Hä-Forschung: Von Bienenstichen und Dino-Hühnern

Ig-Nobelpreise 2015 für unwahrscheinliche Forschung verliehen

Am 17. September wurden die Ig® Nobel Prizes verliehen. In der feierlichen Zeremonie, in der die Preisträger tradionellerweise mit Papierfliegern beworfen werden, wurden solche Forscher_innen geehrt, die mit besonders skurrilen, mutigen, verrückten oder auch sinnlosen Forschungsarbeiten herausgestochen sind.

Begeistert haben in der Kategorie "Literatur" etwa Mark Dingemanse, Francisco Torreira und Nick Enfield vom Max-Planck-Institut für Psycholinguistik. Sie haben - praktisch als Nebenprodukt einer größeren Arbeit - untersucht, ob kleine "Wörtchen wie "Hä" , "Häh" oder "Huh" universell sind, also von allen Menschen auf der Welt gleichermaßen verwendet werden. (Ja, werden sie!)

In der Sparte Chemie überzeugten Forscher_innen mit einem chemischen Rezept, wie man ein Ei nicht ganz kocht. Hä?

Wieviele Kinder kann Mulai Ismail der Blutige tatsächlich gezeugt haben?
Handfester wurde es im Bereich Mathematik. Da hat ein Team akribisch berechnet, ob Mulai Ismail der Blutige, einstiger Herrscher von Marokko, es wirklich geschafft haben kann, zwischen 1697 und 1727 angeblich 888 Kinder zu zeugen. Falls es euch interessiert: Ja, rein theoretisch wäre das möglich gewesen. Die Mathematiker_innen berechneten, wie oft er pro Tag Geschlechtsverkehr hätte haben müssen (mindestens 1 1/2 mal pro Tag) und wieviele Haremsdamen dafür vonnöten gewesen wären.

Die Gewinner des IG-Nobelpreises im Bereich Medizin zeigten sich besonders findig in innovativen diagnostischen Verfahren. Das Fahren über einer Bodenschwelle soll der Studie zufolge besonders treffsicher Auskunft über eine Blinddarmentzündung geben: wenn es weh tut, zum Arzt ;-):

Wo Bienenstiche am schmerzhaftesten sind
Der US-Forscher Justin Schmidt hingegen hat eindrucksvoll belegt, dass Forscher für ihre Forschung auch die schlimmsten Schmerzen über sich ergehen lassen. Er hat am eigenen Leib untersucht, wo Bienenstiche am schmerzhaftesten sind (Oberlippe, Penis, Nasenflügel). Autsch! Dafür wurde er mit einem Preis für Physiologie belohnt.

Walk like a Dino
Der Biopreis ging an Forscher_innen, die zeigen konnten, dass Hühner so ähnlich wie Dinos laufen, wenn man ihnen ein Gewicht an den Hintern hängt (Hä? Wie kommt man denn bitte auf sowas?).

Außerdem gab es Preise für eine Studie zu den positiven Auswirkungen intensiven Küssens, für die Erkenntnis, dass  Säugetiere unabhängig von ihrer Größe zum Entleeren ihrer Blase stets um die 21 Sekunden brauchen, eine Untersuchung zu Führungskräften mit Faible für's Risiko, weil sie in ihrer Kindheit Naturkatastrophen unbeschadet überstanden haben sowie an Wissenschaftler_innen für den Vorschlag, Polizisten in Thailand einen extra Lohn zu zahlen, wenn sie Bestechungsgelder ablehnen.

Fantasievoll und anregend
Die Verleihung der IG Nobel-Preise ist stets kurz vor Verleihung der echten Nobelpreise angesiedelt. Sinn des Spaßpreises ist es, erst zum Lachen und dann zum Nachdenken anzuregen. Die Initiatoren wollen sich nicht unbedingt lustig machen, sondern auch fantasievolle und kreative Forschungsarbeiten würdigen, die Laien für Wissenschaft und Technologie begeistern können.

Die ironische Auszeichnung wird von Wissenschaftler_innen wegen ihres absoluten Kult-Status in der Regel gerne angenommen. Schließlich finden sich unter den Preisträger_innen auch überaus renommierte Wissenschaftler_innen und sogar ein waschechter Nobelpreisträger (Physik-Nobelpreisträger von 2012 Andre Geim).

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Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 21. September 2015
 
 

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