Zeig den Typ in dir!?

Bewerbungs-Studie: Frauen in männlich dominierten Jobs sollten als "männlich" geltende Eigenschaften hervorheben

Bild: LizzyNet

Wer sich für einen Job oder eine Ausbildung bewirbt, wird heutzutage selbstverständlich auf seine "Soft Skills" verweisen und Stichworte fallen lassen wie Teamfähigkeit, Einfühlungsvermögen oder kommunikative Fähigkeiten. Frauen, die sich auf einen Job in männlich dominierten Bereichen bewerben, sollten allerdings aufpassen, dass sie auch ihre "männlichen" Eigenschaften hervorheben. Das zeigt eine neue Studie von WissenschaftlerInnen der Michigan State University, die Teil einer Reihe von Studien über Vorurteile bei der Einstellung ist. In einem Laborversuch wurden Frauen, die sich mit männlichen Attributen (durchsetzungsfähig, unabhängig, leistungsorientiert) beschrieben als passender für den Job angesehen als diejenigen, die weibliche Züge (warmherzig, unterstützend etc.) betont hatten. "Dies scheint offenbar eine wirksame Strategie zu sein, weil die 'männlichen Eigenschaften' für den Job als notwendig angesehen werden", sagte Ann Marie Ryan, Co-Autor und MSU Professor für Psychologie. Aber ist das nicht ein Rückschlag für alle jene, die gegen Rollenstereotype ankämpfen? Wenn die Entscheidungträger (die meist immer noch männlich sind) Personal für Führungspositionen in einem von Männern dominierten Bereich wie dem Ingenieurwesen suchen, schauen sie nicht nach dem Geschlecht, sondern nur nach den Qualifikationen, daher wählen sie eher die aus, die Eigenschaften angeben, die ihnen vertraut sind, argumentiert die Psychologin.

Alter tabu
Ryan wirft in ihren Forschungen immer wieder den Blick auf Diskriminierungen, denen bestimmte Gruppen bei der Arbeitssuche ausgesetzt sind: Frauen, Minderheiten und ältere Arbeitsuchende. Sie untersucht dabei die Mechanismen der Diskrimierung, aber auch die Maßnahmen, die Betroffene selbst anwenden können, um dagegen anzukämpfen. In einer anderen Studie beleuchtete sie zum Beispiel altersbedingte Stereotypen und fand heraus, dass ältere Menschen in Einstellungs-Interviews ihr Alter herunterspielen. Überraschenderweise vermieden aber auch jüngere BewerberInnen, über ihr Alter zu sprechen, aus Angst als zu unerfahren gesehen zu werden.

Diskriminierende Auswahl- und Einstellungspraxis
Natürlich sei es nicht Aufgabe von Arbeitsuchenden, ihre eigene Gleichbehandlung zu gewährleisten, so Ryan. Aber durch ihre Studien erhofft sie sich, BewerberInnen eine bessere Ausgangsbasis zu verschaffen, solange die Diskriminierungs-Kultur noch existiert. Denn die Diskriminierung beginne meist schon im Vorfeld, dann nämlich, wenn der Lebenslauf unter die Lupe genommen wird, sodass KandidatInnen es erst gar nicht zum Vorstellungsgespräch schaffen. Ihr eindringlicher Appell richtet sich aber auch an Unternehmen und Personalvermittler: Sie sollten sicherstellen, sich von diskriminierender Auswahl- und Einstellungspraxis zu verabschieden.

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Stand: 14. August 2014
 
 
 

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