Denial of Service

Autorin: Aiki Mira

„Denial of Service“ von Aiki Mira entführt uns in ein Frankfurt der nahen Zukunft, in dem ein künstliches neuronales Netzwerk den Alltag der Menschen steuert – von Polizei und Transport bis hin zu implantierten Chips, die Bürger direkt mit der Stadt verbinden. Auf den ersten Blick wirkt alles effizient, sicher und perfekt durchdacht, doch hinter der glatten Oberfläche verbergen sich Brüche und Ungerechtigkeiten. Als ein obdachloser Teenager stirbt, gerät das System aus den Fugen: Eine Coderin und ein Bot wollen diesen Fall aufklären und die Wahrheit ans Licht bringen, stoßen dabei auf Machtstrukturen, geheime Interessen und ethische Grauzonen, die zeigen, wie verletzlich Menschen inmitten von Optimierung und Kontrolle sein können. Mira erzählt dabei nicht nur von Technik, Algorithmen und gesellschaftlicher Ordnung, sondern von menschlicher Verletzlichkeit, Verantwortung  und der Frage, wie viel Freiheit wir bereit sind aufzugeben. Die Geschichte fesselt durch ihre Vielschichtigkeit, ohne einfache Antworten zu liefern, und schafft es gleichzeitig, Nähe und Unsicherheit spürbar zu machen.

Fazit

Nach dem Lesen habe ich besonders über unsere eigene Abhängigkeit von Technik, über Kontrolle und Mitgefühl und über die Menschen, die im Schatten perfekter Systeme oft übersehen werden, nachgedacht. Die Geschichte hat mich leise, aber nachhaltig beschäftigt, weil sie sowohl futuristische Szenarien als auch unsere Gegenwart reflektiert und dabei den Tod eines Jugendlichen nicht nur als Auslöser, sondern als Spiegel für ethische Fragen nutzt. Für mich ist „Denial of Service“ ein Buch, das nicht einfach unterhält, sondern lange nachwirkt – es lässt Fragen über Macht, Verantwortung und Menschlichkeit offen und erinnert daran, wie nah Zukunft und Realität manchmal beieinanderliegen. Eine klare Empfehlung für alle, die Science-Fiction mögen, die fesselt, nachdenklich stimmt und leise berührt.


Erschienen bei TOR

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Autorin / Autor: Laura E. - Stand: 25. Januar 2026