Sommergewitter

Autorin: Kristina Dunker
Packende Geschichte über einen schönen Sommertag, der dunkle Geschichten ans Licht bringt.

Der Jugendroman "Sommergewitter" wurde von Kristina Dunker geschrieben. Kristina Dunker erzählt in der Ich-Form von dem mysteriösen Verschwinden eines 16 jährigen Mädchens.

Der Roman spielt in unserer Zeit in der Nähe von Münster in Nordrheinwestfalen. Ginie wohnte bis jetzt mit ihrem Vater in Berlin. Ihre Mutter starb schon sehr früh. Nun soll sie bald zu ihrer Cousine und deren Familie in die Nähe von Münster, in eine Einfamilienhaussiedlung, ziehen. Deshalb besucht sie Annika erst mal für ein Wochenende. Der beliebteste Ort bei den Jugendlichen ist im Sommer der Baggersee mit seinem blauen klaren Wasser, den kleinen Buchten und dem Wald drumherum. Der See ist jedoch eigentlich nicht zum Baden freigegeben. Daran hält sich allerdings keiner, obwohl vor vielen Jahren einmal eine junge Frau dort ertrunken ist.
Zusammen mit Ginie und ihren drei besten Freunden Steffi, Jonas und Rüdiger fährt Annika wie jeden Tag zum See. Die sechzehnjährigen Freunde vertrauen sich voll und ganz, bis Ginie sich bei ihnen abmeldet, um mal kurz in die Büsche zu gehen und anschließend nicht wieder auftaucht. Als sie nach einer Dreiviertelstunde noch immer nicht zurück gekommen ist, macht sich das Kleeblatt auf, um sie zu suchen. Als dann auch noch ein sehr heftiges Sommergewitter ohne große Ankündigung losbricht, müssen sie die Eltern über das fast dreistündige Fehlen von Ginie informieren. In den nächsten Stunden voller Hoffen, Bangen und Verzweifeln kommen Geschichten ans Licht die Annika nie vermutet hätte. Ist einer aus der Clique schuld an Ginies Verschwinden? Der Verdacht fällt auf einen der Freunde, der an diesem Nachmittag sehr lange alleine unterwegs war und Annikas heile Welt wird total auf den Kopf gestellt - ob sich alles klären wird?

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es war schön ge- und beschrieben und interessant erzählt, da die Gespräche, die so einiges ans Licht bringen, gefühlvoll geschildert werden. Man versteht durch die Natürlichkeit der Personen und Gespräche die Dramatik, die eigentlich dahinter steckt. Einige Stellen waren sehr rührend und packend geschildert und ich konnte mich gut in die Gefühlslage hineinversetzen. Am Anfang der Geschichte hätte man nicht gedacht, dass das Verschwinden einer vertrauten Person so viele Geschichten ans Licht bringen würde. Dennoch ist es kein Krimi, keine Liebesgeschichte und kein Fantasieroman. Es ist ein Roman, der unter die Haut geht, der jeden jeden Augenblick treffen kann. Eine Alltagsgeschichte von der man weiß, dass sie  jeden Tag auf der Welt passiert, aber von der man nicht denkt, das sie auch einem selbst passieren konnte, denn man kennt die Mitmenschen ja so gut - oder doch nicht?
Das Buch habe ich innerhalb von 2 Tagen ausgelesen. Es las sich leicht und verständlich, denn es ist nicht in sturer Schriftsprache, sondern in Jugendsprache verfasst. Es ist nicht in Kapiteln, sondern in eine Art Protokoll von Tag und Uhrzeit gegliedert. Dadurch fällt es einem schwer, es für eine Lesepause aus der Hand zu legen.

Autorin / Autor: nanolie - Stand: 28. Juni 2004