Dunkles Schweigen

Autorin: Brigitte Blobel

Der Roman „Dunkles Schweigen“ von Brigitte Blobel aus dem Jahr 2011 behandelt das ernste Thema des Kindesmissbrauchs in einem Internat und den Umgang mit den Folgen.

Der sechzehnjährige Benjamin erzählt von und aus seinem Leben in der Rückblende. Wie sein Leben war, bevor er ins Internat kam, wie sein Vater starb, die Beziehung zu seiner Mutter und die Zeit nach den schrecklichen Monaten im Internat. Er will diese Zeit einfach nur vergessen, doch das gelingt nicht mehr, als Lilith, mit der er sich im Internat angefreundet hat, bei ihm zu Hause auftaucht und Fragen stellt. Denn der Junge, den sie damals kennen gelernt hat, und der, der vor ihr steht, haben nicht mehr viel gemeinsam. Und so bringt sie all die Erinnerungen an Bens Vergangenheit wieder hervor und er muss sich entscheiden: Entweder er stellt sich der Wahrheit oder er verdrängt weiterhin alles, was damals geschah.

Meine Meinung:
Die angegebene Altersspanne für dieses Buch liegt zwischen 12 und 15 Jahren, allerdings bin ich der Meinung, dass es auch für Ältere sehr geeignet ist. Der Roman geht mit einem ansprechenden Schreibstil auf ein wichtiges Thema ein, das nicht nur aktuell, sondern auch kritisch ist. Der Missbrauch von Schutzbefohlenen war lange Zeit etwas, über das geschwiegen wurde. Nicht nur die Betroffenen, auch die Menschen in ihrer Umgebung schwiegen, obwohl Anzeichen erkennbar waren. Genauso wie in diesem Buch.

„Dunkles Schweigen“ greift nicht nur dieses Problem auf, sondern berichtet auch, wie Jugendliche überhaupt erst in eine solche Situation gelangen können und wie sie es empfinden könnten. Denn was tut man, wenn man mit 12 Jahren einer Situation gegenüber gestellt wird, die man nicht versteht, mit der man nichts zu tun haben will und für die man sich schämt?

Dadurch, dass es in der Rückblende geschrieben ist, hat es mich persönlich besonders beeindruckt. Auch aus dem Grund, dass nicht mit dem einfachen und schönen Leben vorher begonnen wurde, sondern mit den Problemen, den Selbstzweifeln und der Angst. Man erhält einen anderen Blickwinkel und kann durch Benjamins Augen sehen, wie er es wahrnimmt, nachdem alles vorbei ist und erkennt, dass es für ihn auch ein Jahr nachdem Missbrauch nun mal noch nicht vorbei ist. Das ist etwas, das mich persönlich stark bewegt hat und was dieses Buch meiner Meinung nach auch auf jeden Fall lesenswert macht. Alle Aspekte werden beleuchtet, das Geschehen davor, während und danach, und dies gibt dem Buch eine Intensität, die einen das „Dunkle Schweigen“ verstehen lässt. Im weiteren Verlauf werden noch ein Lösungsansatz und eine Hilfe, um aus dem Dilemma zu kommen, geboten, auch wenn es nicht immer so abläuft.

Ein kleiner, mir etwas negativ auffallender Punkt waren die Verhältnisse in dem Internat. Egal wie locker es zuging, ganz egal wie angesehen der Lehrer war und wie ungünstig die Wohnverhältnisse waren: Dass ein Schüler wegen Krankheit in die Räumlichkeiten eines Lehrers zieht, finde ich doch recht unglaubwürdig und es hätte bestimmt einen anderen Weg gegeben, die Möglichkeiten darzustellen, die sich solchen Lehrern bieten.

Ansonsten überzeugt mich dieses Buch auf ganzer Linie. Es ist einfach ein typischer Brigitte Blobel Roman: mitten aus dem Leben, Problemthemen ansprechend und aufarbeitend, mitreißend und faszinierend.

Es ist ein Buch, für alle, die noch schweigen.

Erschienen im cbj Verlag

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Autorin / Autor: LadyJanna - Stand: 26. September 2011
 
 

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