Heilerziehungspflegerin

Bluepink hat Jenny einige Fragen über ihren Beruf als "Heilerziehungspflegerin" gestellt.

Jenny ist Heilerziehungspflegerin und kümmert sich in einer Einrichtung der "Lebenshilfe" um körperlich- und geistigbehinderte Menschen.

Stellst du dein Wirkungsfeld mal kurz vor?
Die Wohnstätte der Lebenshilfe bietet 20 Menschen mit Behinderung ein persönliches und sicheres Zuhause. In den zwei Wohngruppen hat jeder Bewohner sein eigenes Zimmer. Die Menschen leben hier eigenständig, selbstbestimmt mit dem persönlichen Angebot zur individuellen Förderung und Unterstützung. Zum Tagesablauf im Haus gehören die Bedürfnisse der lebenspraktischen Gestaltung und Durchführung, Geselligkeit, Freizeitgestaltung, Kontaktaufnahme und -pflege, bei einer selbstverständlichen Integration in das gesellschaftliche Leben in der Gemeinde Elsdorf und im Kreis.

Informationen zur Ausbildung der Heilerziehungspflegerin:

Du bist hilfsbereit und hast Spaß im Umgang mit Menschen? Dann könnte die Ausbildung zur „Heilerziehungspflegerin“ etwas für dich sein. In Pflegeeinrichtungen betreuen und pflegen Heilerziehungspfleger/innen Menschen mit verschiedensten Behinderungen. In der Ausbildung hat man die Fächer Pädagogik, Medizin, Kommunikation, Hauswirtschaft und viele andere mehr. Die Ausbildung dauert ca. drei bis ca. fünf Jahre. Sie kann je nach Art der bisherigen Ausbildung (schulisch oder Weiterbildung nach der Erzieherausbildung) variieren. Voraussetzungen für die Ausbildung sind der Haupt- oder Realschulabschluss.

Jenny, manche wollen seit ihrer Kindheit Ärztin, Pilotin etc. werden. War das bei dir auch so? Wolltest du auch schon immer Heilerziehungspflegerin werden?

Nein, eigentlich wollte ich Tierarzthelferin werden. Doch das hat mir der Berufsberater dann mal gleich ausgeredet! Und Tierpflegerin wär für mich auch nichts gewesen, da es total viele machen wollen und man da ja auch Futtertiere töten müsste... Nach einem Schulpraktikum im Schwimmbad fand ich auch Schwimmmeisterin sehr interessant - besonders den Technik´- und Chemieteil. Aber da ich mir nicht ganz sicher war, ob ich das wirklich möchte, habe ich erstmal ein einjähriges Praktikum in einem heilpädagogischen Kindergarten gemacht. Daraus entstand dann der Berufswunsch der "Heilerziehungspflegerin".

Hattest du schon früher Kontakt mit Behinderten? Fiel es dir am Anfang schwer mit ihnen umzugehen?

In der Kindheit vereinzelt auf Ferienfreizeiten der AWO oder mit dem Nachbarsjungen meiner Oma. Der Einstieg in die Behindertenarbeit im heilpraktischen Kindergarten fiel mir nicht schwer, auch nicht der Umgang mit den behinderten Kindern.

Wie war die Ausbildung? Was lernt man dort alles?

Die Ausbildung war interessant, vor allem die Blockpraktika. In der Ausbildung lernt man die Erziehungsmodelle kennen, Pflegegrundlagen, verschiedener Behinderungsbilder und deren Besonderheiten werden vorgestellt. Man bekommt einen Einblick in die verschiedensten psychischen Erkrankungen, lernt Medikamente und deren Wirkweise und auch Nebenwirkungen kennen, sowie den richtigen Umgang mit den Medikamenten. Unter anderem hatten wir noch als Fächer Recht, Hauswirtschaft und Religion und Aufbau von Angeboten/Planung/Reflexion, z.B. in den Bereichen Musik, Kunst, Psychomotorik und basale Stimulation.

Kann man sich auch nach der Ausbildung weiterbilden?

Heilerziehungspfleger können nach der Ausbildung noch den Fachlehrer machen oder aber im sozialen Bereich studieren. Ansonsten gibt es noch von diversen Anbietern Tages- und Wochenendfortbildungen, die von uns auch gerne wahrgenommen werden. Gerade letzte Woche war ich bei einer zum Thema "zwanghaftes Verhalten". Es war sehr interessant.

Gibt es auch Dinge, die du an deinem Beruf nicht magst?

Magendarminfektionen, die dann die Runde durchs Haus machen - gar nicht schön. Immer mehr Zeit geht für die Dokumentation von allem möglichen drauf, der Dokumentationsberg wächst und wächst...

Wie sieht ein typischer Arbeitsalltag von dir aus?

...im Frühdienst:
Übergabe/Austausch mit der Nachtwache, Bewohner wecken, Grundpflege, gemeinsames Frühstück, Medikamente verabreichen, Werkstatttaschen packen und Bewohner zum Werkstattbus begleiten. Anschließend Zimmer/Gruppenraum aufräumen, Dokumentation, Arzttermine begleiten, Telefonate führen, Erledigungen für einzelne Bewohner oder das Haus tätigen, Büroarbeiten, Kochen, Tag für Bewohner, die im Haus sind, strukturieren und Übergabe mit dem Spätdienst.

...im Spätdienst:
Übergabe mit dem Frühdienst, Wäschepflege, Kaffeetrinken vorbereiten, Betreuung der Bewohner im Haus, Bewohner vom Werkstattbus abholen, Taschen auspacken, gemeinsames Kaffeetrinken und Austausch über den Tag, gemeinsame Erledigungen und Freizeitangebote wahrnehmen (Tanzen, Sport, Gesprächskreis, Schwimmen, Freizeitclub, Krankengymnastik, etc.), Abendessen vorbereiten, Medikamente verabreichen, Grundpflege, gemeinsam den Tag ausklingen lassen, einzelne Bewohner zu Bett begleiten, Übergabe mit der Nachtwache.


Vielen Dank für das Interview!

Autorin / Autor: bluepink - Stand: 7. Juli 2010
 
 

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