Mit Neuem gegen Falschmeldungen

Detailreiche Gegenargumente mit neuen Informationen können helfen, fake news richtigzustellen

Die meisten kennen das Phänomen: Ist einmal eine Falschmeldung im Umlauf, ist sie nur schwer wieder aus den Köpfen zu kriegen. Darum sind Richtigstellungen oft wenig erfolgreich und werden gerne ignoriert. Wer heute liest, dass Helene Fischer Ladendiebstahl begangen hat, den interessiert morgen kaum noch, dass das eine reine Erfindung war.

Fehlinformationen sind dafür berüchtigt, recht hartnäckig geglaubt zu werden und damit natürlich großen Schaden anzurichten. Wie man nun mit fake news umgehen kann, was man ihnen entgegensetzen und wie man Menschen davon überzeugen kann, dass die von ihnen so sehr geglaubten "Fakten" keine sind, das haben Wissenschaftler_innen um Man-pui Sally Chan von der University of Illinois at Urbana-Champaign untersucht.

Sie werteten verschiedene Studien zum Thema mit insgesamt 6.878 Testpersonen aus. In den von 1994 bis 2015 publizierten wissenschaftlichen Arbeiten standen Falschmeldungen in sozialen Netzwerken und auf Newsseiten im Fokus. Darin ging es zum Beispiel um Raubüberfälle, Untersuchungen zu einem Kaufhausbrand oder die Positionen politischer Kandidaten. Die Forscher_innen analysierten die wissenschaftlichen Arbeiten daraufhin, wie falsche Informationen präsentiert wurden und ob und wie Richtigstellungen Erfolg hatten.

Als falsch bezeichnen ist nicht genug
Dabei kam heraus, dass es offenbar nicht ausreicht, zu verbreiten, dass eine Nachricht falsch oder fehlerhaft ist. Stattdessen hätten detaillierte Gegenargumente, die auch neue und weiterführende Informationen böten, mehr Aussicht auf eine erfolgreiche Korrektur. Je mehr Details die Richtigstellung enthalte, desto mehr Chancen habe sie, zu überzeugen.

Auch die Einbeziehung der falsch Informierten helfe, fake news als solche zu entlarven. Die Betroffenen müssten Fragen dazu stellen und Kommentare abgeben dürfen und eigene Erklärungen dafür entwickeln, warum eine Meldung falsch war.

Als Maßnahmen, um Fehlinformationen wirksam zu bekämpfen, geben die Forscher_innen folgende Empfehlungen:

- Wer fake news richtig stellen will, soll nicht unbeabsichtigt und detailliert Überlegungen wiederholen und wiederkäuen, die die fake news unterstützen
- Bildungseinrichtungen sollten eine gesunde Skepsis fördern. Wenn Missinformationen korrigiert werden, sollen die Betroffenen in die Diskussion miteinbezogen und angehalten werden, selbst Gegenargumente zu finden
- Richtigstellungen sollten von neuen Informationen begleitet werden und nicht bloß die ursprüngliche Meldung als falsch abkanzeln.

Die Ergebnisse erscheinen im Fachjournal Psychological Science.

Quelle:

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Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung - Stand: 14.09.2017
 
 

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