Sind Männer die besseren Karrierehelfer?

Studie: Männer zeigen höhere Zufriedenheit am Arbeitsplatz unter weiblichen Chefs

Wenn Frauen Chefinnen werden wollen, dürfen sie sich überraschenderweise offenbar eher auf die Unterstützung männlicher Kollegen verlassen, als auf die der Frauen. Das ist das das Ergebnis einer neuen Studie über die sprichwörtliche gläserne Decke und die Zufriedenheit am Arbeitsplatz, die in sechs ehemals sozialistischen Ländern durchgeführt wurde. Die Untersuchung, die unter anderem von der Ökonomin Susan Linz der Michigan State University durchgeführt wurde, stellt fest, dass tatsächlich beide Geschlechter über höhere Zufriedenheit am Arbeitsplatz berichten, wenn sie daran glaubten, eine Frau habe die Chance, Chefin eines Unternehmens oder einer Organisation zu werden. "Förderung der Geschlechter-Gleichstellung an der Spitze hat positive Folgen für die Zufriedenheit am Arbeitsplatz sowohl für Männer als auch für Frauen", sagte Linz. "Also lohnt es sich für die Unternehmen, eine Umgebung zu schaffen, in der Frauen Aufstiegschancen haben, da höhere Zufriedenheit am Arbeitsplatz zu einer höheren Produktivität und zu höheren Einnahmen führt."

Die Studienautorinnen waren sehr erstaunt festzustellen, dass Männer aber in der Regel über noch höhere Zufriedenheit am Arbeitsplatz berichteten als Frauen, wenn sich Gleichstellung in der Führungsebene abzeichnete. "Wir fanden kaum Beweise dafür, dass Männer es nicht mögen, für eine Frau zu arbeiten", sagte Linz. Im Gegenteil: Männer könnten den Aufstieg von Frauen an die Spitze als einen Indikator für ihre eigenen Aufstiegschancen sehen, so Linz. "In anderen Worten, wenn sie es kann, kann ich es auch."

Für die Studie befragten Linz und Anastasia Semykina von der Florida State University mehr als 6500 ArbeitnehmerInnen aus 700 Unternehmen in den ehemals sozialistischen Ländern Russland, Serbien, Armenien, Aserbaidschan, Kasachstan und Kirgisistan. Die Forscherinnen fragten, für wie wahrscheinlich es die StudienteilnehmerInnen halten würden, dass eine Frau die Position des Direktors einnehmen würde und mit wie ihre Reaktion in Bezug auf die Zufriedenheit am Arbeitsplatz dann wäre. Zwar waren die Ergebnisse aus den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich, insgesamt unterstützten aber Frauen und Männer die Gleichstellung der Geschlechter am Arbeitsplatz. "Selbst in Kulturen, in denen Frauen immer noch nicht als gleich angesehen werden, zeigt sich ein positiver Zusammenhang zwischen Arbeitszufriedenheit und wahrgenommener Gleichstellung der Geschlechter; besonders in der jüngeren Generation ist das zu beobachten", so Linz. Für die Forscherinnen wäre es nun noch interessant, ähnliche Studien in den Vereinigten Staaten, Europa und Asien durchzuführen.

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Autorin / Autor: Redaktion/ Pressemitteilung
 
 
 

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