Buch: Ich knall euch ab!

Morthon Rhue, Autor von "Die Welle", hat sich in seinem neuen Buch mit jugendlichen Attentätern auseinandergesetzt.

Gary und Brendan besuchen - genau wie tausend andere Jungen und Mädchen auch - die Middletown Highschool in Middletown. Doch die beiden sind anders. Anders als alle anderen. Zusammen mit ihren besten und einzigen Freunden Allisson und Ryan sind sie die Außenseiter ihrer Schule. Sie gehören keiner der Cliquen an, die es hier gibt und die außerdem das einzige sind, was zählt. Gehört man nirgendwo dazu, wird man nicht beachtet, sondern geärgert oder sogar gequält. Die andere führen sich ihnen gegenüber auf, als hätten sie keine Existenzberechtigung. Und das ist es, was die vier täglich mitmachen müssen.

Was passiert.....?

Gequält? In der Schule? Kann doch nicht sein. Es gibt doch schließlich Lehrer, die dafür sorgen, dass es keine Prügeleien und Ungerechtigkeiten gibt und dass alles ordentlich verläuft. Na ja, eigentlich sollte das jedenfalls so sein.

An der Middletown Highschool gibt es dieses Jahr wieder ein überaus gutes Football-Team, das für die Schule spielt und im Moment jede Menge Spiele gewinnt. Zu den Footballspielern gehören natürlich nur die größten, stärksten und coolsten Jungs der Schule. Und die benehmen sich, als wären sie etwas besseres als alle anderen. Sie nehmen sich jede Menge raus und befolgen die Regeln, die für alle gelten, einfach nicht.

Brendan

Und genau das macht vor allem Brendan wütend. Brendan wird von seinen Freunden, bevor er in der siebten Klasse mit seiner Familie von Springfield nach Middletown zieht und auf diese Highschool gehen muss, als witzig, sportlich, schlagfertig, cool und klug beschrieben. Aber vor allem soll er einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit haben. Und den behält er auch nach seinem Umzug. Leider weichen alle anderen Eigenschaften der rasenden Wut und Verzweiflung über die Diskriminierung, die er und seine Freunde an der neuen Schule jeden Tag durchmachen müssen, weil sie anders sind als die anderen. Weil sie Football nicht als toll ansehen, den Spielern nicht zujubeln. Muss denn jeder Fan sein?
Ja, jeder muss Fan sein. Und wenn nicht, wird er halt von den Spielern verprügelt. Die Lehrer sehen weg. Wahrscheinlich haben sie selbst Angst davor. Brendan kämpft für Gerechtigkeit, für sich selbst, für seine Rechte - doch er verliert. Sie sind zu viele.

Gary

Gary ist ein sehr ruhiger Junge. Er ist außerordentlich klug und wird von seinen Lehrern als höflich und nett beschrieben. Er macht das, was man ihm aufträgt und seine Klassenarbeiten sind immer tadellos. Außerdem ist er ein Computergenie - zu Hause sitzt er ständig vor der Kiste. Garys Eltern haben sich scheiden lassen und er leidet noch immer sehr darunter. Er hängt zwischen seinen Eltern. Seine Mutter gibt im Nachhinein zu, ihn manchmal dazu benutzt zu haben, von ihrem Ex-Mann das zu bekommen, was sie wollte. In der Schule wird Gary gehänselt, weil er dicker ist als die meisten Kinder. Seine Lehrer denken sich nichts dabei - "so sind Kinder halt". Gary leidet eher still, wenn die stärkeren Jungen einen von ihnen wieder einmal anrempeln, gegen die Tafel schubsen oder eine Tasche von der Schulter reißen. Ryan, Gary und Brendan haben nicht viele Möglichkeiten auf so etwas zu reagieren. Meistens sind sie stinksauer, schimpfen und stellen sich vor, sie könnten den Kerlen einmal das gleiche antun. Zu Hause spielen sie am Computer 'Ballerspiele' um sich abzureagieren und schießen alles kurz und klein, was ihnen auf den Bildschirm kommt.

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Autorin / Autor: Linus - Stand: 5. September 2002