Strandgut

Autorin: Gerlinde Kurz
ab 12 Jahren

In dem Buch Strandgut geht es darum, dass in einer Schule ein Virus ausbricht und Jakob und Hannah auf eine Nordseeinsel zu Hannahs Tante Wiebke geschickt werden um vor dem Virus verschont zu bleiben. Die drei besuchen Wiebkes Nachbarin Stine, die nach einem Sturz ein neues Hüftgelenk brauchte, in der Rehaklinik. Als Stine Jakob sieht, redet sie ganz verwirrt und spricht mit Jakob als kenne sie ihn, dabei hat sie ihn noch nie gesehen. Als sie von dort zurückkommen, zieht ein Sturm auf und die drei rennen zu Stines Haus um alle Fenster zu schließen. Im Haus entdeckt Jakob einige interessante Bilder mit Details, die ihm bekannt vorkommen. Darunter ist auch ein Bild mit Stine und einem Mann. Beide tragen einen Schlüssel um den Hals. Genau diesen Schlüssel trägt Jakob ebenfalls um seinen Hals. Es ist das einzigste Andenken an seinen Vater. Als sie dann auch noch eine metallische Kiste im Garten von Stine finden, ist die Neugier von Hannah und Jakob geweckt. Was hat das alles mit Jakob zu tun? Woher kennt Stine Jakob? Und viele weitere Fragen haben sie. Sie versuchen die Kiste zu öffnen, doch es gelingt ihnen nicht. Bis Jakob auf die Idee kommt seinen Schlüssel zu verwenden. Und tatsächlich, er passt. Als die Kiste offen ist, kommen jede Menge Briefe zum Vorschein, und ein Foto mit einer Familie. Auf dem Foto ist auch ein Junge, der genauso aussieht wie Jakob.  Nach langem Überlegen kommen sie zum dem Schluss, dass nur Stine selbst die fehlenden Puzzleteile liefern kann. Als Hannah und Jakob Stine aus der Klink entführen, um weitere Hinweise zu bekommen, erfahren sie von ihr, dass sie in der Vergangenheit lebt und ständig Angst vor der Armee hat. Im Laufe der Woche verbessert sich ihr Zustand und sie kann langsam wieder in die Gegenwart zurückkehren. Sie erzählt: wer der Jakob ist von dem sie spricht, der wie Jakob aussieht. Auch als sie die Briefe aus der Kiste lesen wird ihnen einiges klar. Stine hat einen gestrandeten Flüchtling, namens Jakob betreut, versteckt, wieder aufgepäppelt und ihm zur Flucht verholfen. Als Jakobs Mutter sie auf der Insel besucht und ihren Teil  der Geschichte erzählt, ist alles klar. Der Jakob von dem Stine die ganze Zeit geredet und den sie bereut hat ist Jakobs Opa. Auch über seinen Vater und seinen Schlüssel erfährt er eine Menge.

Ich finde dieses Buch ist sehr interessant. Es ist eine packende Geschichte. Man erfährt viel über den Krieg und die damaligen Gegebenheiten. In einem Buch Briefe zu lesen ist sehr spannend. Das hat mir geholfen den einen Jakob kennen zu lernen und den anderen Jakob zu verstehen und seine Verunsicherung zu teilen. Da meine Großeltern selbst alt und manchmal etwas verwirrt sind, hat dieses Buch in mir ein sehr aktuelles Thema angesprochen. Außerdem wird mir beim Lesen auch bewusst, wie klein doch eigentlich die Welt ist und dass man überall auf der Welt Verwandte haben kann.

Erschienen bei Urachhaus

Autorin / Autor: turbobluemchen - Stand: 22. Februar 2016