Woran erkennst du das richtige Tattoo-Studio?

Gute Beratung ist genauso wichtig wie Sauberkeit

Es gibt im Internet einige Seiten, die auf diese Frage genaue Antworten geben. Und es gibt auch jede Menge Pflegetipps zur Nachsorge bei Tattoos und Piercings - die dir aber auch das Studio nennen sollte! Das ist ein wichtiger Punkt: Wie gut ist die Beratung? Es geht eben nicht nur um schöne Bilder oder netten Schmuck!

  • Gute Beratung ist wichtig!
    Eine gute (und nette!) SpezialistIn nimmt sich die Zeit und klärt dich über Risiken auf, hilft dir rausfinden, welcher Schmuck für welche Körperstelle am besten ist und klärt dich auf jeden Fall darüber auf, dass du eine Einverständniserklärung eines Erziehungsberechtigten haben musst, bevor überhaupt etwas passiert! Mittlerweile gibt es auch ausgebildete "Fachkräfte für percutanen Körperschmuck", die eine einjährige Ausbildung hinter sich haben und also "zertifiziert" richtig piercen!
  • Ein Piercing- / Tattooladen sollte hell und sauber sein!
    So ein Studio sollte auf gar keinen Fall aussehen wie eine Eckkneipe oder ein SchülerInnencafé!
  • Ein Sterilisationsgerät muß da sein.
    In einem guten Studio sollte in jedem Fall ein Sterilisationsgerät zu finden sein. Nach jedem Kunden müssen die benutzten Instrumente sterilisiert werden, bevor sie erneut genutzt werden können. Das gilt auch für Instrumente, die bereitgelegt, aber nicht benutzt wurden.
  • Beim tätowieren und piercen müssen Handschuhe getragen werden.
    Bevor sich ein Fachmensch ans Werk macht, muß er sich gründlich die Hände waschen und in jedem Fall Latexhandschuhe anziehen. Die Handschuhe müssen während des gesamten Vorgangs getragen werden. Wird die Arbeit unterbrochen oder faßt die TätowiererIn fremde Gegenstände an (Telefon oder so), so muß sie/er in jedem Fall neue Handschuhe anziehen, bevor die Arbeit fortgeführt wird.
  • Beim Piercing auf nicht zersetzbare Materialien achten.
    Achte darauf, dass beim Piercing keine Pistole benutzt wird. Diese Geräte können nicht ausreichend sterilisiert werden. Eingebrachter Schmuck sollte nur aus nicht zersetzbaren Materialien bestehen, z. B. chirurgischer Stahl oder Titan.
  • Entsorgung von Geräten und überschüssiger Farbe.
    Einmalgeräte, z. B. sterile Nadeln, sollten auch wirklich nur einmal benutzt und dann in gesicherten Behältern entsorgt werden. Tattoonadeln dürfen nicht direkt in die Farbflasche eingetaucht werden. Vor dem Tätowiervorgang muß die nötige Menge Farbe aus der Flasche entnommen werden. Farbe, die nicht mehr gebraucht wird, darf nie in die Farbflasche zurückgegeben werden. Auch sie muß entsorgt werden.

Alles klar?

Wenn du diese Dinge beachtest, stimmen auf jeden Fall schon mal alle Voraussetzungen dafür, dass du viel Freude an deinem Piercing oder deinem Tattoo haben wirst!
Tattoos und Piercing sind übrigens sehr alte Rituale. Mayas, Indios, Indianer und viele afrikanische Stämme nutzen es als Schmuck, zu rituellen Bräuchen oder als Identifikationsmerkmal. Indios im Amazonasgebiet zum Beispiel hatten ganze Schichten von Ohrgehängen, Lippenpflöcke und Nasenschmuck, hergestellt aus allem, was der dichte Wald und Flüsse hergaben: Tierzähne, Perlmutt aus Muscheln, Federn der Ara-Papageien, Quarz, Holz und Gehölze, Blumen und Bambusstengel. Aber auch Alpenvölker wie die Appenzeller trugen mindestens seit dem 18. Jahrhundert mehr oder minder "bedeutungsvollen" Ohrschmuck. Und heute?!
Heute werden Piercings und Tattoos von allen möglichen Leuten - quer durch die Gesellschaft - getragen...also warum nicht auch von dir?!

Mehr Infos zum Thema im Netz

Links zur Ausbildung "Fachkraft für percutanen Körperschmuck"

Mehr dazu auf LizzyNet

Autorin / Autor: Astrid Reinberger - Stand: 16. Mai 2001, aktualisiert am 4. August 2005