Die Auserwählten - In der Brandwüste

Autor: James Dashner

Buchcover Die Auserwählten - In der Brandwüste

Stell dir vor, dein Gedächtnis wurde gelöscht, du bist mit einer Gruppe gleichaltriger unterwegs und musst tödliche Aufgaben bestehen. So ergeht es Thomas auch im zweiten Teil der Trilogie um die Auserwählten. Da die Auserwählten in der Brandwüste bereits der zweite Teil dieser Reihe ist, möchte ich kurz ein paar Worte zum ersten Band, die Auserwählten im Labyrinth, verlieren. Thomas wird von einem vermeintlichen Journalisten fotografiert und findet sich kurz darauf auf einer Lichtung wieder. Dort leben etwa 50 Jungen. Der einzige Weg von der Lichtung führt durch ein riesiges Labyrinth, dessen Tore nachts verschlossen werden. Das ist auch gut so, denn im Labyrinth lauern unheimliche gestalten, die die Kinder töten wollen. Nach einigen Tagen bekommt die Gruppe wieder Zuwachs. Diesmal ist es ein Mädchen, Theresa, welches eine merkwürdige Nachricht mit sich bringt. Und tatsächlich hat ihre Ankunft Folgen. Die Tore zum Labyrinth verschließen sich nicht mehr und die tödlichen Monster gelangen auf die Lichtung.

Im zweiten Teil haben es die Lichter (so nennt sich die Gruppe) geschafft, aus dem Labyrinth zu entkommen. Eine Gruppe Helfer nimmt sie in Empfang, umsorgt sie und versichert ihnen, nun alles hinter sich zu haben. Doch weit gefehlt. In der Nacht verschwindet Theresa, die Helfer sind alle erhängt worden und ein neuer Junge ist in de Gruppe aufgetaucht. Kurz darauf erfahren die Lichter, dass sie noch lange nicht in Sicherheit sind, sondern nur die zweite Phase eines Experiments der Gruppe ANGST erreicht haben. Alle von ihnen sind mit einer Krankheit infiziert, die der Brand genannt wird. Nur wenn die Gruppe es schafft, innerhalb weniger Tage die Wüste zu durchqueren, werden sie geheilt.

In „Die Auserwählten in der Brandwüste“ werden endlich einige Fragen geklärt, die sich der Leser bereits im ersten Band gestellt hat. Thomas hat immer wieder Träume, in denen Erlebnisse aus seiner Kindheit vorkommen. Außerdem treffen die Lichter erstmals auf Menschen, die in der „normalen“ Welt leben. Durch beide Aspekte erfährt der Leser etwas mehr darüber, warum die Jungen zu Experimentteilnehmern geworden sind. Das Buch ist, wie auch der erste Teil, sehr spannend geschrieben. Atemlos blättert der Leser Seite für Seite weiter. In jedem Kapitel tun sich neue Rätsel auf. Auf der nächsten Seite könnte eine Antwort stehen. Immer wieder stellt sich die Frage: Werden die Jungen rechtzeitig das Ziel erreichen, bevor der Brand sie in den Wahnsinn getrieben hat?
Bei aller Spannung besitzt das Buch auch ein paar Schwächen. Als Leser hat man das Gefühl, dass einige Handlungsstränge lose herumliegen, ohne je wieder aufgegriffen oder beendet zu werden. Gleich zu Beginn manipuliert die Gruppe ANGST die Wahrnehmung der Jungen. So verschwinden plötzlich die Erhängten in Sekunden schnell, die Lichter besitzen auf einmal Tatoos und Fenster werden zugemauert. Leider kommen diese Sinnestäuschungen im weiteren Verlauf nicht mehr vor, obwohl ein Vertreter der Gruppe ANGST sie genau davor warnt. Ein anderer Punkt ist die Krankeit selbst. In einer Stadt trifft die Gruppe auf einige infizierte Bewohner und lernt die Auswirkungen des Brands kennen. Keiner der Lichter zeigt in der Geschichte irgendwelche Symptome für einen Befall mit dem Brand. Es gibt nur einige sehr verdeckte Hinweise darauf, dass die Jungen sich mit dem Brand infiziert haben könnten. So handeln einige Charaktere manchmal etwas kaltherzig. Mit der Krankheit selbst wird das aber nicht in Verbindung gebracht.

Die Auserwählten in der Brandwüste ist aber alles in allem ein gutes Buch. Wer sich entschließen sollte, es zu lesen, sollte vorher aber unbedingt den ersten Teil lesen. Andernfalls ist die Handlung nicht verständlich.

Erschienen bei: Chicken House

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Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 12. Juli 2012