Männerberufe, die keine mehr sind?

Laut BIBB-Studie gibt es mehr Bäckerinnen, Lackiererinnen und Tischlerinnen

Die gute Nachricht zum Girls´day am 28. April lautet: In rund 80 von 105 „Männerberufen“ ist der Anteil weiblicher Azubis in den letzten zwölf Jahren gestiegen. Zwar kann man nicht von einer Extremsteigerung  sprechen – im Durchschnitt etwa 0,2 Prozentpunkte pro Jahr und Beruf –, aber immerhin ist ein Trend erkennbar. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) anlässlich des „Girls‘ und Boys‘ Day 2016“. „Männerberufe“ werden dann so genannt, wenn der Anteil der Männer in dem Beruf bei über 80 % liegt. Typische „Männerberufe“ sind zum Beispiel viele Bau-, Metall- und Elektroberufe.

Besonders drei Handwerksberufen gelang es, mehr junge Frauen für eine Ausbildung zu gewinnen: Im Beruf „Bäcker/-in“ stieg der Anteil junger Frauen zwischen 2004 und 2015 um 7,7 % auf 25,9 %, im Beruf „Maler/-in und Lackierer/-in“ um 6,5 % auf 15,9 % und im Beruf „Tischler/-in“ um 5,0 % auf 12,2 %. Der Zuwachs des Frauenanteils im Beruf „Bäcker/-in“ ist sogar so groß, dass dieser Beruf inzwischen nicht mehr zur Kategorie der typischen „Männerberufe“ gehört, so das BIBB.

Frauen, die sich für eine Ausbildung in typischen „Männerberufen“ entscheiden, können eine höhere Ausbildungsvergütung erwarten als in den typischen „Frauenberufen“, bei Männern, die in sogenannte „Frauenberufe“ einsteigen, ist das anders. Dort liegen die Vergütungen im Schnitt niedriger. Das ist auch der Grund, warum junge Männer immer noch eher typische „Frauenberufe“ meiden, denn für sie ist der Verdienst ein wichtigerer Faktor in der Berufswahl. Während sich also zunehmend mehr Frauen für „Männerberufe“ interessieren, wechseln nur wenige junge Männer das Berufsfeld. Ihr Anteil in den typischen „Frauenberufen“ hat sich in den letzten zwölf Jahren im Schnitt kaum verändert. zu den typischen „Frauenberufen“ zählen zum Beispiel Medizinische Fachangestellte, Zahn- oder Tiermedizinische Fachangestellte, Floristin, Frisörin und Kosmetikerin.

Zu den positiven Ausnahmen bei der Entwicklung des Männeranteils in „Frauenberufen“ zählen unter anderem jene beiden – Justizfachangestellte und Milchwirtschaftliche Laborantin –, deren Vergütung zumindest über dem Durchschnitt aller Berufe liegt. In diesen beiden Berufen hat sich der Männeranteil seit 2004 signifikant erhöht – im Schnitt um 0,4 Prozentpunkte pro Beruf und Jahr.

Für BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser zeigt die BIBB-Analyse, dass Initiativen wie der „Girls’ und Boys’ Day“ Zeit benötigen. „Zwar stellen wir nach wie vor fest, dass viele Ausbildungsberufe einseitig von nur jeweils einem Geschlecht nachgefragt werden. Solchen Einseitigkeiten entgegenzuwirken braucht offenbar viel Geduld und Zeit. Andererseits zeigen die Ergebnisse aber auch, dass sich etwas bewegen lässt.“

Das BIBB hat bei seiner Analyse Berufe mit jeweils mindestens 100 neuen Ausbildungsverträgen im Jahr 2004 berücksichtigt.

Weitere Ergebnisse finden sich in der zum „Girls’ und Boys´ Day 2016“ erstellten Datenauswertung „‘Männerberufe‘ sind für Männer nicht mehr ganz so typisch. Entwicklungen des Frauenanteils in einseitig männlich dominierten Berufen von 2004 bis 2015“. Die Analyse kann im Internetangebot des BIBB unter www.bibb.de/de/8475.php kostenlos heruntergeladen werden.

Quelle:

Autorin / Autor: Redaktion/ Pressemitteilung - Stand: 28. April 2016
 
 
 
 
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