Arbeiten, wenn Andere frei haben

BAuA untersuchte Wochenendarbeit bei abhängig Beschäftigten

Wenn KollegInnen sich Freitags Nachmittags ein "schönes Wochenende" wünschen, wird leicht vergessen, dass die Mehrheit - nämlich zwei Drittel - der Beschäftigten zumindest gelegentlich am Wochenende arbeitet. Jetzt hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) das Factsheet zur BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung unter dem Titel "Arbeiten, wenn Andere frei haben - Wochenendarbeit bei abhängig Beschäftigten" veröffentlicht. Es zeigt, dass Wochenendarbeitende körperlich und emotional stärker erschöpft sowie in der Gestaltung ihres Privatlebens eingeschränkter sind als Nicht-Wochenendarbeitende.

Frauen arbeiten seltener an Samstagen und Sonntagen
Laut Erwerbstätigenbefragung gaben 66 Prozent der Befragten an, gelegentlich am Wochenende zu arbeiten. Mehr als ein Drittel arbeitet sowohl samstags als auch an Sonn- und Feiertagen. Die Mehrheit der Wochenendarbeitenden sind Männer (59 Prozent), von denen 38 Prozent angaben, mindestens gelegentlich an beiden Wochenendtagen in ihrem Beruf tätig zu sein. Frauen hingegen arbeiten mit 32 Prozent seltener an Samstagen und Sonntagen. Diese Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind möglicherweise auf eine höhere Teilzeitbeschäftigungsquote bei Frauen zurückzuführen.

Das Faktenblatt der BAuA vergleicht die Wochenendarbeit einzelner Berufsgruppen. Dabei fällt auf, dass drei Viertel der Beschäftigten in landwirtschaftlichen Berufen oder Bauberufen mit jeweils 74 Prozent am Wochenende tätig sind. In den Verkehrsberufen sind es 70 Prozent der Beschäftigten. Es wird deutlich, dass Wochenendarbeitende vor allem Vollzeitbeschäftigte sind. Dazu zählen diejenigen, die mehr als 35 Stunden pro Woche arbeiten.

Wochenendarbeitende sind stärker erschöpft
Laut Faktenblatt sind Wochenendarbeitende körperlich und emotional stärker erschöpft. Zudem sind sie in der Gestaltung ihres Privatlebens stärker eingeschränkt. Auffällig ist außerdem das vermehrte Auftreten nächtlicher Schlafstörungen, von denen 30 Prozent der Sonntagsarbeitenden, jedoch nur 23 Prozent derjenigen ohne Wochenendarbeit betroffen sind. Das Wochenende ist für den Körper eine Gelegenheit, sich von den Belastungen der Arbeitswoche zu erholen. Entfällt diese Möglichkeit, beispielsweise durch Schlafmangel, besteht in langen Stressphasen das Risiko, tiefgreifende gesundheitliche Probleme zu entwickeln. Auch im Hinblick auf die Zufriedenheit der Beschäftigten lassen sich Unterschiede erkennen. Jeder vierte Arbeitnehmer, der sowohl samstags als auch sonntags arbeitet, ist mit der Arbeitszeit weniger oder nicht zufrieden. Zwei Drittel der Beschäftigten ohne Wochenendarbeit gelingt es, bei ihrer Arbeitsplanung auf familiäre und private Interessen Rücksicht zu nehmen. Bei den Wochenendarbeitenden gelingt dies nur 58 Prozent.

Erschöpfung lässt sich nicht allein auf Arbeitszeiten zurückführen
Wochenendarbeit ist unter abhängig Beschäftigten in Deutschland ein weit verbreitetes Phänomen. Deren stärkere körperliche und emotionale Erschöpfung lässt sich jedoch nicht allein auf diese Arbeitszeiten zurückführen. Zum Teil spielen auch die Charakteristika der Berufe, in denen vermehrt am Wochenende gearbeitet wird, eine Rolle. Nicht zuletzt sind Art, Lage und Dauer der Beschäftigung auch Ausdruck individueller Vorlieben und Abwägungen.

Das Factsheet steht als PDF auf der Internetseite der BAuA zur Verfügung

Autorin / Autor: Pressemitteilung - Stand: 16. Juli 2014
 
 
 

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