Greenpicks - Eco & Upcycling Market

Annette Husmann betreibt einen Online-Marktplatz, der auch Upcycling-Produkte anbietet. Im Interview erzählt sie LizzyNet, wie es zur Idee kam und wie sich nachhaltige Produkte verkaufen lassen.

Annette Husmann

Was verbirgt sich hinter dem Namen "Greenpicks"?
Greenpicks - Eco & Upcycling Market ist ein international ausgerichteter, zweisprachiger Online-Marktplatz für Upcycling und nachhaltige Produkte und bietet eine grüne Alternative zu konventionellem Online-Shopping. Die angebotenen Produkte entsprechen den Greenpicks Nachhaltigkeitskriterien. Als Verbraucher kann man daher sicher sein, dass beim Anbau und der Gewinnung der Rohstoffe, bei der Herstellung, bei Lagerung und Transport, also bei der gesamten Wertschöpfungskette alles mit rechten Dingen zugeht. Natur und Umwelt werden nicht mehr als unbedingt nötig belastet, mit Ressourcen wird schonend umgegangen und die beteiligten Arbeitskräfte werden gut behandelt.

Seit wann gibt es das Unternehmen und was war Ihre Motivation, es zu gründen?
Wir sind 2012 mit unserem Online-Marktplatz unter dem Namen "Öko- und Upcycling-Markt gestartet. In der jetzigen Form besteht der Internetauftritt unter dem Namen "Greenpicks" seit Mai 2015. Bei der Gründung stand die Idee im Vordergrund, eine Bühne zu schaffen für Anbieter, Händler, Designer, Kreative von ökologischen und Upcycling-Produkten. Wir waren und sind fasziniert von allem, was dahintersteckt – der Motivation der Menschen, dem Umweltgedanken, der Lust am Schönen und Guten. Und wir wollten und wollen nachhaltigen Konsum fördern. Mit Greenpicks wollen wir ein Bewusstsein für unser Konsumverhalten schaffen, nachhaltige Alternativen aufzeigen und Anregungen für einen nachhaltigen Lebensstil geben. Unsere Vision ist es, möglichst viele nachhaltig hergestellte und langlebige Produkte in die Welt zu bringen – nicht zusätzlich, sondern anstelle von konventionell produzierten Waren.

Wie funktioniert so ein Online-Marktplatz eigentlich genau? Haben Sie Lagerräume?
Bei Greenpicks bieten wir Herstellern und Händlern von nachhaltigen und Upcycling-Produkten die Möglichkeit, ihr Angebot einem breiteren Publikum zu präsentieren. Jeder auf der Internetplattform vertretene Anbieter betreibt dort einen eigenen Shop, in dem die Produkte verwaltet und den Website-Besuchern präsentiert und zum Kauf angeboten werden. Als Endverbraucher bestellt man also direkt beim jeweiligen Anbieter. Wir als Betreiber der Plattform sind Vermittler und kümmern uns um die Bekanntmachung, Technik und Abwicklung im Hintergrund. Eigene Lagerräume haben wir nicht, da jeder Anbieter die bestellten Artikel direkt an die Käufer versendet.

Wie kann man als Hersteller von ökologischen Waren auf Ihrem Online-Marktplatz Anbieter werden? Wie überprüfen Sie, ob das Unternehmen nachhaltig ist?
Aufgenommen werden solche Anbieter, deren Produkte die Greenpicks-Nachhaltigkeitskriterien erfüllen, die sich von Grund auf dem Thema Nachhaltigkeit verschrieben haben, die vorwiegend nachhaltige, ökologische oder Fairtrade-Produkte anbieten (mind. 2/3 des Sortiments). Greenwashing bieten wir keinen Raum. Wie können wir das sicherstellen?
- Überprüfung der Produkte im direkten Kontakt, z.B. bei Messebesuchen.
- Über die Siegel und Label, mit denen die Produkte versehen sind;
- Persönliche Gespräche mit den Unternehmensinhabern, es beruht auch auf gegenseitigem Vertrauen.
- Vernetzung in der Nachhaltigkeitsszene, darüber Informationsgewinnung.

Wie gewinnen Sie Anbieter und Kund_innen?
Anbieter suchen und finden wir durch Messebesuche, Internetrecherche und Networking. In der Zwischenzeit kommen potentielle Anbieter auch aktiv auf uns zu. Kund_innen gewinnen wir über die Sozialen Netzwerke, in denen Greenpicks vertreten ist (Facebook, Twitter, Instagram, Pinterest, Google+, YouTube), über Webseitenbesucher, die unser Online-Angebot bei der Internetsuche finden (Content Marketing, Suchmaschinenoptimierung), über Pressearbeit und durch das Verteilen von Flyern. Anzeigen schalten wir aus Gründen eines kleinen Marketingbudgets nur sehr selten. Ein weiterer wichtiger Faktor ist auch hier das Networking, durch das wir mit Partnern gegenseitig füreinander Aufmerksamkeit erzeugen.

Welche Warengruppen „gehen“ am besten? Gibt es da Veränderungen/ Entwicklungen?
Bei den Upcyclingprodukten verkaufen sich am besten Taschen, Portemonnaies und andere Upcycling-Accessoires.
Zum Thema Müllvermeidung bieten wir Trinkflaschen, Lunchboxen, Baumwollbeutel für den Einkauf von Obst und Gemüse etc. an. - Dieser Bereich erfreut sich eines ständig steigenden Absatzes. Hier wird auch das Angebot immer umfangreicher und vielfältiger. Außerdem werden auch gerne Haushaltsgegenstände zur Aufbewahrung und Geschirr aus nachhaltigen Materialien gekauft und Mode und Zubehör für Babys und Kleinkinder mit steigender Tendenz.

Seit wann bieten Sie auch Upcycling-Waren an und von welchen Anbietern kommen diese? Sind das auch private Anbieter?
Wir bieten Upcycling-Produkte seit der Gründung an. Das Thema Upcycling war gewissermaßen die Initialzündung für die Idee unseres Online-Marktplatzes. Wir haben hier von Anfang an die Linie verfolgt, Gewerbetreibenden und Freiberuflern eine Plattform für den Online-Verkauf ihrer Artikel bereitzustellen. Private Anbieter nehmen wir aus rechtlichen Gründen nicht mit auf.

Was ist Ihr Lieblings-Upcycling-Produkt, das Sie zurzeit im Sortiment haben?
Oh, das ist schwer zu sagen, ich finde ganz viele Upcycling-Produkte super, weil mich die Kombination aus der Nutzung ausgedienter Materialien und kreativen Designideen fasziniert. Schwach werde ich bei den Taschen und Geldbörsen unseres französischen Labels Marron Rouge sowie von Milchmeer ecobags. Da ringe ich auch immer mit mir, weil ich einerseits minimalistischer leben möchte und andererseits die Vielfalt liebe.

Upcycling wird ja immer mehr zum Trend. Wie finden Sie das? Sehen Sie darin auch kritische Aspekte?
Ich finde Upcycling grundsätzlich eine hervorragende Idee, Materialien, die ansonsten im Müll landen würden, ein neues Leben zu schenken. Kritisch ist aus meiner Sicht, dass teilweise Materialien zum Einsatz kommen, die nicht unbedingt als gesundheitsfördernd einzustufen sind. Und darüberhinaus entsteht auch hier stetig eine neue Warengruppe, die zu noch mehr Konsum verleitet. Aus dem Blickwinkel der Nachhaltigkeit betrachtet wäre es für unseren Planeten besser, wenn insgesamt viel weniger Produkte hergestellt und somit deutlich weniger Ressourcen verbraucht würden. Upcycling ist hier meines Erachtens Fluch und Segen zugleich.

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