Das Lied der Novizin

Autorin: Sarah Dunant

Die Autoren Sarah Dunant hat sich schon durch ihre Werke „Das Zeichen der Venus“ und „Venezianische Geheimnisse“ einen Namen als Weltbestsellerschreiberin historischer Geschichten gemacht. „Das Lied der Novizin“ ist nun das neueste Werk ihrer Schreibfeder, für das sie eigens Recherchen in einem italienischen Konvent machte, um das Klosterleben hautnah kennenzulernen und zu erfahren. Wie gut sie das hingekriegt hat, könnt ihr im Folgenden lesen.

Noch im sechzehnten Jahrhundert waren die Mitgiftkosten im katholischen Europa derart hoch, dass Adelsfamilien es sich kaum leisten konnten, mehr als eine Tochter zu verheiraten, sodass Historiker schätzen, dass womöglich sogar die Hälfte aller adeligen jungen Frauen in den größeren, italienischen Städten, wie die in dieser Geschichte,  Nonnen wurden. Dass dies nicht immer auf freiwilliger Basis beruhte, zeigt der Roman.
Serafina lautet der Name der Hauptfigur, die im jungen Alter in ein Kloster kommt. Ihr nicht enden wollender Wutanfall zeigt, dass dies keinesfalls in ihrem Einverständnis geschah. Eine Flucht ist, in ihren Gedanken, schon festgeschrieben und um ihrem Unmut Luft zu machen, macht sie lauthals Terror im Konvent. Verständnis erhält sie von Schwester Zuana, der Klosterapothekerin, in dessen Obhut Serafina sich nun befindet. Zuana hat Verständnis für das junge Mädchen, da auch sie damals gegen ihren Willen dort untergebracht wurde, jedoch in der Rolle der Apothekerin noch ihre Bestimmung fand.
Ob auch Serafina ihre Bestimmung im Kloster finden wird? Wird ihre glockenhelle Sopranstimme ihr dabei den Weg weisen? Doch was ist dann mit der Liebe zu einem Mann, die in ihr schlummert und nach Freilassung verlangt?
Fragen über Fragen, die der Roman mit viel Gefühl nach und nach aufwirft und erzählerisch so anschaulich wie schön beantwortet.

Mein Fazit:

Mit jedem Wort merkt man, dass Sarah Dunant, die Autorin, weiß, wovon sie schreibt. Sie schafft es einen in die damalige Zeit zurückzuholen und eine Atmosphäre zu schaffen, in der sowohl Ort als auch Charaktere sehr authentisch erscheinen und man sich tatsächlich in Serafinas Zeit zurückversetzt fühlt. Herausgekommen ist ein historischer Roman voller Gefühl und wer sich für so etwas begeistern kann, der darf sich den Titel „Das Lied der Novizin“ gern auf seinem Wunschzettel notieren.

Erschienen bei Lübbe

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Autorin / Autor: s7illwat3r - Stand: 24. November 2010