Filmrezensionen: Schreiben über Filme

Hier kannst du lernen, wie man eine Filmrezension schreibt

Filmrezensionen schreiben ist gar nicht so einfach. Damit eine lesenswerte Rezension aus deiner Feder schlüpfen kann, muss einiges an Überlegungen geleistet werden. Denn: Eine Rezension ist keine Inhaltsangabe. Eine Rezension ist auch keine ausschließliche Wertung. Es geht nicht nur um das WIE (du etwas findest), sondern hauptsächlich um das WARUM (du etwas so findest) und WODURCH dieser Eindruck entsteht (anhand von Beispielen erklären). Du schreibst also, wie der Film auf dich wirkt und belegst das. Wenn du deine Meinung zu festgefahren wiedergibst ohne sie zu begründen, kann das der Leser nicht nachvollziehen und erhält auch keine Informationen über den Film. Den Leser interessiert meistens aber nicht deine persönliche Meinung, sondern der Film! Logisch aufeinander aufbauende Argumentketten sind daher die Hauptwerkzeuge einer Rezensentin.

Logisch begründen

Es ist besser, wenn du nicht hauptsächlich deine (einseitige) Meinung ausdrückst. Der Regisseur möchte mit den verschiedenen eingesetzten filmischen Mitteln immer etwas erreichen. Gelingt ihm das, oder geht es in die Hose? Du kannst einen Film ruhig schlecht finden – aber nur, wenn du das an Beispielen erläutern kannst. Anstatt nur zu schreiben, dass du den Film langweilig fandest, kannst du diesen ersten Eindruck  auch kritisch hinterfragen und darauf achten, was mit dieser „Langeweile“ erreicht wird und WIE dieser Film dadurch wirkt. Vielleicht möchte der Film ja langweilig wirken, um damit etwas anderes in den Vordergrund zu rücken? ;-)

Den Einstieg in eine Rezension kannst du zum Beispiel über ein Zitat aus dem Film, eine Szenen- oder Charakterbeschreibung oder über das Aufgreifen des Filmthemas finden. Halte den Einstieg kurz und lasse ihn in eine knappe Inhaltsbeschreibung münden. Am besten verwendest du hierbei einen einleitenden Satz wie „der Film handelt von …“ So kannst du die Inhaltsbeschreibung kurz (!) halten und in einigen (!) Sätzen grob das Thema widergeben. Darüber hinaus will natürlich auch der Regisseur und der Titel des Films genannt werden, eventuell auch das Genre. Die Schauspieler nennst du am besten in Klammern hinter ihrem Rollennamen.

Es gibt verschiedene Ansätze, wie du eine Rezension schreiben beziehungsweise aufbauen kannst, denn je nach Film, Genre und Machart steht etwas anderes im Vordergrund.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Charaktere
    Schau dir die Hauptpersonen immer genauer an. Ein Film lebt von außergewöhnlichen Charakteren, die sich voneinander abgrenzen lassen. Sie können so gestaltet sein, dass sie eine Grundlage zur Identifikation bieten, aber auch richtige Schurken sein. Relevant ist auch, ob sie eine Entwicklung durchmachen, und wie oder wodurch das passiert. Dialoge bieten eine gute Möglichkeit, die Hauptpersonen zu charakterisieren. Wird in den Dialogen etwas Inhaltliches transportiert und die Handlung vorangebracht, oder nur Unwichtiges thematisiert? Aber auch die Handlungen der Charaktere, ihr Erscheinungsbild und ihr Verhalten sollten stimmig sein – wenn nicht, ist das ein Punkt, den du anmerken und deuten kannst.

  • Der Plot / Erzählstruktur
    Natürlich ist auch die Handlung des Films von Bedeutung. Betrachtet werden dabei die verschiedenen Stadien der Geschichte und wie sich der Spannungsbogen durch sie hindurch zieht. Der Plot, also der Hauptkonflikt, muss schnell erkennbar sein. Auch wenn der Film inhaltlich kein außergewöhnliches oder spannendes Thema aufgreift, kann er das durchaus auf neuartige Art und Weise erzählen und sich dadurch von anderen Filmen abheben, etwa durch Rückblenden, verschiedene parallel laufende Handlungsstränge, eine außergewöhnliche Erzählperspektive, und so weiter. All das macht einen Film interessant.

  • Filmische Mittel
    Ein Film ist ein künstlerisches Ausdrucksmittel. Jedes Ding, jede Person und jede Szene sieht so aus, weil sie so aussehen SOLL. In manchen Filmen schwingt eine gewisse Atmosphäre mit, eine bestimmte Farbgebung oder eine Gefühlslage. Beschreibe also auch die Optik des Films, wenn sie dir auffällt. Auch Kameraeinstellungen, die Musik- und Schauspielerwahl, das Bühnenbild oder die Kostüme können viel verändern. Es ist ein bisschen knifflig auf alles zu achten, wenn du den Film schaust. Setze also Prioritäten oder mach dir währenddessen Notizen.

  • Ähnliche Filme beziehungsweise weitere Filme des Regisseurs
    Manchmal ergibt es Sinn, den Film mit ähnlichen Filmen aus dem Genre zu vergleichen. Auch kann man den Film anderen Werken des Regisseurs gegenüberstellen und deutlich machen, was DIESEN Film denn von den anderen abhebt. Solch ein Vergleich kann ganz hilfreich sein, wenn du dir nicht sicher bist, was du von dem Film hältst.

  • Aussage
    Zu guter Letzt kann man auch die Wirkung und die Aussage des Films untersuchen. Eventuell weicht die intendierte Aussage des Regisseurs von der tatsächlichen Wirkung ab. Wichtig hier wieder: Warum? Interpretationen von inhaltlich komplizierten Filmen solltest du, wenn überhaupt, nur anreißen. Schließlich wäre das nur eine Mutmaßung, und würde dem Leser das quasi als Fakt aufdrängen. Und der möchte sich doch noch ein eigenes Urteil bilden können! Deshalb auch: Wie der Film endet, wird nicht verraten. Es sei denn, man erfährt das schon zu Beginn des Films.

Zu guter Letzt...
Für eine Rezension gibt es keine formalen Regeln, aber natürlich den ein oder anderen Kniff, mit dem du deinen Text aufwerten kannst. Vergiss nicht, dass auch du als Rezensentin ein Stück weit „künstlerische Freiheit“ hast, und deinen Text lesenswert gestalten solltest. So kann fast nichts mehr schief gehen!

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Autorin / Autor: Annika Willinger; - Stand: 20. April 2012
 
 
 

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