Experimentierkasten Spurensicherung am Tatort

Deutschlands bekanntester Forensiker und Kriminalbiologe Mark Benecke zeigt, wie professionelle Spurensicherung funktioniert.

Mark Benecke ist ein bekannter deutscher Kriminalbiologe. In Köln studierte er Zoologie, Biologie und Psychologie. Eine seiner zahlreichen Ausbildungen im polizeitechnischen Bereich schloss er sogar an der FBI-Academy ab. Außerdem arbeitete er einige Jahre in der Rechtsmedizin. Er hat seine eigene Radio-Sendung und hält zudem noch Vorträge über Kriminalbiologie. Heute ist er ein internationaler Ausbilder an Polizeischulen - unter anderem auch auf den Philippinen und in den Vereinigten Staaten.

In diesem Experimentierkasten gibt er durch zahlreiche Versuche einen Einblick in das Berufsleben als Kriminalbiologe, und hilft auch an der einen oder anderen schwierigen Stelle.

In dem Kasten sind ein Begleitheft, ein Maßband, eine Pinzette, eine Kunststoffflasche, eine Lupe, Knete, ein Päckchen Gips, ein großes Filterpapier, eine Pipette, ein Erkennungsbatch (Namenskärtchen), kleine Tütchen, ein Suchbild, ein Trichter und ein Röhrchen mit Halterung, sowie die original Tatortkärtchen und Fingerabdruckkarten von Mark Benecke enthalten. Für den Bonusversuch ist auch eine Insektenkarte mit den verschiedenen Stadien der Madenbildung dabei. Natürlich darf auch in diesem Experimentierkasten eine Schutzbrille nicht fehlen.

In dem Begleitheft sind 12 Versuche aufgeführt, die einen fit für den Beruf als Kriminalbiologe machen. Die bekanntesten zwei Versuche sind wahrscheinlich “Fingerabdrücke nehmen” und “Spuren entdecken”. Es wird genau beschrieben, wie man den Fingerabdruck nimmt und was man vorher machen sollte, damit man ihn nachher gut verwerten kann. Im dritten Versuch lernt man dann, die Abdrücke in bestimmte Kategorien ein zu ordnen. Die Anfangs-Versuche sind nicht sehr anspruchsvoll, doch der Schwierigkeitsgrad steigt von Versuch zu Versuch. Ab Versuch 9 wird es dann schon wirklich schwieriger, denn man muss Tropfenformen analysieren, um die Höhe, aus der der Traubensaft tropfte, ausfindig zu machen.

Versuch 11 ist ein mehrtägigeres Experiment, in dem man die DNA einer Banane sichtbar machen, und für einige Jahre isolieren kann. Jedoch sollten jüngere Lizzys ihre Eltern um Hilfe bitten, denn für den Versuch wird auch Brennspiritus benötigt.

Der Bonusversuch zur Tatzeitpunktbestimmung hat mich ein wenig abgeschreckt, denn er ist nichts für schwache Nerven: Man stellt eine Dose Hunde- oder Katzenfutter in eine Schale, in der eine Plastikfolie ausgebreitet wurde. Wichtig ist, dass das Futter NICHT vegetarisch ist, denn es geht um die Verwesung von Fleisch.Auf ein Blatt schreibt man die Wetterbedingungen, wie z.B. Regen oder strahlenden Sonnenschein, und die Temperatur, die zum Zeitpunkt des Öffnens der Dose herrscht. Nun lässt man die Dose (am besten draußen, geschützt vor Regen und zu starkem Wind) ein paar Tage unberührt stehen und beobachtet die Madenbildung. Fliegen haben zuvor nämlich ihre Eier in das Futter gelegt und man kann mit Hilfe der Made die Zeit bestimmen, wie lange die Dose mit dem Futter schon offen ist. Man sollte das Experiment jedoch nicht im Winter machen, denn wenn es friert, dann gibt es auch keine Fliegen.

Meine Meinung:
Beim Öffnen fiel mir als Erstes auf, dass der ganze Experimentierkasten von dem Gipspulver mit einer weißen, dünnen Schicht belegt war. Das war schon sehr schade und machte auf mich keinen guten Eindruck. Die ersten 8 Versuche waren ziemlich einfach und nichts für mein Alter (14), doch ab Versuch 9 machte die Sache schon viel mehr Spaß. Am anspruchsvollsten waren die Versuche 11 und der Bonusversuch, die mir auch am meisten Spaß machten. Die Beschreibungen sind gut zu verstehen und auch auszuführen, die Tipps sind hilfreich und geben einen guten Eindruck in den Alltag eines Kriminalbiologen. Ich kann jedoch kein Alter finden, auf das dieser Experimentierkasten genau passen würde, denn die Versuche sind teilweise für 11-13 Jährige und teilweise für 7-9 Jährige. Insgesamt gefällt mir der Experimentierkasten sehr gut. Der einzige Kritikpunkt ist eine bessere und undurchlässigere Tüte für das Gipspulver und noch zwei oder drei Versuche mehr. Also versucht euch doch auch mal als Kriminalbiologe. Schaut nicht nur Krimis im Fernsehen, sondern deckt eigene Fälle auf! Viel Spaß

Autorin / Autor: annalena - Stand: 28. Februar 2011