Die Welt, von der ich träume

Autorin: Marie Pavlenko
Aus dem Französischen von Cornelia Panzacchi

„Die Welt, von der ich träume“ von der französischen Autorin Marie Pavlenko ist ein literarisches Werk über ein ökologisches Thema.
Im Grunde geht es um nichts Fragileres und Wichtigeres als um Bäume.
Pavlenko gelingt es, ein unscheinbares Thema zum hauptsächlichen Gegenstand eines Kinderbuchs zu machen. Dabei ist es in seiner Kernbotschaft so essenziell, dass das Werk auch an Jugendliche und Erwachsene adressiert werden kann.

Die präsentierte Welt spielt in einer wüstengeprägten Zukunft, welche Monokulturen statt einer vielfältigen Umgebung aufweist.
Die Protagonistin ist Samaa, ein zwölfjähriges Mädchen, das anders ist als die anderen in der Dorfgemeinschaft. Sie möchte sein wie die Männer, trägt ihre Haare kurz. Am Anfang ist sie den Dorfmitgliedern aber von der Meinung über die Nutzung der Umwelt nicht unähnlich; im Laufe der Geschichte macht sie eine Charakterentwicklung durch.

Trotz der dargelegten Ausführungen muss ich zugeben, dass mich das Buch nicht vollends packen und mitnehmen konnte. Die künftige Rahmengeschichte um die zentrale Handlung, die den Prolog und den Epilog betrifft, hat mir gut gefallen. Auch Samaa war mir sympathisch; sie bleibt aber während der gesamten Geschichte – bis auf die charakterliche Erkenntnisgewinnung der Wichtigkeit der Bäume – etwas blass, ich konnte mich nicht wirklich mit ihr identifizieren. Einige Stellen im Buch, wo Samaa dem Tod körperlich sehr nahekommt, empfand ich als negativ und ausweglos- dies fände ich für junge Lesende schon eher problematisch und wenig motivierend. Dass Samaa letzten Endes den Überlebenskampf bis zu ihrer endgültigen Rettung gewinnt, empfand ich beim Lesen nicht wirklich als logisch- ihre Rationen können meines Erachtens eigentlich gar nicht für die lange Reise durch die Wüste, den großen Sandsturm, bei welchem sie ihre transportierten Güter z.T. verloren hat, und die lange zu überbrückende Wartezeit ausgereicht haben. Darüber hinaus wurde meiner Meinung nach die ökologische Wichtigkeit von Bäumen – und Pflanzen im Allgemeinen – nicht ausreichend, überzeugend und triftig genug begründet.

Interessant fand ich hingegen das spezifische Vokabular, z.B. „Oltz“ statt „Holz“- um sprachlich zu unterstreichen, dass inhaltlich kein Wissen über das Material und seine Beschaffenheit und Herkunft bei den Buchfiguren vorhanden ist.

Zusammenfassend ein eher mittelmäßiges Buch über ein wichtiges Thema. Obwohl es nicht sehr umfangreich ist, ist es an einigen Stellen auch etwas langatmig; die Geschichte ist sehr simpel und für mich nicht wirklich besonders.


Erschienen bei THIENEMANN

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Autorin / Autor: Margherita - Stand: 20. Dezember 2023