Wahres Interesse an den Naturwissenschaften

Julia berichtet im Interview von ihrem Chemiestudium und erzählt, welche persönlichen Eigenschaften man mitbringen sollte.

Julia ist 24 Jahre alt und studiert Chemie an der Universität Paderborn. In ihrem Studium befasst sie sich mit den Eigenschaften von organischen und nicht organischen Stoffen, untersucht die Reaktion von Molekülen und entwickelt neue Stoffe mit neuen Eigenschaften. Julia befindet sich bereits im letzten Semester ihres Masterstudiums und schaut für uns zurück auf ihre vergangene Studienzeit.

Wieso hast du dich für das Chemiestudium entschieden?
Ich habe mich für das Chemiestudium entschieden, weil sich in der heutigen Gesellschaft immer mehr synthetische Materialien etabliert haben, aber alle anderen Bereiche sind auch viel stärker von unnatürlichen Stoffen beeinflusst als je zuvor. Es ergibt sich demzufolge ein riesiges Arbeitsfeld für Chemiker. Ich wollte schon immer etwas erforschen und allem richtig auf den Grund gehen.

Welche persönlichen oder schulischen Interessen sind für das Studium wichtig?
Man sollte Interesse an der Naturwissenschaft haben und dessen Zusammenhänge verstehen wollen. Aber die Naturwissenschaft ist ja einfach überall! Sei es das Kochen von Nahrung oder schon allein die Atmung... Die Natur ist hoch kompliziert und dennoch perfekt. Wir verstehen noch heute so vieles nicht und dem sollte man nachgehen.

Was macht dir an deinem Studium besonders viel Spaß?
Mir haben die Laborpraktika immer sehr gefallen. Andere Studenten hatten nur Vorlesungen und wir zur Abwechslung immer praktische Versuche im Labor. Es war zwar echt harte Arbeit, aber je nach Praktikum hat es einfach Spaß gemacht und ich habe mir dadurch viel mehr gemerkt als durch die Vorlesungen. Ich hatte in der Schulzeit auch ein ganz anderes Bild vom Chemiestudium, weil ich keinen in meinem Umfeld kannte, der das studiert.

Was hättest du gerne vor deinem Studium gewusst und was hat dich besonders überrascht?
Ich hätte gerne vor meinem Studium schon was von Quanten oder Orbitalen gewusst. Es werden einem erst im Studium die Augen geöffnet und ich finde, jeder sollte wissen, dass nicht alles mit der klassischen Physik erklärbar ist. Auch was mich im Studium erwartet oder was für Berufe möglich sind, habe ich vorher nicht wirklich gewusst. Ich fänd's schön, wenn man in der Schule besser informiert werden würde.

Wie kann man sich den praktischen Teil des Chemiestudiums vorstellen?
Der praktische Teil des Chemiestudiums ist sehr groß. Man hat quasi zu jeder Vorlesung auch Versuche im Labor, die nachmittags stattfinden. Auf diese Weise vertieft man alles noch einmal und man wird auf die Abschlussarbeiten bzw. die spätere Forschung ausreichend vorbereitet. Man lernt den Umgang mit Chemikalien, mit bestimmten Geräten, Analyseverfahren und wie man an bestimmte Problemstellungen herangeht.

Wem würdest du von einem Chemiestudium abraten?
Ich würde sagen, dass Leute, die nicht fleißig und konsequent an etwas dran bleiben können oder kein wirkliches Interesse an Chemie haben, es lieber lassen sollten. Das Chemiestudium ist nun mal sehr zeitintensiv und man muss seine Prioritäten richtig setzen. Wir haben sehr viele Abbrecher und Studenten, die alles ewig vor sich her schieben. Ich glaube, die werden es schwer haben, später einen Job zu finden, wenn die doch irgendwann mal fertig werden sollten.

Ist ein Master oder ein späterer Doktortitel (Promotion) wichtig?
Ein Bachelorabschluss allein reicht meist nicht aus, da das theoretische Wissen an dieser Stelle nicht hoch genug ist, um leitende Positionen einzunehmen und die Chemikanten, die eine Ausbildung gemacht haben, mehr praktische Erfahrung haben. Aus diesem Grund wird zumindest ein Masterabschluss benötigt. Mit einem Doktortitel eröffnen sich jedoch weitaus mehr Berufsfelder. Ich kann meine Promotion auch kaum erwarten. Sein eigener Betreuer zu sein und endlich mal richtig selbstständig zu forschen.

Welche Berufe kann man nach dem Abschluss ausüben und was möchtest du nach deinem Studium machen?
Nach dem Studium kann man eine Promotion anschließen oder in die Industrie gehen und arbeiten. Es gibt zahlreiche Berufsfelder, wie die Pharmazie, Materialwissenschaften, Lebensmittelchemie, Lack- oder Autoindustrien und selbst Berufe in Richtung Maschinenbau gibt es in genügender Menge, da es mittlerweile Studiengänge wie Chemieingenieurwesen gibt. Natürlich kann man auch an der Universität bleiben und eine Professur anstreben und lehren. Ich persönlich bin mir noch nicht ganz sicher, wo es mich hin verschlagen wird. Ich hoffe, dass meine Promotion da weiter helfen wird. Bisher habe ich den Weg der synthetischen Chemie eingeschlagen und werde diesen auch definitiv fortsetzen.

Autorin / Autor: Linda Grewing - Stand: 30. April 2015
 
 
 

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