Zukunft Personal

Azubi-Mangel ist ein zentrales Thema auf Personalmanagement-Messe

Viele Unternehmen plagen Nachwuchssorgen – auch bei der Suche nach Auszubildenden: Die Schülerzahlen gehen zurück und viele begabte Jugendliche entscheiden sich nach der Schule für ein Studium. Wie Betriebe dieser Herausforderung begegnen können, thematisiert die Messe Zukunft Personal vom 17. bis 19. September in Köln. Neben kreativen Recruiting-Kampagnen und dem Absenken von Bewerbungshürden geht es um neue Azubi-Zielgruppen und Bildungsinitiativen in der Berufsausbildung.

Die Mangelsituation auf dem Ausbildungsmarkt spitzt sich zu. Deshalb gilt: Wer sich heute um eine Lehrstelle bewirbt, stellt hohe Erwartungen an seinen Ausbilder. Arbeitgeber müssen sich zunehmend um geeignete Nachwuchskräfte bemühen und aktiv auf junge Menschen zugehen. „Vor diesem Hintergrund haben wir in diesem Jahr das Programm der Messe Zukunft Personal zum Thema Ausbildung deutlich erweitert“, erklärt Projektleiterin Christiane Nägler. „Derzeit sind wir im Gespräch mit wichtigen Playern auf dem Ausbildungsmarkt, um unsere diesbezüglichen Aktivitäten für 2014 mit einer Themenreihe noch weiter auszubauen.“

Azubis – eine aussterbende Spezies?
Ein Programmhighlight der Zukunft Personal 2013 zum Thema Ausbildung ist der Vortrag von Nicole Heinrich. Die Leiterin Ausbildung und Personalmarketing der Otto GmbH & Co. KG stellt die Azubi-Speerspitzen-Kampagne „Catch me, if you can“ des Onlinehändlers vor: Passend zum Bewerbungszeitraum bespielt das Unternehmen die angehenden Azubis mit aktiven Posts auf Facebook, Xing, Google+ oder Twitter. Nicole Heinrich gibt dazu auf der Zukunft Personal das nötige Hintergrundwissen an die Messebesucher weiter: Sie führt aus, wie die Generation Y und Z tickt, wie sich Unternehmen als Ausbilder ins rechte Licht rücken und sich optimal bei dieser Zielgruppe „bewerben“.

Trotz erfolgreicher Ansätze besteht noch viel Diskussionsbedarf beim Thema Azubi-Mangel. „Sind Azubis wirklich vom Aussterben bedroht?“, fragt etwa Ulrike Scheiben-Lümkemann, Leitung Ausbildung der Rewe Dortmund Großhandel eG, als Themenbringerin am MeetingPoint der Messe: In einem moderierten Workshop können sich Ausbildungsverantwortliche aus Unternehmen und Organisationen über ihre Ideen und Konzepte zum Nachwuchsmangel in der Ausbildung austauschen.

Bewerbungshürden senken
Worauf es bei der Ansprache von Ausbildungsplatz-Bewerbern ankommt – ob Social-Media-Plattformen der Königsweg sind oder welche Vorlieben Bewerber in puncto Auswahlverfahren haben – dazu äußert sich Felicia Ullrich. Die Geschäftsführerin von u-form Testsysteme bezieht sich dabei auf zentrale Ergebnisse der aktuellen Studie „Azubi-Recruitings Trends 2013“. Ihre These: Ausbildungsbetriebe tun gut daran, Bewerbern die Online-Bewerbung möglichst leicht zu machen – etwa indem sie Daten aus sozialen Netzwerken verwenden können. Für das Recruiting von Azubis biete sich dafür vor allem Facebook an, da dort sehr viele Schülerinnen und Schüler Daten einpflegen. Das Unternehmen u-form Testsysteme hat deshalb eine Schnittstelle für Bewerbersoftware entwickelt, die eine solche Datenübernahme ermöglicht.

Barrieren in der Arbeitswelt abbauen
Vor allem die ITK-Branche ist auf der Suche nach Fachkräftereserven. Deshalb hat der ITK-Branchenverband Bitkom die Initiative „Inklusive IT-Berufe“ ins Leben gerufen: Ziel des Projekts ist es, den Anteil junger Menschen mit Behinderungen in den IT-Ausbildungsberufen außerhalb spezieller Fördereinrichtungen um ein Drittel anzuheben. Denn IT-Berufe haben für viele Menschen mit Behinderung  Vorteile, zum Beispiel dass sie Tätigkeiten im Sitzen ausführen können. Zudem lassen sich Computer so adaptieren, dass Einschränkungen wegfallen – etwa bei Sehbehinderungen. Auf der Zukunft Personal informiert der Bitkom gemeinsam mit Vertretern der Partnerorganisationen Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Bundesagentur für Arbeit sowie Ansprechpartnern aus Berufsbildungswerken und Beratungseinrichtungen über die Möglichkeiten und Erfordernisse für inklusive Ausbildung in technisch hochqualifizierten Berufen – mit Praxisbeispielen von AfB, Deutsche Telekom, SAP und IBM.

Ausbildungsplatz der Zukunft – können Medien helfen?
Viele Unternehmen beklagen bei ihren Auszubildenden allerdings eine  mangelhafte Bildung. Dieses Themas hat sich die Frankfurter Allgemeine Zeitung mit der „Initiative Ausbildung“ angenommen: Ein Jahr lang erhalten an dem Projekt teilnehmende Auszubildende die F.A.Z. an ihre Privatadressen. Die Idee dahinter: Regelmäßige Zeitungslektüre vergrößere nicht nur den Wissensschatz, sondern fördere auch das Orientierungsvermögen angesichts eines unübersichtlichen Informationsangebots. Auszubildende könnten ihre Medienkompetenz erhöhen und ihre Konzentrationsfähigkeit verbessern. Begleitangebote und Tests sollen diese Wirkung zusätzlich verstärken.

Auf der Zukunft Personal  debattieren Thomas Schmidt, Geschäftsführer von Helliwood media & education, und Marcel Walter, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Duisburg-Essen, über diese Initiative. Unter der Moderation von Gun Hellmich, verantwortlich für die Bildungsprojekte der F.A.Z., geht es auch darum, wie Nachwuchskräfte in Zukunft lernen, welche Technologien dabei eine Rolle spielen und ob Medien bei der Weiterentwicklung von Ausbildungskonzepten tatsächlich helfen können.

Weitere Informationen zu Europas größter Messe für Personalmanagement:

Autorin / Autor: Pressemitteilung - Stand: August 2013
 
 

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