Elektroniker_innen haben die besten Aussichten auf einen Job

Wissenschaftsladen Bonn hat sich den Arbeitsmarkt um Erneuerbare Energien angeschaut

Wer in den Erneuerbaren Energien arbeiten möchte, hat bei den Unternehmen momentan mit einer Ausbildung zur Elektroniker_in die besten Chancen. Das fand eine kürzlich erschienene Arbeitsmarkt-Studie des Wissenschaftsladen Bonn e. V. (WILA Bonn) zu technischen Ausbildungsberufen im Bereich Erneuerbare Energien heraus, für die neun Monate lang über 20.000 Stellenanzeigen aus 223 Quellen (Tageszeitungen, Fachzeitschriften, Firmenportale und Online-Jobbörsen) ausgewertet wurden.

Gute Jobaussichten haben momentan vor allem diejenigen, die im Windenergiesektor arbeiten möchten. Dort ist der Bedarf an ausgebildeten technischen Fachkräften enorm: 43 Prozent der Stellenanzeigen stammen aus Unternehmen dieses Bereichs. Es folgen mit 16 Prozent die Gebäudetechnik und mit 15 Prozent der Bereich Photovoltaik. Ein genauerer Blick in die Studie verrät: Windenergieunternehmen suchen Fachkräfte mit ganz verschiedener technischer Ausbildung. Neben Metallbauer_innen sind das beispielsweise Elektroanlagenmonteur_innen oder Technische Zeichner_innen.

Gesucht werden in den Erneuerbaren Energien zurzeit verstärkt technische Fachkräfte für den Service, also jene, die sich um Reparatur und Wartung von Anlagen der Erneuerbaren Energien kümmern. Jede zweite ausgewertete Stellenanzeige spricht technische Servicekräfte an, jede vierte Fachkräfte für Installation, jede zehnte Fachkräfte für Planung. Besonders nachgefragt ist technisches Servicepersonal im Übrigen im Bereich Biogas.

Neben dem technisch-fachlichen Hintergrund sind aber noch weitere Qualifikationen wichtig: Gute Anstellungschancen in den Erneuerbaren Energien hat, wer Englisch spricht. In einem Drittel der Stellenanzeigen wurde die Beherrschung der Fremdsprache vorausgesetzt.

Auch in den Erneuerbaren Energien sind viele Unternehmen mittlerweile international aufgestellt. Für Fachkräfte heißt das: Sie sollten unter Umständen bereit sein, im Ausland zu arbeiten. Bei gut 10 Prozent der Stellen wird diese Bereitschaft gefordert. Für viele technische Berufe der Erneuerbaren Energien sollte man zudem wetterfest sein. Fast jede vierte ausgebildete Fachkraft in den Erneuerbaren Energien arbeitet unter freiem Himmel.

Keine duale Ausbildung qualifiziert speziell für das Arbeitsfeld der Erneuerbaren Energien
Es existiert in Deutschland keine duale Ausbildung, die speziell für das Arbeitsfeld der Erneuerbaren Energien qualifiziert. Vielmehr führen verschiedene Ausbildungen in die Erneuerbaren Energien. Jugendliche, die heute eine Ausbildung als Elektroniker_in anfangen, können sicher davon ausgehen, einen Job in den Erneuerbaren Energien zu finden. In 42 Prozent aller Stellenanzeigen wird nach elektrotechnischen Fachkräften gesucht. Aber auch Anlagenmechaniker_innen für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (17 Prozent) und Mechatroniker/innen (16 Prozent) haben gute Aussichten auf eine Anstellung.

Auch Personen mit auf den ersten Blick nicht so einschlägiger Ausbildung können den Einstieg in den Bereich Erneuerbare Energien schaffen. Dazu zählen zum Beispiel Dachdecker_innen oder auch Land- und Forstwirt_innen, die eine ganze Reihe von technischen Qualifikationen mitbringen, die in den Erneuerbaren Energien gefordert sind. Das Arbeitsfeld ist also ziemlich durchlässig. Die Studie nennt insgesamt 31 Aus- und Weiterbildungsberufe, mit denen man in den Erneuerbaren Energien arbeiten kann.

Hintergrund
Die Arbeitsmarktanalyse ist Teil des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „Serena“. Neben dem WILA Bonn sind an ihm die Technische Universität Dresden und das Game Studio „the Good Evil“ beteiligt. Innerhalb des Projekts wird ein Serious Game, ein Computerspiel mit Lerninhalten, für Mädchen zu technischen Ausbildungsberufen der Erneuerbaren Energien entwickelt. Ergebnisse der Studie fließen in die Gestaltung der Spielhandlung mit ein. Daneben informiert der WILA Bonn mit „Energiewende schaffen – Ausbildung und Studium für die Zukunft“ in einem zweiten Projekt Jugendliche über berufliche Möglichkeiten im Bereich der Erneuerbaren Energien.

Quelle

Autorin / Autor: Pressemitteilung/ Redaktion - Stand: 21. April2 015
 
 
 
 
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