Elfenblick

Autorin: Katrin Lankers

Buchcover Elfenblick

Mageli hat nur eine einzige Freundin. Doch die ist nie auf den Mund gefallen, wenn Mageli wie so oft von den Jungen in ihrer Klasse blöd angeraunzt wird. Angeblich würden die alle auf sie stehen, will Rosanna ihr weißmachen, aber Mageli weiß, dass das nicht stimmt.
Aber dann begegnet sie Erin. Wie aus dem Nichts taucht er auf und rettet sie vor zwei Angreifern. Doch so schnell wie er gekommen ist, ist er auch wieder verschwunden und Mageli weiß nichts, außer seinem Namen. Vergessen kann Mageli ihn nicht. Diesen Jungen mit den Zauberaugen...
Dann sieht sie ihn wieder, erneut unter diesen mysteriösen Bedingungen, bis Rosanna ihr klar macht, dass es sich bei Erin nur um einen Traum handeln kann. Mageli will ihr so gerne glauben, vor allen Dingen, als er beginnt etwas von Elfen zu erzählen, doch insgeheim spürt Mageli, dass etwas Wahres in seinen Worten steckt. Länger schon hegt sie den Verdacht, dass ihre Eltern gar nicht ihre eigenen sind und dass sie vielleicht selbst eine … sein könnte … ?



„Geht schnell in Deckung, Mageli kommt!“- Oder eine typische, schon „tausendmal gelesene“ Geschichte
Wer kennt sie nicht, diese Geschichten über ein Mädchen, das sich seiner Fähigkeiten und Schönheit nicht bewusst ist? Sich in der Welt der Menschen überflüssig vorkommt und noch dazu von der Mutter wenig geliebt wird? Aber plötzlich stellt sich heraus, dass sie übernatürliche Fähigkeiten besitzt, dass sie vertauscht wurde und endlich findet sie gemeinsam mit ihren neuen Freunden zu der Stärke, die sie schon immer in sich trug.
Das in etwa passiert in „Elfenblick“. Nehmt noch ein paar weitere Variablen wie Liebe, Kitsch, Vorhersehbarkeit und Langeweile hinzu und ihr wisst, was euch erwarten wird. Bei einer guten Umsetzung kann ich diesen grundlegenden „Fehler“ gerne übersehen, bzw. stört er mich erst gar nicht, aber bei „Elfenblick“ bezweifle ich, dass selbst eine „bessere“ Geschichte Spannung hätte erzeugen können.

Starr, unecht, unbeholfen, holprig und beinahe zum Einschlafen...
Ich wünschte mir wirklich, ich hätte keinen Blick in diese Geschichte werfen müssen. Die Protagonistin Mageli war mir von Beginn an unsympathisch. Der Schreibstil begann holprig und wirkte seltsam unnatürlich, sehr gezwungen. Leider blieb er konstant so. Die Geschichte selbst wurde dadurch sehr starr und dass ich absolut alles vorhersehen konnte, half dem Lesevergnügen auch nicht. Ich bin sogar ein paar Mal über dem Buch eingeschlafen und hätte mir ein paar ordentliche Kürzungen gewünscht. Die ausufernden Beschreibungen von Magelis Umgebung interessierten mich kein Stück und diese dramatisch schlecht entwickelte Geschichte zog sich unnötig in die Länge.
Ich bin maßlos enttäuscht, besonders da ich Großes von „Elfenblick“ erwartete. Denn nach Katrin Lankers „Der Zauber eines Augenblicks“ war ich begeistert wie selten und wenn ich auch keine Wiederholung erwartete, so doch eine lesenswerte und schöne Geschichte.

Die Figur Erin eine ausreichende Begründung „Elfenblick“ doch noch zu lesen? Nein!
Das einzig halbwegs Interessante waren ein paar Momente zwischen Mageli und Erin, denn Erin war die einzige Person, die etwas Lebendigkeit versprühte, ohne künstlich oder falsch zu wirken.
Insgesamt fühlte sich das Lesen dieser Geschichte aber so an, als traute die Autorin ihren LeserInnen sehr wenig zu, so dass sie dementsprechend den Tonfall auf „kleines-naives-Mädchen“-Niveau anpasste.
Nach 100 Seiten hatte ich mich bereits mit dem unspektakulären Verlauf der Handlung abgefunden und die restlichen 300 Seiten irgendwie überstanden, indem ich mich von der Geschichte distanzierte, abschottete und dem Ganzen neutral entgegensah.

Mein endgültiges Urteil:
Was ursprünglich als entspannende Lesepause gedacht war, wurde zu einem Kampf, dieses Buch nicht abzubrechen. Eventuell ist „Elfenblick“ etwas für jüngere LeserInnen, die noch nicht viele Fantasy-Bücher gelesen haben, so dass sie nicht das Gefühl haben, in einer billigen Kopie abzutauchen. Andererseits könnte man ihnen mit solch einem Werk die Lust aufs Lesen aber auch ein für alle Mal nehmen.
Jede/r sollte das selbst entscheiden, ich rate nur, sich nicht von dem umwerfendem Cover und schönen Klappentext täuschen zu lassen, sondern einen Röntgenblick ins Buch zu werfen, um festzustellen, dass es Bücher gibt, die es sich lediglich zu meiden lohnt! Nur 1 Stern und die Freude über eine mögliche Fortsetzung wird ohne mich stattfinden müssen.

Erschienen bei arsedition

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Autorin / Autor: charlielou - Stand: 28. Februar 2012