Geister Ritter

Autorin: Cornelia Funke

John Whitcroft wird von seiner Mutter und deren schrecklichem Freund auf ein Internat geschickt. Wäre das nicht schon Strafe genug, stehen in seiner sechsten Internatsnacht drei Geister unter seinem Fenster. Lord Stourton, ihr Anführer, macht unmissverständlich klar, dass er John nach dem Leben trachtet. Zum Glück ist da Ella mit ihrer schrulligen Großmutter. Sie kennt sich bestens mit Geistern und Legenden rund um Salisbury aus. Die Sagen um den Ritter William Longspee haben es Ella besonders angetan. Schließlich heißt es, dass der Geist des Ritters jedem zur Hilfe eilt, der ihn in größter Not ruft.

Endlich ein neues Kinderbuch von Cornelia Funke. Meine Erwartungen an „Geisterritter“ waren ziehmlich hoch, schließlich begleiteten mich die „Gespensterjäger“ und „Die wilden Hühner“ durch meine Kindheit. Ich hoffte, dass mit diesem Kinderbuch die „alte“ Cornelia Funke wieder zum Vorschein kommt, nachdem ich von Reckless ein wenig enttäuscht war. Man merkt „Geisterritter“ tatsächlich an, dass es weniger um Gewinn als um gute Unterhaltung geht. Die Figuren sind, wie man es von der Autorin kennt, zum Teil sehr außergewöhnlich, Ellas Oma allen voran. Die schrullige körtensammelnde Alte gefiel mir auch am besten. Leider erfährt man nur wenig von dem, was in den den Charakteren vorgeht. Bei John wechselt sich die Wut auf den „Vollbart“ (der Freund seiner Mutter) und die Angst vor den Geistern ab. Weiter reicht seine Gefühlspalette leider nicht.
Die Idee zum Buch kam Cornelia Funke, als sie ihren englischen Verleger besucht. Auf dem Weg machte sie, laut Nachwort, mit ihrer Familie halt in Salisbury und war begeistert von der Kathedrale. Viele Schauplätze der Geschichte gibt es also in Wirklichkeit. Sogar ein Internat gibt es an der im Buch angegebenen Stelle. Die Geister sind Abbilder historischer Persönlichkeiten, ebenso die Fehde, die den Kern des Buches bildet und von der Autorin ausgeschmückt wurde. In einem angehängten Glossar wird man über die historischen Elemente aufgeklärt.
Die Handlung spielt in einem Internat, das ehemals ein Bischofssitz war. Bei dieser Umgebung entsteht schnell der Eindruck, dass bei Harry Potter abgekupfert wurde. In „Geisterritter“ hält sich dieser Effekt zum Glück in Grenzen. Es gibt keine Zauberer, Häuser oder Ähnliches. Das ist der große Pluspunkt an dem Buch.
Zu meinem Bedauern hat Cornelia Funke ihr Buch diesmal nicht selbst illustriert. Die Bilder von Friedrich Hechelmann gefallen mir zwar auch, kommen aber nicht an die Zeichnungen der Autorin heran. Ich finde es sehr schade, dass diese persönliche Note abhanden gekommen ist.

Das Buch ist ganz nett zu lesen, zählt jedoch nicht zu Funkes stärksten Romanen. Es stellt sich die (durchaus berechtigte) Frage, ob man ein Buch selber schreibt, wenn die zentralen Stellen auf historischen Ereignissen basieren, die in die Gegenwart übertragen werden. Jüngere Leser sind von der Story auf jeden Fall begeistert, wie ich an meiner kleinen Schwester festmachen konnte.

Erschienen bei: Dressler

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Autorin / Autor: missmarie - Stand: 20. Juli 2011
 
 
 

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