Apache

Autorin: Tanya Landman
Ein berührendes und aufrüttelndes Buch

Siki ist eine Apachin. Sie und ihr Stamm der Black-Mountan-Apachen führen ein geregeltes Leben, in der jeder seinen Platz einnimmt. Doch plötzlich wird die Indianerin aus ihrer Idylle herausgerissen, als ihr vierjähriger Bruder bei einem Angriff der Mexikaner umgebracht wird. Die junge Frau schwört Rache an dem Mörder und begibt sich auf den Pfad des Kriegers und damit in viele Schwierigkeiten...

Meine Meinung
Der erste Jugendroman von Tanya Landman „Apache“ ist ein berührendes und aufrüttelndes Werk. Es spiegelt die Lebensweise der Ureinwohner Amerikas zu Zeiten großer Eingriffe durch neue Siedler in das Land und seine Bewohner wieder und versetzt den Leser durch eine lebendige Erzählweise zu der jungen Siki, die einen in ihr Abenteuer reißt. Die Autorin erklärt am Ende, dass die Geschichte fiktional ist, aber man mag es kaum glauben, dass sich nicht alles so zugetragen hat. Die Rollenvertauschung von Siki, die zur Kriegerin wird und sich beweisen muss, macht neugierig. Wird sie es schaffen? Man merkt, dass Landman intensiv über das Thema recherchiert hat, denn es kommen unzählige historische Aspekte und Tatsachen zum Vorschein. Die Leidensgeschichte der Ureinwohner ist auch heute noch nicht vorbei und zehrt von den vernichtenden Kräften der Vergangenheit. Dass die Schreibweise wohl nicht zu dem Wesen einer jungen Indianerin gepasst hätte, wie z.B. detaillierte Metaphern in einem Kampfgemetzel, kann man der Autorin kaum übel nehmen, da es den Leser tiefer in das Geschehen verwebt. Der Roman ist wunderschön und traurig, empfehlenswert ab 14 Jahren und für alle, die auch ein wenig Kitsch ertragen können. Die Geschichte lässt einen nicht los und hindert dich am Schlafen :).

Erschienen bei Carlsen

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Autorin / Autor: ciqa - Stand: 2. Februar 2010