Die Blutschule

Autor: Max Rhode
ab 16 Jahren

Buchcover

Die Brüder Simon und Mark ziehen mit ihren Eltern aus Berlin in ein kleines Kaff in Brandenburg, wo der Vater seine Jugend verbracht hat und sie ein altes gruseliges Haus beziehen können. Schnell machen sie Bekanntschaft mit der ausgesprochen unangenehmen Dorfjugend. Schlimmer ist aber, dass ein angeblicher Pädaophiler namens Stotter-Peter ihr direkter Nachbar ist. Der erweist sich zunächst als gruseliger Typ mit einem noch gruseligeren Hund, der angeblich unsterblich ist. Stotter-Peter tischt ihnen unheimliche Geschichten über einen Seelenspiegel auf, der alle Gute ins Böse verwandelt und umgekehrt. Außerdem soll er unsterblich machen. Tja, vielleicht ist Stotter-Peter ja eigentlich ein guter Berater? Wie auch immer - Simons Vater ist ein herzensguter Mensch und als er versucht der bösartigen Dorfschönheit Jenny das Leben zu retten, fällt er selbst dem Bösen anheim. Das bekommen Simon und Mark dann auf das Furchtbarste zu spüren.

Max Rhode ist ein Pseudonym für Sebastian Fitzek und wer den kennt, der weiß, dass er sowieso nicht gerade zimperlich schreibt. Grundsätzlich fand ich seine Bücher auch immer gar nicht schlecht, wenn man die Nacht durchlesen möchte. Hier aber übertrifft er sich selbst und zwar leider - ganz seelenspiegelmäßig - im negativen Sinn. Zwar ist das Buch in guter alter Pageturnermanier sehr spannend, ansonsten aber - sorry - in meinen Augen so richtig bescheuert. Es ist kein wirklicher Thriller, hat keine Tiefe, keine überraschenden Verwicklungen, wie man es vielleicht sonst von Fitzek gewohnt ist - es ist einfach nur ein richtig stumpfer, gewalttätiger, blutiger und brutaler Horror-Roman, bei dem der Titel Programm ist. Ausgestochene Augen, Katzenbaby-Tötungen und vor den Augen der Kinder gefolterte Mütter sind hier die fragwürdigen "Highlights". Es gibt weder Witz, noch Subtilität oder Zwischentöne, nichts Intelligentes oder Geistreiches, nur klischeehafte Charaktere, das böse Böse und die Lust am Morden und an der Gewalt.
Der einzige Witz scheint dann der zu sein, dass Max Rohde eine Figur aus Fitzeks Joshua Profil ist und das hier also so eine Art Vorgeschichte dazu ist (ich kannte das Joshua-Profil allerdings gar nicht, darum habe ich diesen "Gag" auch erst im Nachhinein kapiert).
Ich denke, dass man selbst von einem Horrorroman trotzdem mehr erwarten darf als diese billigen Schockeffekte. Vielleicht bin ich einfach zu zart besaitet, aber irgendwie hat mich dieses Buch so richtig genervt. Ich frage mich manchmal echt, was Leute reitet, so was zu schreiben.
Irgendwie gruselt mich an diesem Buch am meisten die Vorstellung, dass der Autor Spaß daran hatte, das zu schreiben und Leute Spaß daran haben, es zu lesen. Ich hatte jedenfalls keinen und hoffe, dass "Max Rhode" sich recht bald wieder anderen Tätigkeiten widmet, zum Beispiel dem Schreiben von Beschwerdebriefen. Fitzek hat jedenfalls gut daran getan, sich durch ein Pseudonym wenigstens ein bisschen von diesem Werk zu distanzieren.

*Erschienen bei Lübbe Verlag*

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    Autorin / Autor: luthien - Stand: 4. Dezember 2015