Die Hirngespinste des Thomas D.

Im Roman 'Die Hirngespinste des Thomas D.' des norwegischen Autors Tom H. Dalbak geht es um einen 19-jährigen Jungen, der aufgrund seines Aussehens viele Probleme hat, die er aber auch z.T. selber provoziert.

Thomas Dahl, ein Außenseiter mit abstehenden Ohren, verliebt sich in ein wunderhübsches und sexy Girl aus seiner Klasse. Aber wegen seines Aussehens ist es ihm nicht vergönnt, die Liebe zu dem Mädchen Iselin aufrecht zu halten. Dass sie nichts von ihm wissen will, scheint mit seinen Ohren zusammenzuhängen. So redet er sich ein, dass hässliche Menschen eben andere Seiten ihrer Persönlichkeit herauskehren müssen, um anerkannt und geliebt zu werden. So versucht er lauter verrückte Sachen, um Iselin für sich zu gewinnen. Doch vergeblich - egal was er versucht: Iselin bleibt immer außerhalb seiner Reichweite. Doch eines Tages entdeckt er in der Zeitung das Bild einer Finnin. Sie heißt Ylva und deren Ohren sehen den seinen verblüffend ähnlich. Überzeugt davon, dass sie zusammen gehören, macht er sich auf dem Weg zu seiner neuen Liebe.

Wenn ein hässliches Entlein ein hässliches Entlein bleibt....

Diese Geschichte spielt sich in Norwegen ab. Das Ganze fängt damit an, dass Thomas sich als kleiner Junge fragt, warum das berühmt-berüchtigte hässliche Entlein sich zu einem schönen Schwan verwandelt hat. Thomas ist auch ein hässliches Entlein - wird es aber immer bleiben. Nach außen hin ist er einfach nur ein besserwisserischer Außenseiter, der einfach nur ein Volltrottel ist. Doch nach innen findet man aber auch Emotionen und Erregungen. Im Grunde genommen ist er genau wie die anderen: Er geht seinen Hobbys nach, schwärmt für vollbusige Frauen etc. Doch da er weiß, dass er anders ist als die anderen Jungs in seinem Alter(zumindest nach außen hin), will er sich auch entsprechend verhalten. Er will nicht so sein wie die anderen. Also versucht er sich gegen sie aufzulehnen, indem er z.B. nicht wie die anderen Fußball spielt oder die coolsten Hosen mit Labels trägt. So versucht der etwas naive, aber auch mutige Neunzehnjährige Halt in seinem Leben zu finden.

Crazy!

Meiner Meinung nach, ist dieses verrückte, aber auch einfühlsame Buch nichts für Kinder, die gerade erst lesen können, da in diesem Buch Themen angesprochen werden, die eben eher was für Große sind;). Denn Thomas malt sich in den schönsten Farben aus, wie es wäre, eine Nacht mit seiner Geliebten zu verbringen. Außerdem ist das Buch etwas anspruchsvoller, weil sehr viele geschichtliche Hintergründe und Daten über Autoren miteinbezogen werden. Was man aber sehr schnell erkennt ist, dass Thomas nicht einer der Jungs ist, die mit tränengefüllten Augen durch die Welt latschen und sich selber leid tun. Er weiß, dass er bei den Menschen in seiner Umgebung nicht gut ankommt und deswegen oft gehänselt oder -noch schlimmer- geschlagen wird. Deshalb versucht er, sie mit geistigen Keulen zu schlagen. D.h. er gibt nicht mutlos auf, sondern er ist ein richtiges Steh-auf-Männchen. Er versucht es immer wieder, obwohl er weiß, dass er sich immer mehr blamiert. Und dabei steht er zu sich. Und ich denke, gerade das fasziniert uns an Menschen. An der Stelle, wo ich aufgegeben hätte, macht er seelenruhig weiter.

Den Glauben an sich selbst nicht verlieren

Fazit: Man lernt nicht "nur" eine ganze Menge über Autoren und Kriege, sondern man lernt auch den Glauben an sich selbst nicht zu verliern. Und dass man sich bei bestimmten Dingen wehren und nicht immer das Gleiche machen muss wie die anderen, nur um dazuzugehören.

Autorin / Autor: Aalexiel - Stand: 31. Januar 2003