Veganer: Viel mehr als nur "Grünzeugfresser"

Immer noch gibt es viele Vorurteile gegenüber Veganismus. Diese Lebensform schließt alle tierischen Produkte aus dem Leben aus, was nicht nur Fleisch, Milch und Eier, sondern unter anderem auch Gelatine, Honig und Leder einschließt.

Erdbeeren und Weintrauben

Wer behauptet, dass eine vegane Ernährung nicht funktioniert, hat es entweder noch nicht versucht, oder aber einiges falsch gemacht. Der wohl häufigste Fehler beim Selbstversuch ist, dass zwar alle tierischen Produkte aus dem täglichen Speiseplan gestrichen werden, ansonsten aber nichts an der Ernährung verändert wird. Darunter leidet dann meist nicht nur der Geschmack, sondern vor allem die Gesundheit, denn so ist es schwer, noch alle wichtigen Nährstoffe zu sich zu nehmen und damit Mangelerscheinungen zu vermeiden.
Dass Veganern grundsätzlich gewisse Nährstoffe fehlen, ist aber definitiv falsch. Es mag zwar zunächst einmal eine Umstellung und auch nicht ganz einfach sein, aber insgesamt ist es möglich, sich auch ohne tierische Produkte ausgewogen zu ernähren.

Veganer gesünder als „Allesesser"?
Studien legen nahe, dass Veganer möglicherweise sogar gesünder leben als die „Allesesser“. Sie haben ein niedrigeres Krebsrisiko (Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum). Das hängt damit zusammen, dass sie sich meist wesentlich mehr Gedanken um ihre Ernährung machen als „Allesesser“. Außerdem sind in vielen tierischen Produkten Rückstände von den Medikamenten, die den Tieren während der Produktion von beispielsweise Milch oder Fleisch gegeben wurden, enthalten. Auch diese werden beim Verzehr von tierischen Produkten aufgenommen und können den Körper zum Teil stark belasten.

Was ist mit Vitamin B12?
Allerdings gibt es auch einen kleinen Nachteil an der veganen Ernährung: Das Vitamin B12 lässt sich über rein pflanzliche Nahrung nicht aufnehmen, ist für den Körper aber sehr wichtig. Es wird von Mikroorganismen (Bakterien) produziert, die vor allem in Eiern und Milch enthalten sind, weshalb es beispielsweise Vegetariern meistens nicht fehlt. Für Veganer gibt es aber eine ganz einfache Lösung: In beinahe jeder Sorte handelsüblicher Multivitaminbrausetabletten ist auch Vitamin B12 beigesetzt.

Nicht nur die Ernährung ist vegan
Veganismus bedeutet aber nicht nur eine Umstellung der Essgewohnheiten, sondern auch beim Kleiderkauf, denn auch beispielsweise Leder schließen Veganer konsequent aus.
Oft hört man aber das Gegenargument, dass es doch nur sinnvoll sei, ein Tier, wenn es denn schon geschlachtet wird, auch komplett zu verwerten. Diese Überlegung wäre auch gar nicht so falsch, würden Leder, Fleisch und Milch von der gleichen Kuh kommen. Dies ist aber in den meisten Fällen nicht so. Stattdessen stirbt für jedes Produkt eine andere Kuh, ebenso wie auch Ei und Fleisch nicht von demselben Huhn kommen.

Nicht nur aus Tierliebe
Aber nicht immer ist es Tierliebe, die Menschen zu einer Umstellung ihrer Essgewohnheiten treibt. Es gibt sehr viele weitere Gründe, die für eine vegane Ernährung sprechen. Dennoch ist die Fleischindustrie das am meisten verwendete Argument. Wer sich einmal genauer mit dieser beschäftigt, wird, sollte er nicht extrem abgestumpft sein, tief erschüttert sein, wie das Schnitzel produziert wurde, das er gestern zum Mittagessen auf dem Teller hatte.

Mehr Gründe für ein veganes Leben:

Autorin / Autor: Britt Badekow - Stand: Juni 2008