Das Lazarus Phänomen - Wenn die ganze Welt dich jagt

Autor: Kjetil Johnsen

Der Thriller „Das Lazarus Phänomen – Wenn die ganze Welt dich jagt“ von Kjetel Johnson handelt von der 17- jährigen Emma Thomas, die nach einem Autounfall mit ihrer Familie im Krankenhaus aufwacht und feststellt, dass sich ihre ganze Welt auf einen Schlag verändert hat und sie in großer Gefahr schwebt.

Emma Thomas` Eltern sind bei dem Autounfall gestorben, nur sie und ihr kleiner Bruder haben den Unfall überlebt – das glaubt Emma zumindest.
Was sie nicht erfährt ist, dass sie in der Notaufnahme gestorben ist. Und wieder aufgewacht. Das Lazarus-Phänomen. Tote erwachen wieder zum Leben, doch Emma ahnt davon nichts. Sie weiß nur, dass ihr kleiner Bruder nicht mehr spricht, ihr Onkel sich komisch verhält und sie seltsame Déjà-vues hat, die eigentlich gar keine sein dürften. Und die Frage kommt auf, ob das alles nur mit dem Unfall zu tun hat, oder ob es schon viel früher begonnen hat.
Die Sache spitzt sich zu, als Emma aus dem Krankenhaus entlassen wird, sie sich langsam wieder erinnert und immer mehr mysteriöse Typen hinter ihr her sind. Emma ist in großer Gefahr - und das nur wegen eines Autounfalls? Auch ihr Vater, der bei dem Autounfall gestorben ist, hat etwas verborgen, von dem Emma nichts wusste. Als Quantenphysiker hat er mehr erforscht als manche sich vorstellen können. Ist das der Grund, warum Emma gejagt wird? Und die Erkenntnis, die sie langsam aber sicher erlangt, ist: „Alles, was geschehen kann, geschieht.“

Meine Meinung:
Das Buch umfasst 286 Seiten und ist im Arena Verlag erschienen. Und es ist „Typisch Arena“. Interessant, packend und es lässt einen nicht kalt. Obwohl das angegebene Alter für dieses Buch 11-13 Jahre ist, konnte ich es, als 16-jährige, kaum aus der Hand legen. Dieses Buch hat mich sehr fasziniert. Die Geschichte um Emma Thomas wirkt auf der einen Seite sehr vorrauschschaubar und klar und doch ist nichts sicher. Man möchte wissen, wie es weiter geht und was geschehen wird, sodass dieses Buch fast bis zur letzten Seite recht spannend bleibt, weil nichts preisgegeben wird. Es hat einen guten Schreibstil, der anschaulich die Situation schildert, Überraschungen einbaut, und keine Langweile beim Lesen aufkommen lässt.
Die wechselnden Perspektiven zwischen Emma, ihrem Onkel und ab und zu noch diversen anderen Personen, stören den Lesefluss in keiner Weise und machen das Buch nur noch interessanter.

Sowohl Emma als auch ihr Onkel sind faszinierende Charaktere. Mit Emma fühlt man sich irgendwie verbunden und man leidet fast mit ihr, den Verlust ihrer Familie und das darauffolgende Chaos. Zwar hat man den Eindruck, dass sie die meiste Zeit des Buches etwas passiv bleibt, so trägt sie aber mit ihren Gedanken, Ängsten und Vermutungen einen wichtigen Teil zum Buch bei. Wenn sie auch etwas kindlich und überfordert mit der Situation wirkt, so ist auch dies irgendwo verständlich, und fügt sich so in das Buch ein, dass es, meiner Ansicht nach, realistisch wird.
Der Onkel wiederum weckt einen ganz anderen Eindruck und spricht mich persönlich sehr an. Er hat etwas von dem geheimnisvollen, starken Mann im Hintergrund, der immer weiß, was zu tun ist. Was natürlich nicht so ist, trotzdem ist  er eine beeindruckende Persönlichkeit. Mit einem, scheinbar etwas mysteriösen Job, „ermittelt“ er während des ganzen Buches, was mit Emma und ihrer Familie geschehen ist, was mit Emma los ist, und woran sein Bruder gearbeitet hat und was er getrieben hat, dass er kurz vor dem Unfall von seinem Forschungslabor gesucht wurde. Die gut ausgearbeiteten Charaktere, die alle auf einem anderen Wissenstand sind, vermitteln einem das Gefühl, selbst immer mehr auf die Spur zu kommen, was denn nun eigentlich mit Emma passiert ist und warum alle hinter ihr her sind. Dadurch, dass Emma immer wieder Erinnerungsfetzen bewusst werden, die sich mit den Informationen ergänzen, die von Emmas Onkel ermittelt wurden, kommt der Leser selbst Stück für Stück näher.
Auch wenn der Titel es fast schon ankündigt und auch der Klappentext es schon verrät, wird mindestens auf den ersten hundert Seiten nicht direkt erwähnt, dass Emma in der Notaufnahme gestorben ist, und anschließend wieder aufgewacht. Das würde, wenn man es nicht schon erfahren hätte, für noch mehr Verwirrung sorgen.
Da man es aber weiß, ist es eigentlich nur etwas irritierend. Trotzdem war es amüsant, dabei zu zuschauen, wie die Ärzte sich nicht entscheiden konnten, ob es nun verraten werden sollte oder nicht, ohne dass nun genau gesagt wurde, WAS verraten werden sollte. Es ist ein kleiner nebenherlaufender Handlungsstrang, der das ganze meiner Meinung nach etwas auflockert.

Insgesamt steckt das Buch voller Rätsel, die gelöst werden müssen und Absonderlichkeiten, die es zu klären bedarf und Fragen die zu beantworten sind. Es fehlt nicht an Überraschungsmomenten, nachdenklich machenden Informationen und auch ein paar Actionszenen.
Ein bisschen Kritik bleibt aber noch. Ist das Buch auch spannend und interessant geschrieben, so ist die Mitte doch ein wenig in die Länge gezogen, während das Ende, vollbepackt mit Informationen, etwas gehetzt wirkt. Ist der Titel auch „Wenn die ganze Welt dich jagt“, so schien es mir gegen Ende doch einfach ein paar zu viele Personen zu geben, die hinter Emma her waren. Allerdings auch wieder zu wenig um als „ganze Welt“ durchzugehen.
Um die Auflösung zu verstehen, muss man  sich nach dem leichten Stoff vom Rest des Buches, wieder etwas anstrengen. Während der Rest des Buches sehr realitätsnah gehalten wird, trotz Lazarus-Phänomen, dass es mehr oder weniger erwiesen schon mehrmals gegeben hat, so rutscht es am Ende doch etwas in die Science Fiction/Fantasy Ebene ab (trotz scheinbar wissenschaftlichen Belegen), was nicht unbedingt schlecht ist, aber doch etwas abrupt kommt. Leider werden nicht alle aufgeworfene Fragen zur Gänze beantwortet und es besteht auf jeden Fall noch Potenzial für einen Fortsetzungsroman.
Alles in allem ist dieses Buch aber auf jeden Fall lesenswert, auch für Jugendliche über dem angegebenen Alter, vielleicht auch gerade für diese! Obwohl die Sprache sehr einfach ist und die Sätze und Kapitel sehr kurz gehalten sind, was das Buch für Jüngere gut geeignet macht,  könnten es die komplizierten Verstrickungen und wissenschaftlichen Erklärungen gegen Ende des Buches für jüngere Leser erschweren, das Buch zu lesen.
Wer sich für rätselhafte Thriller auf mittlerem Leseniveau interessiert, der wird dieses Buch sehr mögen.

Erschienen im Arena Verlag

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Autorin / Autor: LadyJanna - Stand: 01. August 2011
 
 

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