Wissenschaftlerinnen werden seltener zitiert

Studie untersucht Genderaspekte in der deutschen Forschungslandschaft

Obwohl die Anzahl und der Anteil der weiblichen Forscher in Deutschland kontinuierlich steigt (von 28,2% im Jahr 2010 auf 30,9% im Jahr 2014) bleibt die Anzahl der Studienveröffentlichungen der Wissenschaftlerinnen in diesem Zeitraum auf nahezu unverändertem Niveau. Das stellt der Studien-Report "Mapping Gender in the German Research Area" fest, für den der Wissenschaftsverlag Elsevier 709.000 veröffentlichte Dokumente von mehr als 405.500 Forscher_innen ausgewertet hat. Demnach veröffentlichen die Forscherinnen nicht nur weniger (im Schnitt 2,07 Publikationen pro Jahr zwischen 2010- 2014, während die männlichen Kollegen auf 2,34 Publikationen kommen), sondern ihre Veröffentlichungen werden auch seltener zitiert.

Dabei scheinen jüngere Forscherinnen noch weniger zu veröffentlichen als erfahrenere, denn wenn die erste Publikation weniger als fünf Jahre zurück liegt, beträgt der Abstand zwischen Männern und Frauen 9,9 Prozent. Nach zehn Jahren - in der Regel sind männliche und weibliche Forscher dann in leitenden Positionen angekommen- beträgt er dagegen nur noch 3,4 Prozent. In der Mitte der wissenschaftlichen Karriere veröffentlichen Frauen sogar 17,6 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen, was vermutlich an der Familiengründungsphase liegt.

Interessant ist auch, dass in Deutschland veröffentlichte Studien von Frauen international kooperativer sind (53,9%). Während gemischtgeschlechtliche Publikationen einen interdisziplinäreren Ansatz haben, sind sie weniger international als "Mono-Gender Publikationen", so die Studie. Rund 48,4% der deutschen Publikationen mit nur weiblichen oder nur männlichen Autoren zwischen 2010-2014 waren internationale Kooperationen, während gemischtgeschlechtliche Publikationen nur auf 37,6% kamen.

Bezogen auf die Themenwahl stellt die Untersuchung fest, dass Forscherinnen in Fachbereichen mit "Männerüberhang" (zum Beispiel Physik und Astronomie) eher zu ähnlichen Themen wie ihre männlichen Kollegen forschen, während sie sich in Fachbereichen mit ausgewogenerer Geschlechterverteilung (wie zum Beispiel Biochemie, Genetik und Molekularbiologie) auf verschiedene Themen konzentrieren.

"Die Maximierung des Potenzials von Forscherinnen ist eine wichtige Frage für künftige Gesetze, Richtlinien und Förderprogramme. Es ist der Schlüssel zu Finanzierungsprogrammen und Maßnahmen, die Junior- und mittlere Senior-Forscherinnen unterstützen, damit sie nicht hinter ihren männlichen Kollegen aufgrund familiärer Verpflichtungen zurückbleiben müssen", so die Schlussfolgerungen der Studienautorinnen. "Während die Produktivität und Zitierhäufigkeit der Forscherinnen auf der Führungsebene nah an denen ihrer männlichen Kollegen liegt, muss man sich Gedanken darüber machen, wie man die Forscherinnen auf der mittleren Führungsebene stärken kann, damit mehr Frauen Führungspositionen erreichen und nicht in den höchsten Rängen unterrepräsentiert sind."

Die Studie im Wortlaut

Autorin / Autor: Pressemitteilung/ Redaktion - Stand: 9. November 2015
 
 
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