Alles gleichzeitig, nichts richtig?

Forschung: Ist Multitasking die Unfähigkeit sich zu konzentrieren?

Kann man beim Autofahren telefonieren? Beim Fernsehgucken Hausaufgaben machen? Beim Bügeln ein Buch lesen, während man mit dem Fuß das Kind schaukelt? Sich am Unterricht beteiligen, während man unterm Tisch auf dem Handy zockt?

Die Fähigkeit zum Multitasking ist ein beliebtes Forschungsgebiet, auch weil sich natürlich alle wünschen, der Mensch könnte seine knapp bemessene Zeit irgendwie effektiver nutzen. Immer wieder überraschen uns darum WissenschaftlerInnen mit neuen Erkentntissen zu der offenbar so erstrebenswerten Begabung, mehrere Dinge erfolgreich gleichzeitig zu tun. So lesen wir mal, dass Frauen die besseren Multitasker sind, dann wieder die Männer, dann hängt es bei den Frauen auf einmal vom Zyklus ab, und dann hören wir plötzlich, dass Multitasking überhaupt Mist ist, weil es die Konzentration verdirbt.

Die Psychologen David Sanbonmatsu und David Strayer von der University of Utah und ihre KollegInnen haben nun eine neue Erkenntnis zur Multitasking-Diskussion beigetragen: Wer wirklich gut im Multitasking ist, tut es meistens nicht. Aha. Hingegen sind die, die sich selbst als die größten Multitasker rühmen, meist schlecht darin, mehr als eine Sache zu tun. Oft betreiben sie nämlich nur Multitasking, weil sie nicht in der Lage sind, sich anständig auf eine Sache zu konzentrieren.

Die Forscher hatten in ihrer Studie mit 310 Freiwilligen genau unter die Lupe genommen, wer eigentlich häufig Multitasking betreibet und warum. Die Probanden wurden befragt, wie oft sie etwa beim Fahren telefonieren oder verschiedene Medien gleichzeitig nutzen. Außerdem sollten sie ihre eigene Fähigkeit zum Multitasking bewerten. Zudem wurde die Persönlichkeit der Testpersonen beleuchtet, etwa wie impulsiv oder abenteuerlustig sie sind und wie fit sie im Erledigen mehrerer Aufgaben zur gleichen Zeit tatsächlich sind (hier: Buchstaben merken und dabei einfache Matheaufgaben auf ihre Richtigkeit überprüfen).

Heraus kam, dass Testpersonen, die gerne und viel beim Fahren telefonieren und sich selbst für gute Multitasker halten, im Multitask-Test eher schlecht abschnitten. Die Persönlichkeit der Auto-Telefonierer und Medienmix-Nutzer erwies sich außerdem eher als impulsiv: Schnell gelangweilt und ständig auf der Suche nach Abenteuer und Risiko. Eine Eigenschaft, die so gar nicht zu dem passen will, was vom Multitasking erhofft wird: Effektivität und Leistungssteigerung. Dem selbsternannten Multitasker fehlen also genau die Eigenschaften, die Multitasking erfordert: die Fähigkeit, Ablenkungen auszublenden und sich auf Wesentliches zu konzentrieren. Statt dessen vertreten sie genau die gegenteilige Richtung: 1.000 Sachen anfangen, nichts zu Ende bringen.

Wenn euch als ein Super-Multitasker vorschwärmt, was er alles so toll gleichzeitig machen kann, dann macht lieber einen Bogen um ihn  - vor allem im Straßenverkehr. ;-)

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Mehr Multitasking auf LizzyNet (nicht alles gleichzeitig lesen!)

Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 24. Januar 2013
 
 
 

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