Zwei Kerzen für den Teufel

Autorin: Laura Gallego García

Buchcover

Das Buch „Zwei Kerzen für den Teufel“ von Laura Gallego Garcia handelt von Caterina, genannt Cat und ihrem Vater, der ein Engel ist, aber gleich am Anfang ermordet wird. Seit Cat sich entsinnen kann, ist sie mit ihm umhergezogen und will jetzt Rache für den Mord an ihrem Vater üben. Weil sie trotz Engelsabstammung jedoch nur ein Mensch ist, benötigt sie dafür Hilfe. Zunächst wendet sie sich an einen Engel, der sie abweist. Deswegen sucht sie sie notgedrungen bei einem Dämon namens Angelo, der sie unterstützen will - jedoch nicht ohne eigene Hintergedanken.
Mit der Zeit wird aus einem kleinen Racheansinnen etwas viel größeres und Cat sieht sich gemeinsam mit Angelo mehreren mächtigen Feinden gegenüber. Dabei wissen sie gar nicht, wer wirklich ihr Feind ist und wer ihr Verbündeter.
Eines wird den beiden dabei klar, es gibt zwei wichtige Prophezeiungen, die in einem weit entfernten und unbekannten Zusammenhang mit der Ermordung ihres Vater stehen. Die eine zeigt eine Welt, in der die Menschheit vollkommen ausgerottet wird und die andere zeigt eine andere Option, wie die Menschheit doch noch gerettet werden könnte.
Letztlich ist das Cat eigentlich alles zu viel, denn nachdem ihr ein folgenschweres Malheur passiert ist, wodurch sie unwiderruflich an Angelo gebunden wurde, will sie in diesem riesigen Krieg, in dem alle Parteien, Engel als auch Dämonen, ihr eigenes Spiel treiben und Cat und Angelo nur als Spielfigur benutzen, lediglich ihre eigene Rache üben und Frieden finden.
Ihre aufkeimenden Gefühle Angelo gegenüber vereinfachen die Sache nicht gerade und als dann auch noch ihre verschollene und all die Jahre totgeglaubte Mutter auftaucht, ist für Cat das Chaos perfekt, während die Welt in einem ewigen Krieg zu verenden droht.

Meine Meinung:

Ich bin von diesem Buch einfach nur geplättet. Der Trend neigt sich in Richtung Engelsroman, der der „neue Vampir“ zu werden scheint. Wenn jedoch alle Engelsromane so lehrreich und toll wären, wie dieser, habe ich gar nichts dagegen. Das schöne an verschiedenen Engelstheorien ist, dass man irgendwann viele Versionen, Spekulationen und Theorien über die Entstehung der Menschheit und Gott selbst hat und sich von diesen ganzen Möglichkeiten, die aussuchen kann, die einem am Besten gefällt.
Laura Gallego Garcia spinnt eine fesselnde und atmosphärisch dichte Urban-Fantasy Geschichte, zwischen Dämonen und Engeln, in der ein Menschenmädchen ihren eigenen Weg zu finden versucht, was die Autorin alles wunderbar auf die heutige Zeit überträgt.
Somit setzt sie sich mit Gut und Böse auseinander und entführt die LeserInnen in eine Welt, in der „weiß“, nicht gleich weiß und „schwarz“, nicht gleich schwarz ist.
Geschickt werden im Laufe der Handlung Geheimnisse gelüftet, wodurch sich wiederum neue Möglichkeiten und Perspektiven der Denkrichtungen ergeben, die ich beim Reflektieren des Geschehens auf heutige Situationen transferieren konnte, was den gesamten Roman erst so richtig interessant machte und der entscheidende Faktor ist, weshalb er sich von anderen Romanen positiv abhebt.
Mich reizte besonders die unterschwellige Liebesbeziehung der Protagonistin Cat zum Dämon Angelo, der stets ein wandelndes Mysterium bleibt, wobei die „Liebe“ zwischen Cat und Angelo für meinen Geschmack viel zu kurz kommt. Vielleicht ersehnte ich mir eine intensivere Spannung der Gefühle zwischen den beiden und nicht dieses versteckte, halbe Ding, das etwas vage bleibt.
Die vertrackten Handlungsstränge des Romans machen dieses kleine Manko sofort wieder wett, denn was ganz harmlos anfing, entwickelte sich zu etwas unbeschreiblich, überirdisch Begeisterndem.
Und wer weiß, ob sich am Ende nicht doch eine tiefere Liebe zwischen Cat und Angelo kristalisierte?
Da ich nicht zu viel verraten will, muss man dieses fabelhafte Buch wirklich lesen, um  herauszufinden, ob und wie sich Angelo und Cat näher kommen und so bekommt man einen kleinen Ansporn dazu.

Mein Fazit: Ich habe „Zwei Kerzen für den Teufel“ verschlungen und genossen. Es bot mir ein Leseerlebnis, bei dem ich für ein wenig Geduld mit einer actionreichen Handlung belohnt wurde, bei der ich meinen Kopf bemühen musste und daraufhin in eine Welt voller dunkler Materie gesogen wurde.
Nach diesem Werk betrachte ich viele Dinge aus anderen Perspektiven und denke lieber zwei Mal über gewisse Dinge nach und sehe sie in einem ganz anderen Licht, bevor ich voreilige Schlüsse ziehe.
Bücher, die so etwas zu bewirken vermögen, sind selten und haben für mich etwas absolut Magisches an sich, weswegen ich diesen Roman allen LeserInnen empfehle, die Lust haben sich auf etwas völlig Neues einzulassen.

*Erschienen bei dtv*

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Autorin / Autor: charlielou - Stand: 23. September  2010