Elektronikerin

Tanja macht nach ihrem Mittleren Bildungsabschluss eine Ausbildung zur Elektronikerin für Geräte und Systeme bei der Firma Multitest. Zu ihren Aufgaben gehört es, elektronische Baugruppen zusammenzusetzen und Fehler in Systemen zu finden. Die 17-Jährige tut das mit Begeisterung.

„An meinem Beruf haben mich die Aufgaben überzeugt“, sagt Tanja. Die 17-Jährige absolvierte während ihrer Schulzeit ein Praktikum bei ihrem heutigen Ausbildungsbetrieb. Dort stellte sie begeistert fest, wie viele Tätigkeiten eine Elektronikerin für Geräte und Systeme ausführt. „Wir lernen, elektronische, mechanische und elektrische Bauteile zu montieren und zu verdrahten, sie zu Systemen zusammenzubauen und in Betrieb zu nehmen. Wir prüfen Geräte auf Fehler. Mein Ausbildungsbetrieb stellt Maschinen her, mit denen man Mikrochips testen kann. Auch am Aufbau der kompletten Systeme sind wir während der Ausbildungszeit beteiligt“, erzählt die Auszubildende. Neben den technischen Aufgaben kommt bei der Arbeit im Team auch die menschliche Seite nicht zu kurz. „Ich habe tolle Kollegen und Kolleginnen“, schwärmt Tanja.

Das Innenleben von elektronischen Geräten ergründen

Die Fehlersuche macht Tanja besonderen Spaß. „Es ist schön, wenn man herausfindet, warum ein Gerät nicht mehr läuft“, sagt sie. „Oftmals liegt es nur an einem kleinen Bauteil, das kaputtgegangen ist. Das kann ein Kabel mit Wackelkontakt sein oder eine durchgeschmorte Platine“, sagt sie. Die fehlerhaften Teile tauscht sie aus. Dann läuft das Gerät wieder. „Es ist unglaublich, dass so kleine Bauteile ganze Maschinen lahmlegen oder funktionieren lassen“, sagt Tanja. Die Fehlersuche ist aber nicht nur spannend. Sie ist für Elektroniker und Elektronikerinnen auch eine der wichtigsten Aufgabenbereiche. „Es gibt kaum mehr ein Gerät, das ohne Mikrochips oder elektronische Bauteile läuft“, sagt die 17-Jährige. „Sie stecken fast überall drin, in Handys, Computern oder Multimediageräten.“

Nicht ohne Fingerfertigkeit und Mathe

Das Wissen um elektronische Vorgänge ist nur die eine Seite des Berufs. Für die täglichen Aufgaben braucht Tanja zudem viel Fingerfertigkeit und handwerkliches Geschick. „Auch Mathematik ist wichtig“, berichtet Tanja. „Schließlich muss ich bei meiner Arbeit oft Schaltungen berechnen“, erklärt sie. Für den Aufbau von Baugruppen nach einem Plan kann sie auch ihre Kenntnisse im Technischen Zeichnen und ihr räumliches Vorstellungsvermögen gut gebrauchen.

Auch Frauen können Elektronik

Dass ihr Beruf besser zu Männern passen würde, hält sie für ein Vorurteil. „Ich bekomme die Elektronik von Anfang an erklärt“, sagt sie. „Ich kann es genauso lernen, wie jeder andere.“ Bestes Beispiel ist eine ihrer nächsten Ansprechpartnerinnen in der Firma. Diese hat vor Jahren schon eine Ausbildung als Elektronikerin bei Multitest absolviert. Kleiden kann sich Tanja im Beruf auch wie sie will. Sie muss sich weder besonders schick zurechtmachen noch muss sie Arbeitskleidung tragen. „Nur Sicherheitsschuhe sind Pflicht. Aber die sieht eh niemand“, lächelt sie. Mikrochips Mikrochips heißen auch integrierte Schaltungen (ICs). Sie sind sehr kleine, verdrahtete elektronische Bauelemente, die auf Halbleitern untergebracht werden. Halbleiter sind Festkörper, die aus einem oder mehreren chemischen Elementen bestehen. Ein Mikrochip entsteht in etwa 350 Produktionsschritten. Es ist besonders wichtig, sämtliche Funktionen vor dem Einbau in das Endgerät zu überprüfen. Die Chips werden deshalb verschiedenen Extrembedingungen (z.B. Hitze, Kälte) ausgesetzt und nach erfolgtem Test, wenn nötig, aussortiert.

Autorin: © planet-beruf.de, „MINT & SOZIAL for you“ (Hrsg. Bundesagentur für Arbeit) 2010

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Autorin / Autor: © planet-beruf.de, „MINT & SOZIAL for you“ (Hrsg. Bundesagentur für Arbeit) 2010 - Stand: 30. März 2010