Die unbewohnbare Erde - Leben nach der Erderwärmung

Autor: David Wallace-Wells
Aus dem Amerikanischen von Elisabeth Schmalen

Es ist mittlerweile schon ein paar Jahre her, dass wir in einem Kunstprojekt für die Schule Eisbären am Strand in strahlender Sonne gemalt haben. Damals redete man schon über den Klimawandel, aber er wirkte noch so weit weg, dass auch wir eher an die kommenden Generationen dachten, aber spätestens durch den Medienrummel um „Fridays for Future“ wurde uns wieder ins Gedächtnis gerufen, wie akut die Lage doch ist.

Diesem unangenehmen Thema des Klimawandels widmet sich der amerikanische Journalist David Wallace-Wells in seinem Buch „Die unbewohnbare Erde – Leben nach der Erderwärmung“. Er trägt die neuesten Erkenntnisse der Klimaforschung zusammen und zeichnet nicht nur ein Bild, er stellt die Auswirkungen einer Erwärmung von „nur“ 2°C, 4°C oder auch die erschreckenden Folgen einer Erwärmung um 6°C nebeneinander und eines wird immer klarer, während man liest: es muss etwas getan werden.

Es ist eine düstere Aussicht, es hinterlässt ein unangenehmes Gefühl in der Magengegend, wenn man von den bevorstehenden Katastrophen liest. Von den steigenden Meeresspiegeln hat man schon viel gehört, aber es steht noch viel mehr bevor: Wasserknappheit, Hungersnöte, Flächenbrände, Naturkatastrophen, die zur Norm werden und Krankheiten, es ist ein riskantes Spiel um ein sehr fragiles System.

Doch es ist keine Panikmache, die Wallace-Wells hier liefert, auch wenn er nichts beschönigt, er gibt auch Perspektive und liefert Hoffnung für alles, was kommen wird, solange wir unsere Zukunft nicht aufgeben, sondern etwas für sie tun.

Was dieses Buch wohl auch noch besonders und umso lesenswerter macht, ist, neben der leichtzugänglichen Aufarbeitung komplexer wissenschaftlicher Themen, die Tatsache, dass Wallace-Wells sogar betont, dass er kein Naturmensch ist, niemand, der Bäume umarmt, sich als Umweltaktivist versteht oder überhaupt das Leben außerhalb der Stadt genießt. Es verleiht vielleicht auch für skeptische und kritische Stimmen dem Ernst der Lage Ausdruck. Der Klimawandel geht uns alle etwas an und es liegt auch an jedem einzelnen seinen Teil zu positiven Veränderungen beizutragen.

Sowohl für bereits Interessierte, komplett Unbescholtene, Jung und Alt, für jeden ist dieses Buch lesenswert und bietet mit Fakten und Forschung unterfütterte Ausblicke, die dieses Thema nahe bringen und den Leser sensibilisieren, dass Klimawandel zwar ein Fakt ist, dass wir aber noch weit von der Hoffnungslosigkeit entfernt sind.


Erschienen bei Ludwig

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    Autorin / Autor: Martine Betz - Stand: 4. Dezember 2019