Süßer Sieg

Studie zu emotionalem Essverhalten: Wer traurig ist, schmeckt noch saurer – und greift lieber zu Süßem

Tröstest du dich auch gerne mal mit einem Stückchen Schokolade? Einem Riegel? Oder einer Tafel? Unsere Emotionen wirken sich auf unseren Geschmack aus und darauf, ob wir gerade Lust auf etwas Süßes haben oder ob uns doch eher nach Salzigem ist. Wie genau, das haben jetzt ForscherInnen der Cornell University untersucht.

Sie haben beobachtet, wie sich die Ergebnisse von Hockeyspielen auf die Fans der Mannschaften und ihre Geschmackswahrnehmung auswirken. Schmecken nach einer Niederlage Zitronen besonders bitter oder Süßigkeiten noch süßer? Scheint fast so! Mit 550 Hockeyfans haben sie den Test gemacht. Am Ende eines jeden Spiels gaben die ForscherInnen ihnen ein salziges Karamel-Eis und ein Zitronen-Sorbet. Das salzige Karamel-Eis kam generell besser an als das saure Sorbet. Wenn die Heimmannschaft gewann, bekamen die ZuschauerInnen allerdings mehr Lust auf das Sorbet als bei einem verlorenen Spiel. Das heißt, dass die TeilnehmerInnen bei einem Sieg auch das weniger favorisierte Essen genossen. Bei einer Niederlage hingegen schmeckte den traurigen Fans das saure Sorbet noch saurer – sie verzichteten und griffen lieber zum Süßen.

Wir lassen uns beim Essen von unseren Emotionen beeinflussen, ist die Schlussfolgerung. Wenn wir fröhlich sind, geben wir uns auch mit Lebensmitteln zufrieden, die wir nur so lala finden. Das, was wir nicht so gerne mögen, wird unter schlechter Laune allerdings noch unappetitlicher. Deshalb greifen wir aus Frust schneller zu dem Leckersten, das wir gerade in die Finger kriegen: vor allem nach Süßem und Ungesundem.

Quelle

Stichworte

Geschmacksempfinden  Süß, sauer, salzig

Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 24. Juli 2015