Ängstlich trotz Schutzengel?

Studie: Glaube an himmlischen Beschützer macht nicht risikobereiter

Bild: Luise Weber

Ach wie schön wäre es, wenn man tatsächlich einen Schutzengel an seiner Seite wüsste, der die Bananenschalen aus dem Weg räumt, bevor man drauf ausrutscht. Man könnte so viel unbekümmerter durch’s Leben laufen. Doch ändert der Glaube an Schutzengel wirklich etwas? Trauen sich diejenigen, die an Schutzengel glauben, mehr? Handeln sie risikofreudiger, weil sie jemanden im Hintergrund spüren, der auf sie aufpasst? Mitnichten, meinen Forscherinnen im Fachmagazin SAGE Open.

David Etkin und seine Forscherkollegen befragten 198 Personen danach, ob sie an Schutzengel glauben. Auch wollten die ForscherInnen von den TeilnehmerInnen wissen, wie gefährlich sie bestimmte Situationen einschätzen. Die Auswertung zeigte: Diejenigen, die an Schutzengel glauben, verhalten sich im Alltag vorsichtiger als diejenigen, die bezweifeln, einen imaginären Beschützer an ihrer Seite zu haben. So schätzten die Testpersonen, die sich beschützt fühlen, auf einer Skala von 1 bis 5 eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 20 km/h im Straßenverkehr beispielsweise gefährlicher ein als diejenigen, die angaben nicht an Schutzengel zu glauben.

Ängstliche glauben eher an Schutzengel?
Eigentlich dachten die ForscherInnen vor dieser Studie, dass Personen, die sich von einem Schutzengel begleitet fühlen, weniger Angst vor Gefahren haben - ganz nach dem Motto "dann kann ja nichts schief gehen". Doch das Gegenteil war der Fall. „Es scheint, dass Menschen, die die Welt als risikoreich oder gar gefährlich wahrnehmen, geneigter sind, an einen persönlichen Beschützer zu glauben“ sagen die ForscherInnen. Vermutlich gehen diese Personen vorsichtiger durch die Welt und hoffen, sich durch einen Schutzengel sozusagen abzusichern. So beruhigen sie ihre Nerven. Diesen Schutzengel auf die Probe stellen, indem sie sich am Bungeeseil von Klippen stürzen oder sich weit aus einem Hochhausfenster lehnen, wollen sie dann aber auch nicht.

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Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 30. September 2014