Hass ist keine Meinung

Deutschland beteiligt sich an der europaweiten  "No Hate Speech" Kampagne

Wer sich bei Twitter, Facebook und all den anderen Sozialen Netzwerken aufhält und dort sein Engagement für Flüchtlinge, seine Meinung gegen Rassismus oder Sexismus kundtut oder für eine weltoffene Gesellschaft einsteht, wird immer öfter mit beleidigenden Kommentaren zugeschüttet. Auch die Hetze gegenüber Journalist_innen, Blogger_innen und Politiker_innen nimmt immer besorgniserregendere Züge an: Von hämischen Kommentaren bis hin zu Gewalt- und Todesdrohungen (auch gegen deren Familien). Hetze, Hass und Diskriminierung werden zunehmend im Internet verbreitet, besonders in Sozialen Netzwerken, aber nicht nur dort, denn auch die Kommentarspalten von Online-Nachrichtenmagazinen werden immer mehr von hasserfüllten und verletzenden Posts überflutet. Da diese Tendenz leider traurige Realität in vielen Ländern geworden ist, hat der Europarat die Aktion "No Hate Speech Movement" ins Leben gerufen, um gegen Hass und Diskriminierung im Internet vorzugehen. Ziel der Kampagne soll es sein, Menschen dazu zu bewegen, sich offensiv gegen Hetze zu positionieren, Gegenstrategien zu entwickeln und von Hatespeech Betroffene zu unterstützen.

Seit 29. Juni läuft die Kampagne nun auch in Deutschland und wurde beim Auftakttreffen des Nationalen Kampagnen Komitees in Berlin von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig gestartet. "Hass ist keine Meinung. Auch nicht im Internet. Mit der 'No hate speech' Kampagne wollen wir in Deutschland ein weiteres Zeichen setzen gegen Hass und Gewalt. Wir möchten Menschen darin unterstützen sich für Demokratie einzusetzen und sich gegen Hass und Diskriminierung zu wehren - online wie offline", sagte Manuela Schwesig.

Koordiniert wird die "No Hate Speech" Kampagne in Deutschland durch die Neuen deutschen Medienmacher, einem bundesweiten Zusammenschluss von über 1000 Medienschaffenden mit unterschiedlichen kulturellen Wurzeln. Sie wollen insbesondere Jugendliche und junge Medienschaffende beim Umgang mit Hate Speech in Online-Medien stärken. Manuela Schwesig: "Auch Medienschaffende möchten wir mit der Kampagne ansprechen und sie motivieren, sich für mehr Vielfalt in den Medien einzusetzen. Denn die Darstellung gesellschaftlicher Vielfalt in Tageszeitungen, Online-Portalen oder in Fernsehnachrichten trägt dazu bei, dass Stereotype und Vorurteile abgebaut werden können."  Geplant sind unter anderem Austauschveranstaltungen oder die Erstellung Anleitungen, was man gegen Hassrede tun kann.

LizzyNet und Kim Salomon stellten Wettbewerb bei Fachtagung Hate speech vor
Am 1. Juli fand in Köln eine Fachtagung für Fachkräfte aus Jugendhilfe und Schule statt, bei der das Thema Hate speech und Hass im Netz diskutiert wurde. Dort stellte auch LizzyNet den Wettbewerb #netzheldin vor und Kim Salomon präsentierte ihren Gewinner-Text, der in Form eines offenen Briefes besonders die sexistische Seite von beleidigenden Internetkommentaren aufdeckt.

Unter den Redner_innen waren unter anderem Johannes Baldauf von der Amadeu Antonio Stiftung, die Journalistin und Netz-Aktivistin Kübra Gümüşay, Katharina Weber vom Verein Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V. und Aycha Riffi vom Grimme-Institut. Organisiert wurde die Veranstaltung gemeinsam von der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM), dem LVR-Landesjugendamt und der AJS (Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Landesstelle NRW e.V.).

Zur Fachtagung erscheint zudem die neue Broschüre „Hate Speech – Hass im Netz“. Sie soll Fachkräfte und Eltern mit Informationen und Handlungsempfehlungen unterstützen, um Gegenstrategien  zu entwickeln. Dazu enthält sie konkrete Tipps für die (medienpädagogische) Arbeit mit Jugendlichen. Herausgeber sind AJS
und LfM in Kooperation mit klicksafe. Zu bestellen über www.lfm-nrw.de bzw. zum Download unter www.ajs.nrw.de (ab 29.Juni).

Mehr Informationen auf der Website

Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 1. Juli 2016
 
 
 

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