Diskriminierung geht uns alle an
Herausgegeben von von Josephine Apraku
Das Sachbuch wurde von Josephine Apraku herausgegeben. Die Autorin ist auch Afrikawissenschaftlerin und Trainerin für intersektionale rassismuskritische Bildungsarbeit. Dieser biographische Werdegang war beim Nachlesen für mich auch spannend. Die einzelnen Kapitel sind jeweils einem Unterthema gewidmet und von einer Person geschrieben, die sich in besonderer Weise mit der spezifischen Thematik auskennt. Jedes Unterthema hat eine Farbe, schon im Inhaltsverzeichnis- zur Gliederung super! Insgesamt ist die Aufmachung mit den gut platzierten, überschaubaren Illustrationen schön anzusehen.
Was ich gut fand, waren zudem die Begriffserklärungen und Definitionen im Einstieg. So wird man schon im Überblick sicherer im Umgang mit wichtigen Begrifflichkeiten zum Thema, und einige kannte ich auch ehrlicherweise noch gar nicht.
Was ich ebenso toll fand, war das Kapitel zum Antisemitismus, geschrieben von Debora Antmann. Es war sehr ausführlich, ehrlich und meines Erachtens – da ich mich relativ gut mit dem Thema auskenne – auch außergewöhnlich geschrieben.
Als Biologin hat mich darüber hinaus das Kapitel zum Cissexismus angesprochen. Dabei geht es darum, dass einige Menschen fälschlicherweise denken, es gäbe nur zwei Geschlechter und dass jede*r das Geschlecht behalten sollte, das einem bei der Geburt zugewiesen wurde.
Am Ende des Buches treffen sich schließlich alle Unterthemen in der Intersektionalität, in der bei einer Person verschiedene Diskriminierungsebenen gemeinsam auftreten können.
Mit vielen verschiedensten Beispielen wird den Lesenden eröffnet, was Teilhabe wirklich bedeutet, und das mit unglaublich vielen neuen Fachbegriffen, die ich zum Teil noch gar nicht kannte; meines Erachtens wird es auch noch einiges an Zeit brauchen, bis die richtigen Worte in der Gesellschaft ankommen. Ein kleines, aber feines Buch zu einem großen Thema!
Erschienen bei Carlsen
Autorin / Autor: Rita Lara - Stand: 1. Dezember 2025