Wie ihr euch vor Cybermobbing schützen könnt

Tipps zum Schutz eurer "Ehre" im Internet

Dass das Veröffentlichen solch krasser Beispiele wie gefilmte Vergewaltigungen oder Schlägereien strafbar ist, wird wohl allen klar sein. Aber wie stehts denn mit Beleidigungen in Foren, Chats oder Gästebüchern? Dazu gab es auch schon so manche Gerichtsverhandlungen, in denen Angeklagte sich mit dem Argument herausreden wollten, es sei doch Meinungsfreiheit, wenn man jemanden für blöd halte und das auch öffentlich kund tut. Damit hatten sie allerdings kein Glück, denn das Internet ist kein rechtsfreier Raum; eine dort niedergeschriebene Beleidigung verletzt die gesetzlich garantierten Persönlichkeitsrechte und ist somit nicht erlaubt.

Schnell wird man selbst zum Täter
Diese Rechtslage, die einen selbst vor Verleumdung schützt, kann aber umgekehrt schnell zur Gefahr werden. Dann nämlich, wenn man selbst nicht darüber nachgedacht hat, was man schreibt und in irgendeinem Forum seine Wut über Lehrer XY herauslässt und ihn namentlich nennt. Oder wenn man ihm womöglich auch noch etwas Falsches wie zum Beispiel eine erfundene Vergewaltigung andichten will. Schon hat man den Straftatbestand "üble Nachrede und Verleumdung" gemäß § 186 und 187 Strafgesetzbuch erfüllt und kann sich eine Anzeige einhandeln.

Schützt euch!

Wir gehen natürlich davon aus, dass ihr selbst niemals etwas Böses über andere in Foren und Gästebücher schreibt ;-), deshalb gehen wir jetzt nur noch darauf ein, was ihr tun könnt, um euch davor zu schützen selbst zum Opfer von Cybermobbing oder -bullying zu werden. Die kleine Aufzählung von Tipps soll euch dabei helfen.

Film zum Thema Cyberbullying

  • Gebt niemals Passwörter oder PINs weiter
    Eure Daten und Zugänge zu Internetportalen sollen geschützt bleiben, damit niemand in eurem Namen eine Straftat begehen kann.
  • Googelt nach euch selbst
    Um herauszufinden, wieviel Information über euch im Internet unterwegs ist, gebt mal euren vollen Namen, eure E-Mail-Adresse, eure Telefonnummer, eure ICQ-Nummer etc. in die Suchmaske einer Suchmaschine ein und sucht auch nach Bildern, die in Zusammenhang mit euren Namen stehen. Taucht er irgendwo auf, wo ihr es nicht wollt, versucht die Webseitenbetreiber zu bitten, ihn zu löschen.
  • Reagiert nicht auf Beleidigungen
    Auch wenn es schwer fällt, sendet keine Antworten auf beleidigende SMS oder E-Mails, damit Cyberbullies sich nicht weiter angestachelt fühlen. Wenn ihr laufend solche Mails bekommt, eröffnet notfalls einen neuen Account.
  • Informiert Erwachsene
    Erzählt Eltern oder anderen Erwachsenen davon und informiert den Internet-, IM- oder Handyanbieter, wenn ihr Opfer von Drohungen oder demütigenden Aufnahmen seid.
  • Beweismaterial aufbewahren
    Da solche Aktionen strafbar sind, könnt ihr Anzeige erstatten. Dafür braucht die Polizei allerdings die Aufnahmen, SMS oder Mails. Deshalb löscht sie erstmal nicht.
  • Beleidigungen in Foren müsst ihr nicht hinnehmen
    Das ist sogar höchstrichterlich beschlossen worden. Die höchsten Richter für Zivilfragen am Bundesgerichtshof haben entschieden, dass die Betreiber eines Internet-Forums beleidigende Äußerungen auf Wunsch der oder des Beleidigten löschen müssen.
  • Helft auch anderen, die beleidigt werden
    Wenn ihr seht, dass andere in Foren oder per SMS beleidigt werden, schreitet ein und helft der Person. Oft sind die Betroffenen in der Situation überfordert, sich dagegen zu wehren und brauchen euch! Wenn Cyberbullies mitbekommen, dass ihr Opfer nicht allein ist, dann hören sie meist schnell auf.

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Autorin / Autor: Rosi Stolz - Stand: 16. April 2007