Die Problemlöserinnen

Mädchen schnitten im PISA-Teamwork-Test in allen Ländern am besten ab

Wir leben in einer Welt, in der soziale Fähigkeiten und die Kunst in Teamwork Probleme lösen zu können, immer wichtiger werden. Deshalb verglich eine PISA-Studie zum ersten Mal, wie gut Schüler_innen darin sind, eine Aufgabe in einer Gruppe zu lösen, welche Einstellung sie bezüglich der Zusammenarbeit haben und inwieweit Geschlecht, außerschulische Aktivitäten oder sozialer Hintergrund die Ergebnisse beeinflussen. Dabei kam heraus: Mädchen schnitten in jedem getesten Land besser ab als Jungen, durchschnittlich machte der Unterschied sogar ein halbes Schuljahr aus! Sie sind mit einer 1,6-fach höheren Wahrscheinlichkeit in der Leistungsspitze vertreten als Jungen, während Jungen mit einer 1,6-fach höheren Wahrscheinlichkeit häufiger unter den leistungsschwachen Schülern zu finden sind. In PISA 2012, wo besonders die individuelle Problemlösungskompetenz abgefragt wurde, schnitten die Jungen noch besser ab als Mädchen. Rund 125.000 15-Jährige aus 52 Ländern haben an der Erhebung teilgenommen.

Schüler_innen, die gut im Lesen oder in Mathe sind, schneiden in der Regel auch beim gemeinsamen Problemlösen gut ab, da auch hier Fähigkeiten wichtig sind, wie zum Beispiel die Interpretation von Informationen. Schüler_innen in Australien, Japan, Korea, Neuseeland und den Vereinigten Staaten erzielten jedoche bessere Teamwork-Ergebnisse, als es aufgrund ihrer Ergebnisse in den Bereichen Naturwissenschaften, Lesen und Mathematik zu erwarten gewesen wäre.

Besser in Teamwork: Schüler_innen mit Migrationshintergrund
Nach Berücksichtigung der Leistungen in Naturwissenschaften, Lesekompetenz und Mathematik, des Geschlechts sowie  des sozioökonomischen Profils der Schüler und der Schulen schnitten Schüler_innen mit Migrationshintergrund in Deutschland besser ab als ihre Klassenkamerad_innen ohne Migrationshintergrund. Auch diejenigen, die an einer Schule sind, an der mehr Schüler_innen mit besonderem schulischen Förderbedarf sind, können offenbar besser im Team zusammenarbeiten.

Insgesamt stehen Schüler_innen hierzulande Teamarbeit positiv gegenüber. Mehr als 90% arbeiten gerne mit Freund_innen zusammen; dies ist der vierthöchste Wert im OECD-Raum. Fast 90% gaben an, dass sie gut zuhören können und Rücksicht auf die Interessen der anderen nehmen. Allerdings sind nur 65% der Schüler_innen der Meinung, dass sich beim Arbeiten in der Gruppe auch ihre persönliche Leistung verbessert.

Gute Beziehungen sind Mädchen wichtiger als Jungen
Mädchen legen in Deutschland – ebenso wie in den  meisten anderen Ländern und Volkswirtschaften – mehr Wert auf gute Beziehungen zu anderen als Jungen. Insbesondere ist der Anteil derjenigen, die sich über den  Erfolg  ihrer  Mitschüler_innen freuen, bei Mädchen 8 Prozentpunkte höher als bei Jungen. Zudem gaben 92% der Mädchen in Deutschland an, Rücksicht auf die Interessen der anderen zu nehmen, während der Wert bei den Jungen 5 Prozentpunkte niedriger ausfiel.

Interessant war auch das Ergebnis, dass Schüler_innen, die am Sportunterricht teilnehmen oder außerhalb der Schule Sport treiben, insgesamt positiver zur Zusammenarbeit eingestellt waren. Auch diejenigen, die außerhalb der Schule das Internet oder soziale Netzwerke benutzen, zeigten leicht bessere Testergebnisse als andere Schüler_innen. Wer dagegen außerhalb der Schule eher an Videospielen interessiert war, schnitt bei der Problemlösung im Team etwas schlechter ab.

Teamwork ja, aber bitte nur einfache Probleme
Insgesamt stehen Deutschlands Schulen nicht schlecht da, denn 13 Prozent der Schüler_innen erreichte die höchste Kompetenzstufe in der Fähigkeit zur Teamwork - der Durchschnitt von allen Ländern liegt bei nur 8 Prozent. Man muss allerdings einräumen, dass 21 Prozent nur in der Lage sind, einfache Probleme zu lösen, bei denen keine besonders komplizierte Zusammenarbeit nötig ist.

Die OECD spricht sich dafür aus, ein positives Schulklima zu fördern, denn das könne sich auch auf die Fähigkeit, gemeinsam Probleme zu lösen, auswirken. Die Bildungsforscher_innen schlagen vor, mehr soziale Aktivitäten zu organisieren, Weiterbildung für Lehrkräfte zum Unterrichtsmanagement anzubieten oder Mobbing zu bekämpfen.

Quelle:

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Autorin / Autor: Redaktion/ Pressemitteilung - Stand: 22. November 2017
 
 
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