca-Cola, eine Flasche pro verkaufter Flasche zu sammeln, nur wenig Einfluss auf die Plastikverschmutzung des Unternehmens hat.

Auch PepsiCo bleibt das dritte Jahr in Folge einer der drei größten Plastikverschmutzer. Obwohl sich das Unternehmen selbst verpflichtet hatte, die Verwendung von Neuplastik bis 2030 zu halbieren, muss PepsiCo einen ehrgeizigeren Wechsel zu wiederverwendbaren Behältern vollziehen, um von der Liste herunterzukommen, denn die Menge an Plastikverschmutzung, die unter der Marke PepsiCo weltweit gesammelt wird, ist enorm.

Verschmutzer Nr. 3 Unilever ist Hauptpartner für den UN-Klimagipfel COP26

Zum ersten Mal seit Beginn der globalen Marken-Audits im Jahr 2018 ist Unilever auf Platz 3 der größten Verschmutzer aufgestiegen, und das im selben Jahr, in dem das Unternehmen als Hauptpartner für den UN-Klimagipfel COP26 in Glasgow fungiert. In Anbetracht der Tatsache, dass 99 % des Plastiks aus fossilen Brennstoffen hergestellt werden und die fossilen Brennstoffkonzerne ihren Fokus aktiv auf Plastik als zunehmende Einnahmequelle verlagern, ist die Rolle von Unilever bei der COP26 besonders beleidigend.

Jüngste Studien hätten gezeigt, dass die größten Unternehmen, die für die Plastikverschmutzungskrise verantwortlich sind, auch zur Klimakrise beitragen. Konsumgütermarken wie Coca-Cola, PepsiCo, Nestlé, Mondelēz, Danone, Unilever, Colgate Palmolive, Procter & Gamble und Mars kaufen Berichten zufolge alle Verpackungen von Herstellern, die von bekannten Petrochemieunternehmen wie Aramco, Total, Exxon und Shell mit Kunststoffharzen beliefert werden.

Ahmed Elhadj Taieb, BFFP-Jugendbotschafter und Generalsekretär von Youth for Climate Tunisia, sagte:
"Jüngere Generationen werden die Klima- und Plastikkrise erben, die von diesen umweltverschmutzenden Konzernen verschärft wird, die keine konkreten und realen Maßnahmen zur Abwendung dieser Krisen haben. Die Expansionspläne der Kunststoffindustrie werden dazu beitragen, die Welt auf einen katastrophalen Weg mit hohen Emissionen zu führen, was unsere Chancen auf eine Erwärmung um weniger als 1,5 Grad Celsius (°C) schmälert. Wir können nicht mehr so weitermachen wie bisher, deshalb werden wir Maßnahmen ergreifen, um die Umweltverschmutzer unter den Unternehmen zur Verantwortung zu ziehen."

Die Aktivist_innen fordern die Politik auf zu handeln, um den Abfall zu reduzieren und die Hersteller zur Verantwortung zu ziehen. Die derzeitigen Investitionen in die Ausweitung der Kunststoffproduktion bedeuteten, dass Kunststoff bis 2050 mehr als 13% des Kohlenstoffbudgets für 1,5°C beanspruchen werde, wie Neil Tangri, wissenschaftlicher und politischer Direktor der No Waste Organisation GAIA erklärt.

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Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung - Stand: 2. November 2021