"Inspirationen warten überall!"

Carina Zacharias blickt in "Rettung aus dem All" als Außerirdische auf unseren Planeten und entdeckt dessen Schönheit.

Carina Zacharias

Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Ich habe immer schon gerne Geschichten geschrieben. Und das im Grunde, seitdem ich schreiben kann. Früher habe ich meiner Schwester, mit der ich in einem Zimmer schlief, immer abends Gute-Nacht-Geschichten erzählt und habe mit einem Kinder-Radio samt Mikrophon stapelweise Geschichten auf Kassetten aufgenommen. Doch sobald ich in die Schule kam und schreiben lernte, habe ich damit angefangen, meine Geschichten aufzuschreiben.

Hast du vorher schon über Umweltthemen geschrieben?
Ja, ich bin bei der WWF Jugend aktiv und zwar hauptsächlich als Mitglied der WWF Jugend Redaktion. Wir Redaktionsmitglieder stellen regelmäßig Artikel auf der Homepage der WWF Jugend online - und die drehen sich alle mehr oder weniger um Umweltthemen.

In deiner Geschichte „Rettung aus dem All“ spielen hochintelligente Außerirdische die Hauptrolle, die das „Universelle Komitee zur Überwachung und Bewahrung belebter Planeten“ gegründet haben und einmal in einer Ära ein Hilfspaket beschließen, mit dem ein belebter und bedrohter Planet gerettet wird. Warum blickst du von „oben“ auf die Erde?
Ich fand es spannend, einmal die Menschen und die Erde als "Außenstehende" zu betrachten. Für die Aliens ist es völlig unverständlich, wie die Menschen (die doch relativ intelligent wirken) ihren Heimatplaneten und ihre eigene Lebensgrundlage zerstören. Ich hatte gehofft, mit dieser Sichtweise meine Leser gewissermaßen wachrütteln und ihnen diese Absurdität vor Augen führen zu können. Außerdem fand ich es toll, einmal mit den Mitteln der Außerirdischen in meiner Phantasie die Welt retten zu können und all unsere Umweltprobleme zu lösen. Hach, wäre das schön!

Deine Hauptfigur Loma will den Planeten Erde vor dem Untergang retten. Was können sich die LeserInnen von ihr abgucken – ohne den Zeigefinder erheben zu wollen ;-)?
Loma hat natürlich Mittel zum "Retten" der Erde, die wir nicht haben. Was man sich bei ihr aber abgucken kann, ist ihre Faszination für den Planeten Erde und ihre unendlich große Liebe für seine Natur und seine Bewohner. Wenn alle Menschen unsere Umwelt ein wenig mehr wie Loma sehen könnten - ich glaube, dann würden sich ganz viele Umweltprobleme wie von selbst lösen.

Hat es dir später beim Ausarbeiten deiner Geschichte geholfen, dass du  bereits ein Exposé geschrieben hattest? Wenn ja, inwiefern?
Eigentlich mache ich es schon seit einigen Jahren immer so, dass ich nicht anfange, eine Geschichte zu schreiben, bevor ich nicht grob die gesamte Handlung und das Ende ausgearbeitet habe. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es schwer ist einen roten Faden beizubehalten, wenn man einfach wild drauf los schreibt. Ich möchte wissen, wo die Geschichte hinführt und was die Leser daraus mitnehmen sollen, ehe ich den ersten Satz schreibe.

Wo und wie hast du für deine Geschichte recherchiert?
Ehrlich gesagt, habe ich sogar Recherche-Hausaufgaben von meiner Mentorin bekommen. Gerlis Zillgens hat schnell bemerkt, dass ich keine große Ahnung von Science Fiction habe (besonders, wenn es darum ging, das Raumschiff zu beschreiben, wurde es etwas brenzlig ...). Daher hat sie mir erst mal angeordnet, Star Wars und/oder Star Trek zu gucken. Einen Star Wars-Teil habe ich dann tatsächlich mal angeguckt.

Gerlis Zillgens hat als Mentorin deinen Schreibprozess begleitet. In welchen Punkten hat dir die Zusammenarbeit besonders geholfen? Gab es auch Überraschungen für dich?
Die Zusammenarbeit mit Gerlis war wirklich sehr konstruktiv, nett und hilfreich. Sie hat mir super Tipps gegeben, eigene Ideen eingebracht, gelobt, aber auch ganz offen gesagt, was ihr nicht gefällt. Dabei hat sie nie versucht, mich zu irgendetwas zu überreden. Die allermeisten Ratschläge habe ich umgesetzt - aber nicht alle. ;) Ich glaube, ich habe durch ihr Mentoring ganz viel gelernt.

Wie hast du dich auf die Lesung auf der Lit.Cologne vorbereitet? Hat es deinen Schreibprozess beeinflusst, zu wissen, dass du die Geschichte vor Publikum vortragen musst?
Ich glaube, unterbewusst hat es mich schon beeinflusst. Denn ich kann mich daran erinnern, dass ich beim Schreiben manchmal gedacht habe: "Denk dran, Carina, das musst du alles vor einem Publikum vorlesen." Auf die Lesung vorbereitet habe ich mich natürlich vor allem, indem ich ein wenig geübt habe, den Text vorzulesen.

Du studierst Landschaftsökologie in Münster. Was ist dein Berufswunsch? Eher Autorin, lieber etwas im Umweltbereich – oder beides?
Oh je, das ist genau die Frage, mit der ich mich auch im Moment herumplage. Ich habe das Studium begonnen mit dem Wunsch, später einmal im Bereich Umweltschutz zu arbeiten. Aber im Moment bin ich mir ganz unsicher, ob ich nicht doch glücklicher werde, wenn ich mein anderes Hobby zum Beruf mache - und Autorin werde oder vielleicht in einem Verlag arbeite. Aber ehrlich gesagt, traue ich mir auch einfach nicht zu, mein Brot als freie Autorin verdienen zu können. Vielleicht lässt sich aber auch tatsächlich beides verbinden - das Schreiben und der Umweltschutz. Ich hoffe, dass sich da noch etwas ergeben wird und konzentriere mich erst mal darauf, meinen Bachelor fertig zu machen.

Wie engagierst du dich im Alltag für die Umwelt?
Neben meiner Arbeit für die WWF Jugend Redaktion bin ich auch immer wieder bei Aktionen des WWFs dabei. Zum Beispiel bei Demos, Infoständen, Unterschriftensammlungen und vielem mehr. Zu meiner Schulzeit war ich auch bei Greenpeace sehr aktiv. Ansonsten achte ich im Alltag auf die Umwelt, indem ich Strom und Wasser spare, viel Fahrrad fahre, den Müll trenne etc.

Du hast schon Romane bei unterschiedlichen Verlagen veröffentlicht. Wie bist du vorgegangen?
Ich habe meine ersten beiden Romane beim Papierfresserchen-Verlag veröffentlicht, von dem ich gehört hatte, dass er junge Autoren unterstützt. Da habe ich dann mit 14 einfach mal meine letzte Geschichte hingeschickt - eigentlich hauptsächlich, weil ich es schade fand, sie alle in der Schublade verstauben zu lassen. Als die das dann tatsächlich veröffentlichen wollten, war ich erst mal ziemlich baff. Bei meinem letzten Roman "Das geheime Buch" habe ich das Manuskript dann mal an mehrere andere Verlage geschickt.

Was rätst du denjenigen, die auch schreiben und ihre Geschichten veröffentlichen wollen?
Was ich auf jeden Fall gelernt habe, ist, dass unbekannte Autoren es nicht leicht haben auf dem überfüllten Buchmarkt wahrgenommen zu werden. Man darf sich also nicht zu schnell entmutigen lassen. Ansonsten würde ich allen raten, die gerne ein Buch schreiben wollen, selbst viel zu lesen, denn dabei lernt man unglaublich viel. Außerdem ist es ratsam, immer einen Stift und einen kleinen Notizblock dabei zu haben, um plötzliche Geistesblitze oder Ideen aufschreiben zu können. Schreibwettbewerbe wie dieser sind natürlich eine ganz tolle Möglichkeit für junge Autoren. Und immer mit offenen Augen und Ohren durch die Welt gehen: Die Inspirationen warten überall! :)

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Autorin / Autor: Redaktion - Stand: März 2014
 
 
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