"Natur spielt in meinen Texten immer eine Rolle"

Interview mit Martina Kösling, eine der vier Gewinnerinnen unseres Schreibwettbewerbs "Green Fiction".

Liebe Martina, du schreibst, seitdem du klein bist. Hast du dich denn vor „Green Fiction“ auch schon an Umweltthemen „gewagt“?
Nein, vorher habe ich noch in keinem Text direkt zum Thema Umwelt geschrieben. Natur und die Umgebung, in der Protagonisten leben, spielen in meinen Texten aber immer eine große Rolle.

Über was für Themen schreibst du am liebsten?
Es ist schwierig, genaue Themen zu benennen. Aber ich schreibe grundsätzlich gern über junge Menschen und vieles, was in meinen Texten vorkommt, ist so oder ähnlich passiert.

Wie bist du auf das Thema „Wölfe“ gekommen? Was fasziniert dich an den Tieren, so dass sie eine der Hauptrollen in deiner Geschichte spielen?
Mir gefällt die Idee, über Wölfe zu schreiben, weil sie einerseits ein Teil der Umwelt sind (und als solcher ja auch immer wieder in den Medien usw. auftauchen) und anderseits aber auch seit jeher einen festen Platz in Märchen und Gruselgeschichten haben. Für den Menschen sind sie also von fast mystischer Bedeutung und werden immer auch irrationale Reaktionen hervorrufen. Gekommen bin auf das Thema, weil ich einen Bericht hörte, in dem tatsächlich Wölfe eine Schafherde angefallen hatten. Mir gefiel sofort das etwas Gruselige, Rätselhafte an diesem ja an sich recht alltäglichen Vorkommnis.

Deine Geschichte ist recht komplex angelegt. Es gibt unterschiedliche Interessensgruppen: die Bewohner, die wegen angeblicher Wolfsangriffe um ihr Wohl fürchten, den Biologen, der sich der Wiederheimischmachung der Wölfe in deutschen Wäldern verschrieben hat und die Dame vom Bundesumweltamt, die als Mediatorin ins Dorf geschickt wird. Wie schwer war es für dich, diese Interessenskonflikte einzubinden, ohne dich zu verstricken?
Es waren genau diese Interessenkonflikte, die ich in meiner Geschichte darstellen wollte, in so fern habe ich mir Mühe gegeben, sie sorgfältig anzuordnen und die gesamte Handlung um sie herum aufgebaut. Trotzdem bin ich beim Schreiben manchmal selbst ein wenig unsicher geworden und habe den einen oder anderen Dreh in der Handlung wieder gestrichen, um es für den Leser nicht zu kompliziert zu machen.

Wie und wo hast du für deine Geschichte recherchiert?
Recherchiert habe ich hauptsächlich im Internet, da gab es eine Menge Berichte über Wolfsangriffe, auch was von Seiten des Landes unternommen wird. Was den Ort, in dem die Geschichte spielt, angeht, musste ich aber gar nicht recherchieren, sondern hatte ein Vorbild aus dem eigenen Leben: Mit meiner Familie habe ich nämlich oft Ferien in einem Dorf in Brandenburg gemacht.

Wenn du dich selbst als eine Figur in diese Kurzgeschichte reinschreiben müsstest. Welche Rolle würdest du übernehmen und warum?
Ich würde wohl am liebsten die Rolle von Matthias einnehmen, der all die vorgeschobenen Motive und scheinheiligen Argumente durchschaut und die dahinter liegenden Interessen sieht. Auch wenn ich natürlich ungern mit einem Hundebiss im Bein enden möchte...

Die Autorin Jasna Mittler hat dich während des Mentorings beim Fertigschreiben deiner Kurzgeschichte unterstützt. Was hat dir das gebracht? Welche Tipps konnte sie dir mitgeben?
Jasna war eine große Hilfe für mich. Einerseits hat sie mich drauf hingewiesen, wenn inhaltlich etwas nicht ausreichend erklärt wurde oder für den Leser keinen Sinn ergeben hat. Noch hilfreicher war aber, dass sie sprachlich viele Male über meinen Text gegangen ist und ihr so viele Unstimmigkeiten aufgefallen sind, die ich selbst nicht bemerkt hätte. Es war insgesamt einfach sehr gut, von außen konstruktive Kritik zum eigenen Text zu bekommen.

Und welche Schreibtipps möchtest du all denjenigen selbst mitgeben, die eine Kurzgeschichte schreiben möchten?
Wenn ihr eine Idee habt, über die ihr gern schreiben würdet, würde ich dazu raten, durchzuhalten und eure Geschichte erstmal aufzuschreiben, ganz egal ob gut oder schlecht. Dann finde ich, dass das schwierigste schon geschafft ist: Immer wenn ihr ein wenig freie Zeit habt, überarbeitet ihr euren Text und mit der Zeit wird eure Geschichte besser und besser, bis sie schließlich fertig ist.

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