Die Sinne

Autor: Dr. Matteo Farinella
Übersetzt von Benjamin Schilling

Tasten, Schmecken, Riechen, Hören und Sehen. Mit unseren 5 Sinnen beschäftigt sich die Graphic Novel „Die Sinne“ von Dr. Matteo Farinella, einem Neurowissenschaftler, der seinen Lesern mittels hunderter Schwarz-Weiß-Zeichnungen eine Geschichte erzählt, die einen durch unser Sinnessystem führt – von der Haut über die Zunge, die Nase und das Ohr bis hin zu den Augen. Ein solches Buch habe ich bisher noch nie gelesen. Es ist eine ganz besondere Art Graphic Novel, denn sie dient nicht nur der Unterhaltung, sondern man lernt beim Lesen auch jede Menge über den eigenen Körper. Es ist bereits das zweite Buch von Dr. Farinella, das erste - „Das Gehirn“- ist ebenfalls von ihm selbst illustriert und ähnlich aufgebaut wie „Die Sinne“. Sofort aufgefallen ist mir der wunderschöne rote Einband. Da ich ohnehin im Rahmen meiner Ausbildung viel über die Sinnesorgane gelernt habe, war ich sehr gespannt auf den Inhalt.

Worum geht es?
Man begleitet die Wissenschaftlerin Diane, die bei der Entwicklung ihres neuen Virtual-Reality-Systems bewusstlos geworden ist, auf ihrer Reise durch den menschlichen Körper. Diese beginnt zunächst auf der Haut, wo Diane auf ein Nervenende trifft, welches sie über den Tastsinn aufklärt. Im Laufe der Geschichte setzt die Wissenschaftlerin ihre Reise an anderen Stellen fort, etwa auf der Retina, wo passenderweise das dazugehörige Kapitel „Sehen“ eingefügt ist. Immer wieder begegnet sie bedeutenden Gesichtern der Wissenschaft oder wird von Strukturen aus unserem Körper über deren Aufgaben und Forschungsgebiete aufgeklärt. So finden sich unter anderem Anspielungen auf Linda B. Buck, René Descartes oder Walt Whitman. Weiter hinten im Buch wird knapp erklärt, auf wen das jeweilige Bild anspielt und welche Funktion diese Person hat.

Entgegen meinen Erwartungen geht das Buch an manchen Stellen durchaus in die Tiefe - man lernt zum Beispiel über den visuellen Cortex und es fallen verschiedene lateinische Fachbegriffe wie „Corpus geniculatum laterale“ oder „Colliculus superior“, die natürlich erklärt werden, aber für Laien vermutlich erst einmal sehr kompliziert erscheinen. Die meisten davon waren mir aus dem Unterricht schon ein Begriff und ich konnte mein Wissen vertiefen, doch an anderen Stellen habe ich viel Neues dazugelernt. Es werden auch einige erstaunliche Fakten aufgezeigt und Theorien genauer erläutert, beispielsweise weshalb wir Menschen kein Fell besitzen.

Fazit
„Die Sinne“ ist definitiv kein Kinderbuch, auch wenn die Bilder auf den ersten Blick danach aussehen. Man könnte zwar manche der – im Übrigen sehr gekonnten – Zeichnungen von Farinella und auch ausgewählte Textstellen verwenden, um Kindern Sachverhalte zu erklären, doch insgesamt würde das Buch durch die komplexeren wissenschaftlichen Beschreibungen Kinder überfordern. Am interessantesten ist die Graphic Novel für solche Leser/innen, die sich bereits – zumindest oberflächlich – mit dem Sinnessystem befasst haben. Wer dabei auf anatomische Genauigkeit Wert legt und mehr lernen will, als unterhalten werden möchte, sollte allerdings zum Fachbuch greifen. Auf der letzten Buchseite finden sich Leseempfehlungen zum Thema, sodass man sich nach der Lektüre noch detaillierter mit den Sinnesorganen auseinandersetzen kann. Zum kurzweiligen Zeitvertreib und Informationsgewinn halte ich „Die Sinne“ für sehr empfehlenswert!

Erschienen bei Kunstmann

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    Autorin / Autor: lucky 2000 - Stand: 08. April 2019
     
     
     

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